OVER Nr. 18


LOVER Nr. 18

(erschien 02/99)

Auszüge:

[ÐI†¤®I@£] - [Bilderrätsel] - [Basar] - [Stern] - [Einfach so] - [Tago-Mago] - [LAPSUSCD 2000] - [RE ¤ act ¤ or] - [Kohlenhydrate] - [Sylvia Plath] - [Carpe Noctem] - [Preisausschreiben] - [Nicht in die Knie] - [Bobby] - [Schatten] - [Who] - [5Damen] - [Tour] - [F#A#¥] - [Epitaph] - [Macht Kaputt] - [BioRhythmus] - [Grüne lange Weite]

LOVER No. 18

ÐI†¤®I@£

Sind wir kreativ? Kreaturen? Erinnern Euch Krähen an Frieden oder Friedhöfe?
Wo möchtest Du begraben sein? Oder einfach verschwinden? Na, den fraglichen Rest findet Ihr im Preisausschreiben.
Da fällt mir ein, daß manchem nicht so ganz wohl ist, mit mir Auto zu fahren, selbst nicht auf Strecken, die ich kenne. Da gibt es - neben meiner lahmen Karre - einen einfachen Trost: wenn ich angeschnallt bin, will ich auch ankommen. Wenn nicht, sollte man mich vielleicht allein fahren lassen. Da probiere ich aus, ob die Reifen vorher quietschen. Aber: bei meiner Fahrweise ist die Anzahl der Unfälle wirklich nur absolut hoch und relativ zu vernachlässigen.
Gut, also zu den weniger langweiligen Dingen: LAPSUS LIVE wird 1999 wieder in Zarnekla stattfinden - aber dann... Wer mit dem Ort hier nie klarkam, kann hoffen, ich bin dabei, einen neuen Lebensort zu suchen, und einen, wo wieder Platz genug ist. Wer mit mir nie klarkam... Vielleicht ist es gar nicht wichtig.
Fühl gut Idee: LAPSUS-CD. Da habe ich jetzt viel gute Musik gehört oder mich dran erinnert, weißt Du noch? Manchmal lese ich aber auch ein Buch oder sowas.
Z. B. "... 'Und auseinandersetzen heißt hier auch: Grenzen setzen. Wer will das schon? Alle wollen geliebt sein und begeben sich so in ein laues Geflecht gegenseitiger Abhängigkeit. Wer bist du eigentlich?'
Mein Schneuzen unterbrach ihn nur kurz, oh Gott, wie hatte ich mich vor der Frage gequält.
'Keiner stellt sich diese Frage, alle suchen im Außen. Was Beziehungen angeht, würde ich mit der gehen, die Glück verheißt. Auch wenn dieses Glück trügerisch ist, denn Außen gibt es nichts, was Bestand hat.'
Er wurde wieder etwas lauter: 'Wenn du aber weiter in einem Kuddelmuddel gegenseitiger Abhängigkeiten leben willst, so wird es etwas in dir geben, was das braucht. Was auch deine unklare, manipulative Beziehung zu Simone braucht. Hast du nicht mal genug davon?'
Ich konnte noch nicht, ich schaute weiter finster vor mich hin.
'Ohne dich von dem Außen abzuwenden, ist es so, daß die Wahrheit in dir liegt. Du bist niemandem etwas schuldig, du bist von niemandem abhängig, du bist frei! Alles andere ist deine freiwillige Neigung zu leiden und die Gewohnheit, es zu tun.' Er schwieg nun und ich war gespannt, wie es weitergeht."
Aber nun freue ich mich auch auf dies neue Heftchen - so long. Roland

Bilderrätsel

Schnee Welche Redewendung wird mit diesem Bild dargestellt? Und in welcher Situation seid ihr zuletzt davon betroffen gewesen? 

Im Himmel lebten einmal viele kleine, nette Sterne.
Unter ihnen gab es einen, der war dicker als alle anderen und wurde deshalb von allen Sternen gehänselt. "Stumpfzacke" nannten sie ihn und "Klößchen".
Der kleine, dicke Stern war so unglücklich, daß er vergaß zu strahlen.
Auch beim Sternensport war er immer der schlechteste, vor allem im Wolkenspringen lachten ihn alle aus, und tanzen konnte er auch nicht. Weil er dick und unsportlich war und noch nicht einmal leuchtete, wollte ihn keiner zum Freund, und alle lachten ihn weiterhin aus. Da beschloß der dicke, kleine Stern, sich das Leben zu nehmen, und weil jeder weiß, dass Sterne, wenn sie vom Himmel fallen, verglühen, sprang er vom Himmel, in der Hoffnung auf einen schnellen Tod. Die Sterne, die das sahen, und sogar der Morgenstern ("Morgenstern" ist eine Auszeichnung im Himmel, die jedes Jahr an einen anderen Stern verliehen wird, der heller leuchten darf als die anderen Sterne) wurden blaß und hielten sich die Augen zu. Das hatten sie nicht gewollt. Der kleine, dicke Stern aber flog auf die Erde zu.
Weil er aber so dick war, verglühte er nicht ganz und kam auf die Erde. Dort landete er geradewegs vor den Füßen eines Mädchens, das gerade zur Schule ging. Sie steckte den Stern in die Tasche und vergaß ihn bald.
Der Stern erwachte aus seiner Ohnmacht und merkte, dass er in einer warmen, dunklen Höhle lag. Er schlüpfte aus der Tasche des Mädchens und landete zufällig vor einem Spiegel. Als er sah, wie schön dünn er war, fing er vor Freude wieder an zu leuchten. So fand ihn die Mutter des Mädchens. Sie steckte ihn in eine Schachtel und als Weihnachten kam, holte sie ihn wieder hervor und er war der schönste und strahlendste Stern am ganzen Weihnachtsbaum.
Und er war auch der glücklichste.
Julia

