Gesellschaftsmusik

Archiv für August 2011

Musiktherapie für Kinder

Entspannung durch Klänge, Musik als Heilmittel, Musiktherapie für Kinder | 24. August 2011
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Kinder beim Musizieren von postageuniversal/Flickr.com

Kinder beim Musizieren von postageuniversal/Flickr.com

Musiktherapie ist eine echte Alternative zu den heute leider viel zu schnell und oft verschriebenen Psychopharmaka-Keulen. Auf natürliche Art und Weise kann so die seelische und körperliche Gesundheit wiederhergestellt und gefördert werden. Gerade für Menschen, die gar nicht oder nur schwer kommunizieren können, bietet die Musik eine einfach zu erlernende und anwendbare neue „Sprache“. Auch eine Behinderung stellt keine Beeinträchtigung für das Musik-Erleben da. Vor allem Kinder reagieren instinktiv sehr wohlgesonnen auf Musik. Bis auf den Schmerz gibt es wohl kein Sinneserlebnis, das intensiver Emotionen anspricht und auslöst als Klänge. Warum sollte man diesen Effekt also nicht für therapeutische Zwecke nutzen?

Musiktherapie für Kinder greift alle Bereiche auf, die für die Entwicklung des Kindes wichtig sind. Dazu gehört die Bewegung, kognitive und soziale Fähigkeiten, das Umgehen mit Gefühlen und die eigene Körperwahrnehmung. Jenseits der so stark auf Sprache und Normen basierenden Außenwelt wird in der Musik ein völlig neuer, emotionaler und persönlicher Kosmos eröffnet, der eine neue Selbsterfahrung und -Bewertung mit sich bringt.

Neben motorischen Fähigkeiten, die beim Erlernen eines Instruments erworben werden, regt Musik zum Bewegen an. Vor allem für körperlich beeinträchtigte Kinder bietet Musik Bewegungsmöglichkeiten fernab des sonst eingeschränkten Alltags an – Bewegung kann von den Kindern nun ganz neu erfahren werden, alte Barrieren werden überwunden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten. Der Musik-Genuss schult alle Sinne und trainiert die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistungen. Gerade Kindern, die sonst ständig sehr unangenehmen Eindrücken wie Lärm oder Streit ausgesetzt sind, bietet die Musik eine Gefühlswelt der Geborgenheit. Daraus resultieren positive Gefühle, die die Kinder in ihrem Selbstwertgefühl stärken. Die eigen Kräfte und Fähigkeiten werden jenseits der heutigen Klischees und Werte neu kennengelernt und gestärkt.

Merkmale der Entspannungsmusik

Entspannung durch Klänge, Musik als Heilmittel | 23. August 2011
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Musik zum Entspannen von Press_PhilipsCH/Flickr.com

ik zum Entspannen von Press_PhilipsCH/Flickr.com

Musik hat eine unglaublich große Wirkung auf das Gemüt der Menschen, insbesondere Entspannungsmusik zeichnet sich dabei durch ihre positive Wirkung aus. Doch was genau ist das eigentlich? Laut Google suchen 18.100 Menschen weltweit pro Monat nach Entspannungsmusik und bekommen dafür rund 249.000 Ergebnisse präsentiert.

Die Definition bezieht sich auf zwei Bereiche, zum einen dient sie als Oberbegriff für Musik, die zur Entspannung angehört wird, zum anderen ist Entspannungsmusik Musik, die nach speziellen Vorgaben zum Entspannen im therepeutischen, privaten, oder Wellness-Bereich produziert wurde. Es werden häufig auch Meditationsmusik, Yoga-Musik, Reiki-Musik und Tai-Chi Musik als Entspannungsmusik genutzt bzw. umgekehrt auch wenn diese Musikstile teilweise ganz unterschiedliche Merkmale aufweisen.

Aber bereits bei den Naturvölkern kam der Unheil abwehrenden, heilenden und magischen Kraft von Musik eine große Bedeutung zu. So wird im Alten Testament erwähnt wie Saul durch Davids Spiel auf dem Kinnor geheilt wird und in der griechischen Antike als Kathartik, d. h. Reinigung der Seele.
Und es gab natürlich auch immer Menschen, denen die Wirkung von Musik bewusster war als anderen und die sie gezielt einzusetzen wussten. Im Mittelalter forschten christliche Mönche an bewusstseinserweiternden Gesängen. Dazu ließ die Kirche Musiken komponieren, um Empfindungen in den Gläubigen im Gottesdienst hervorzurufen. Heute wird Musik auch genutzt um bestimmte Emotionen auszulösen zum Beispiel von der Werbung, in Kaufhäusern, oder von Filmproduzenten in der Filmmusik.
In der Neuzeit fand dies zunehmend Bestätigung und Nachweise durch wissenschaftliche Studien.
Auch die Idee, Musik zur Entspannung einzusetzen ist nicht neu. Schon früher waren Komponisten wie Bach, Mozart oder Chopin sich der entspannenden Wirkung einiger ihrer Stücke bewusst. Vielleicht wurden sogar einige Stücke zur Entspannung geschrieben wurde, allerdings nicht unter der heutige Vorstellung von Entspannung.
Die allgemeine Nachfrage nach spezieller Entspannungsmusik entstand mit dem aufkommenden Bewusstsein über die schädliche Wirkung von andauernder Anspannung und Stress und dem erlebten Unvermögen vieler Menschen, im Alltag eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu finden.

 

Konzertbericht: Die Deutschpunkband Slime live

Musik Events | 23. August 2011
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Slime – dies ist eine Punkband die seit über dreißig Jahren Musik macht und immer noch auf Krawall gebürstet ist.

In Hamburg hat sich die Band vor dreißig Jahren zusammen gefunden. Trotz der Bandumzüge und der Umzugstipps, die sie geben müssten, wurden sie einfach nicht ruhiger. In den 80er Jahren begann der Punkt zu leben und die Unzufriedenheit mit der deutschen Politik war groß. So entstand wohl auch die Band Slime.

Heute spielen sie in Berlin Kreuzberg im SO 36. In Kreuzberg ist man Randale gewohnt, doch nach einem Slime Konzert im Februar 2011 ist die Lage komplett außer Kontrolle geraten. Es gab Krawall, Scheiben zerbrachen, ein Brandsatz landete in einem Auto, Steine,Eisklumpen und Flaschen wurden auf Polizisten geworfen, die völlig überrumpelt waren von der aggressiven Meute.

Es gibt wohl kaum eine andere deutsche Band, die nach so langer Zeit noch so konsequent an ihrer Revolutionspose festhält. Der Bandleader Dirk Jora hält sich auch immer noch am linksradikalen Liedgut fest, wobei dann Phrasen wie „Bullenschweine“, „Deutschland verrecke“ oder „Etikette tötet“ nicht unüblich sind. Schon damals war das Erfolgsgeheimnis griffige Parolen mit zu singen und ins Publikum zu schleudern. Auch heute funktioniert es noch so.

Das Publikum ist durchwachsen. Man sieht alte Fans und junge Punks. Sie glauben immer noch „eher an die Unschuld einer Hure als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz“. Die Parolen werden geschmettert und die Fäuste in die Luft gestreckt. Alte Songs werden vor neuen Hintergründen abgeliefert. Dieses Mal sind es Stuttgart 21 oder Castor. Immer wieder werden Nazis an jeder Ecke vermutet, die es zu bekämpfen gilt.

Ihre sture Konsequenz und die hemmungslose Parolenhaftigkeit gepaart mit einer unvorstellbar großen Wut ist wohl leider das, was diese Konzerte ausmacht und sie für eine Gruppe Menschen attraktiv macht.

Neuer Lebensabschnitt für Jan Delay

Allgemein, Musik Events | 22. August 2011
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Jan Delay / Sebastian Gerhard / flickr

Jan Delay / Sebastian Gerhard / flickr

Jan Delay hat sich nun endgültig in das wohlverdiente „Rentenalter“ verabschiedet. Fünf jahre lang war Jan Phillip Eißfeld aus Hamburg-Eppendorf mit seiner Band Disko No.1 auf Tour gewesen. D

abei hatten sie einen Erfolg nach dem anderen eingefahren. Mit „Beginner“ hatte seine Ära begonnen – nun geht sie zu Ende.

Deshalb hatte Delay vorgestern Abend in Bahrenfeld einen musikalischen Höhepunkt der Extraklasse veranstaltet. Unter dem Titel „Abschied ist ein scharfes Schwert“ fand das Konzert statt. Dass dieses auch der Titel eines Songs von Roger Whittaker gewesen war, wusste Delay angeblich nicht.

Jan Delay galt und gilt als eine der Ikonen in der deutschen Musikszene: er hatte als Rapper begonnen und war im Laufe der Jahre immer mehr zum Soulsänger mutiert. Diese Rolle war ihm wie auf den Leib geschneidert. Charmant, immer zuvorkommend, wenn auch leicht provozierend – das ist der Jan Delay, wie wir ihn immer in Erinnerung behalten werden.

Dass sein Abschied in Hamburg stattfand, war natürlich klar. Nirgendwo sonst hatte Delay eine so große Anhängerschaft um sich geschart wie in seiner Heimatstadt. Leider muss man sagen, dass der Abend eher etwas zähflüssig begann. Dabei waren so unglaublich viele bekannte Gäste aus der Musikszene anwesend, dass die Zuschauer eine geballte Ladung an deutscher Musik abbekamen. Jedoch litt die Stimmung anfangs unter einem zu aufgekratzten Hauptakteur – Delay fragte das Publikum viel zu oft, ob es gut drauf sei und ignorierte die laschen Zurufe gekonnt. Es ist ihm jedoch kaum zu verübeln, dass an seinem „großen Abend“ auch er etwas hibbelig war. Und so schraubte er unbeirrt an der Stimmung weiter.

Was ihm am Ende auch Erfolg einbrachte.

Gut 15.000 Zuschauer waren am Ende des Abends anwesend. Seine prominenten Gäste – Marteria, Dendemann und sogar HP Baxxter – ließen es so richtig krachen. Damit verabschiedet sich eine der Größen des deutschen Popgeschäfts.

Hintergrund: Musiktherapie

Allgemein, Entspannung durch Klänge, Musik als Heilmittel | 18. August 2011
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Klavier / maistora / flickr

Klavier / maistora / flickr

Früher hieß es, dass psychische Erkrankungen nur mit einer entsprechenden Medikamentenvergabe zu behandeln seien. Mittlerweile haben sich alternative Therapieformen durchgesetzt, welche von Psychiatern immer mehr in Anspruch genommen werden. Oftmals wird nur in den schlimmsten Fällen zu einer medikamentösen Behandlung geraten.

Eine alternative Therapie ist die Musiktherapie. Ein großer Pluspunkt dieses Prozedere ist, dass die Therapeuten schnell über die Musik Zugang zu den Patienten finden und somit eine bessere Bindung aufbauen – das A und O einer gelungenen Therapie.

Meist wird die Musiktherapie in Einrichtungen des Gesundheits- oder Sozialwesens angewendet. Zuerst einmal klären Musiktherapeuten und Psychologen die Vorgeschichte und das Krankheitsbild des Patienten ab. Entsprechend der Genese und Diagnose wird ein Behandlungsplan für den Betroffenen entworfen. Verschiedene Sitzungen sollen dem Patienten helfen, seine psychische Krankheit zu überwinden.

Vor allem Motivation soll der Patient durch den Einsatz von Melodien und Instrumenten erhalten. Oftmals fehlt depressiven Menschen der Wille, weiterzuleben. Musik kann erheiternd und stimulierend auf Körper und Geist wirken. Auch Entspannungstechniken können mittels Musik erlernt werden.

Es gibt zwei grobe Varianten der Musiktherapie. Entweder spielt der Therapeut dem Patienten eine Melodie vor und lässt diesen dann seine Gefühle und Erinnerungen dazu äußern, oder der Patient wird selbst angeleitet, auf einem Instrument zu spielen. Der Spielrhythmus, beispielsweise beim Schlagen einer Trommel, verrät viel über den seelischen Zustand des Patienten. Es wird diesem ermöglicht, sein Innenleben mittels Musik mitzuteilen. Besonders stummen Menschen oder Mutisten wird zu dieser Art des Ausdrucks geraten.

Wie bei anderen Psychotherapien auch werden die einzelnen Sitzungen genauestens protokolliert. Jede Sitzung wird sowohl als Einzelleistung betrachtet, als auch in den gesamten Therapieprozess einbezogen. Auch Angehörige der Betroffenen werden mit einbezogen. Diese können zum Beispiel auch versuchen, das Instrumentenspiel des Betroffenen zu deuten.

Die Kraft des Singens

Allgemein, Musik als Heilmittel | 15. August 2011
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Singen / Duncan Brown (Cradlehall) / flickr

Singen / Duncan Brown (Cradlehall) / flickr

Singen hilft und heilt. Dies ist längst nicht mehr nur ein Mythos, sondern wissenschaftlich belegt. Die meisten Menschen ahnen nicht, dass sie sich selbst mit ihrer Stimme etwas Gutes tun können – unabhängig davon, wie gut sie singen oder wie schlecht.

Bereits 20 Minuten am Tag verhelfen zu einer regelrechten Hochstimmung. Dies kann man in nahezu jeder Situation tun: ob beim Kaffeekochen, beim Duschen oder abends beim Zubettgehen.

Klangtherapeuten schwören sogar darauf, dass durch das Singen chronische Krankheiten geheilt oder zumindest gemindert werden können. Singen hilft nicht nur der Psyche, es ist auch gut für die Atmung, die Durchblutung des Gehirnes und sorgt für Schwingungen im Körper. Wenn man atmet, so saugt man die Luft viel tiefer ein, die Lungen werden viel mehr geweitet als bei normaler Atmung. Somit wird der Körper besser mit Sauerstoff versorgt. Menschen, die viel singen, sind selbstbewusster und ausgeglichener. Besonders schüchternen Menschen, die Angst vor dem Sprechen vor Publikum haben, wird zum Singen geraten: wer öfter seine eigene Stimme hört, gewöhnt sich an diese und scheut sich nicht vor Unterhaltungen. Man könnte genauso gut auch Selbstgespräche führen – aber das erscheint den meisten merkwürdig und macht auch lange nicht so viel Spaß, wie ab und zu ein Liedchen zu trällern. Was man singt spielt übrigens auch eine Rolle. So können flotte, fröhliche Lieder motivierend wirken, ruhige Lieder entspannend wirken.

Zudem fördert Singen die Gemeinschaft: Wer seinem Kind abends ein Schlafliedchen singt, baut eine große emotionale Bindung zu diesem auf. Beim Singen im Chor wird das Gruppengefühl gestärkt.

Man sollte frühzeitig beginnen, mit dem Kind zu singen, denn dadurch verbessert sich die Aufmerksamkeit und sprachliche Fähigkeiten werden geschult. Auch das kindliche Gedächtnis wird beim Singen extrem trainiert, da es sich Melodie und Text gleichzeitig merken muss.

Was ist Liquid Sound?

Entspannung durch Klänge, Musik als Heilmittel | 15. August 2011
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Liquid Sound Therapie von Gong Yogi/Flickr.com

Liquid Sound Therapie von Gong Yogi/Flickr.com

In einer Welt, die von Stress und Hektik dominiert wird, gibt es immer mehr Methoden und Techniken, Körper, Geist und Seele zu entspannen. Die einen schwören auf Yoga, andere auf Tai Chi, wieder ein anderer geht einfach jeden Morgen spazieren. Der Medienkünstler Micky Reimann

erdachte sich gemeinsam mit Jim Nollman, einem bekannten Musiker, eine Entspannungsmethode der besonderen Art. Liquid Sound nennt sich das ganze. Es ist die Kombination aus dem Lauschen von Klängen und Schwimmen.

Jim Nollman ist dafür bekannt, über seine Instrumente mit Tieren zu kommunizieren. In ersten Versuchen im Jahre 1985 unternahm er eine Forschungsfahrt auf dem Pazifik, wo er mittels Klängen Kontakt zu den dort lebenden Walen aufnahm. Er war so begeistert von den „flüssigen Kommunikation“, dass er 1986 erstmals eine Liquid Sound-Veranstaltung inszenierte. Diese fand in einem Frankfurter Schwimmbad statt. In den folgenden Jahren erweiterte und perfektionierte Nollman seine Methode. Diese wurde im Jahr 2000 sogar Bestandteil der Expo in Hannover.

Remann war bereits zu Beginn seiner Karriere überzeugt davon, dass Musik zwar eine wohltuende Wirkung auf den Körper hat, jedoch nie vollständig in diesen „eindringen“ kann. Er kam nach einigen Überlegungen zu dem Schluss, dass Wasser das ideale Medium zur Übertragung des Schalls sei. Dabei zog er vor allem Zusammenhänge zum menschlichen Fetus im Fruchtwasser der Mutter. Über diese Flüssigkeit nehmen Ungeborene bereits Töne wahr, welche bei ihnen Vertrauen auslösen.

Um dieses Vertrauensgefühl wieder herzustellen, erdachte Remann den Liquid Sound. In großen Schwimmbecken können Besucher dabei sowohl über als auch unter Wasser Melodien lauschen. Taucht man mit dem Kopf unter, so eröffnen sich einem völlig neue Klangwelten, welche über der Oberfläche nicht einmal annähernd so eindrucksvoll zur Geltung kommen. Besonders für die Psyche ist das Eintauchen in die Musik ein wahres Heilbad.

Die Wirkung von Musik auf Frühgeborene

Allgemein, Entspannung durch Klänge, Musiktherapie für Kinder | 12. August 2011
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Ein Kind im Mutterleib schläft nicht nur, nein, es nimmt seine Umwelt bereits ab dem 5. Schwangerschaftsmonat wahr. In diesem Zeitraum beginnt seine sensorische und kognitive Entwicklung. Der Fetus reagiert auf unterschiedliche Reize, zum Beispiel auf Licht, Wärme, Berührungen, Laute, Bewegungen, Gleichgewichtsreaktionen oder Schmerz. Diese Reize werden jedoch nicht nur verarbeitet, sondern es erfolgt auch eine Antwort darauf von Seiten des Fetus. Dieser kommuniziert mit der Mutter und der Umwelt. Man kann also sagen, dass Lernen bereits im Mutterleib stattfindet. Es kann sogar vorkommen, dass sich ein Fetus als Kleinkind an damals gehörte Melodien erinnert und bereits im Bauch der Mutter Vorlieben entwickelt.

Ist das Kind auf der Welt, besitzt es bereits ein großes Spektrum an sensorischen und kognitiven Fähigkeiten. Es sucht in seiner Umgebung nach Reizen und will diese mitgestalten. Natürlich sind Erwiderungen auf seine Äußerungen notwendig.

Schwangerschaft / karolajnat / flickr

Schwangerschaft / karolajnat / flickr

Frühgeborene benötigen ebenfalls Angebote emotionaler und sozialer Form. Es ist wichtig, dass diese an die intrauterine Beziehung des Fetus zur Mutter angelehnt werden. Auch die nach der Geburt entstehende Mutter-Kind-Interaktion muss beachtet werden. Fehlen einem Frühgeborenen soziale und emotionale Interaktionen, so kann dies fatale Folgen für seine Entwicklung haben. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Tachykardie kommen. Aber auch Blutdruckschwankungen, ein erhöhter Sauerstoffverbrauch, körperliche Unruhe oder ein erhöhter Kalorienverbrauch können eintreten. Musik ist eines von vielen Mitteln, um einem Frühgeborenen die Anpassung an die Umwelt zu erleichtern. In Fachliteratur findet man nur positive Rückmeldungen über die Wirkung von Melodien.

Dabei spielen der Rhythmus, die Harmonie und die Tonabfolge eine große Rolle. Der gezielte Einsatz von Musik kann beispielsweise Stresssymptome positiv beeinflussen. Die Wirkungen der frühkindlichen Musiktherapie sind dabei von Langzeitdauer. Kinder, die in den ersten Lebensjahren bewusst beschallt wurden, haben auch nach mehreren Jahren noch mehr Nervenverbindungen im Gehirn als nicht-behandelte Kinder.

Musik gegen Stress

Allgemein, Entspannung durch Klänge, Musik als Heilmittel | 11. August 2011
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Negativer Stress ist mittlerweile zu einer Art Volkskrankheit geworden. Immer mehr Menschen klagen über Symptome wie Herzrasen, Schwindelgefühle, Einschlafprobleme, Nervosität oder Kopf- und Gliederschmerzen. Wer jeden Tag alles gibt, ist schnell überfordert und der Körper zeigt eben genannte Zeichen der Erschöpfung. Abhilfe schafft es, einen Gang runter zu schalten, sich regelmäßige Entspannungsphasen zu gönnen und gesund zu leben.

Eine weitere Form, gegen den Stress vorzugehen, ist Musik. Jederzeit kann man selbst singen, musizieren oder einfach nur entspannenden Klängen lauschen. Es ist heutzutage wissenschaftlich nachgewiesen, dass körperliche und seelische Vorgänge von Melodien beeinflusst werden. Wählt man einen entsprechenden Rhythmus, so kann man damit seinen Blutdruck senken und den Herzschlag auf eine gesunde Frequenz reduzieren. Außerdem verbessert sich beim Singen die Atmung, sodass der Körper und vor allem das Gehirn besser durchblutet werden. Dies stützt das gesamte Kreislaufsystem.

Wenn man Musik hört, so verbessert sich außerdem die Laune und man ist motivierter.

Was besonders gut hilft: die eigene Lieblingsmusik hören. Es ist egal, ob es sich dabei um Pop, Schlager, Heavymetal oder Klassik handelt, denn das Gehirn reagiert nur auf die Beliebtheit der Klänge. Daraufhin wird Adrenalin abgebaut und der Organismus kann sich entspannen.

Wer unterwegs einfach mal abschalten will, beispielsweise auf dem Weg nach Hause in der Bahn, der sollte einen MP3-Player oder ähnliche Geräte dabeihaben. So kann man zwischendurch entspannen und gleichzeitig den Verkehrslärm oder das Gerede andrer Menschen überdecken.

Beim Hören der Musik sollte man am besten die Augen schließen, um den Körper nicht allzu vielen Reizen auszusetzen. Dabei dann langsam und tief ein- und ausatmen. Durch diese kleine Methode kann man sich schon in einen Ruhezustand versetzen.

Was ähnlich wirkt wie eine Therapie durch Musik: Spaziergänge in der Natur. Hier kann man der Musik des Waldes lauschen: Vogelgezwitscher, Blätterrauschen – all dies wirkt entspannend und lockert die angespannten Nerven.

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