B a s a r

Vorneweg eine kritische Bemerkung

In Ruhe habe ich mir in den letzten Tagen noch einmal meine beiden "famosen" Lover-Beiträge zu Gemüte geführt: Echt schon genial, wie ich über Wilbers Eingebungen referiere. Ich habe das erwähnte Buch ja auch gleich zweimal gelesen - wer will mir da noch an den Wagen fahren? Selbst die Unterschiede zwischen konventionell menschlichem und absolutem Bewußtsein erfahren beim genauen Lesen eine relativ genaue Bestimmung. Natürlich geht es in der Kürze des Beitrages etwas holprig, hölzern zur Sache, wenn halt alles abgedeckt sein will. Für mich jedenfalls, der ich in der Materie stecke, liest sich diese Angelegenheit glatt runter. Meine Stimmung stieg von Augenblick zu Augenblick, als ich an den Ausführungen herumbastelte.
Auch der folgende Beitrag "Einfach so" leidet etwas an seiner glatten Erhabenheit. Ich hätte ihn beinahe verworfen, aber einige Gedanken trägt auch dieser in sich, die es vielleicht doch wert sind, mitgeteilt zu werden. Ich muß gestehen, daß ich mich bei der Verfassung dieses Textes von Dead Can Dance-Musik betören ließ - und ich fühlte mich der Wahrheit um ein etliches Stück näher. Am Ende war ich so begeistert, und ich hatte mir nun schon soviel Mühe gegeben, und der Text ist in seiner Art abgerundet genug, soweit ich die Sache überblicke, und Kritik daran habe ich jetzt auch geübt. Und es ist erstaunlich, welche Betriebsamkeit diese Aktion in mir hervorgerufen hat, wie verwirrt ich immer wieder bin, wenn die Worte im Zusammenspiel sich nach mehrmaliger Überprüfung völlig anders darstellen - können und ich völlig überrascht im Text eher ein salbungsvolles Gebet zu erblicken meine. Welch ein Graus! Soweit, so gut - kommen wir jetzt noch zu meinem neuesten Konstrukt:

Einfach so

Letztendlich kann ich nicht verlangen, daß mein Unbehagen und Behagen in und mit dieser Welt auf breite Zustimmung trifft. Im Laufe der Zeit habe ich es zu schätzen gelernt, im authentischen Erkenntniszuwachs eine innere Freude zu erleben. Diese Freude setzt sich auch über prinzipielle Verständnislosigkeit hinweg und findet ihren wahren Ausdruck in erlebter Liebe, wann immer und wo immer diese auch stattgefunden hat bzw. stattfindet. In dieser Freude, sofern sie echt - eben authentisch ist, werde und bin ich zusehends ich selbst.
Manchmal denke ich, wieviel Leid wir uns in unserer Hast selbst zufügen. Manchmal möchte ich einfach nur dasitzen und die Freude des gemeinsamen Daseins unmittelbar auf mich wirken lassen. Und wir verspüren keinen zwanghaften Drang nach Selbstdarstellung und suchen nicht immerfort nach Wegen, die Unmittelbarkeit auszufüllen. Finden wir nicht gerade über unsere vereinzelten Künste hinaus den eigentlich gemeinten Weg all unserer Anstrengungen? Und wie oft finden wir das wahrhaft Gemeinte wirklich in unseren Anstrengungen wieder? Und manchmal wähnen wir uns schon so sicher, zu sicher auf der richtigen, auf der guten Seite.
Welche Tat überhaupt muß ich vollbringen, um all den Ansprüchen und Forderungen gerecht zu werden? Was ist mit meiner Angst, mit meiner Zurückhaltung, mit meiner Verweigerung - auch an Orten, die die Zukunft in sich verkörpert sehen möchten? Was ist die Kraft wert, die ich für eine vermeintlich gute Tat aufzubringen im Stande bin, findet sie die innere Entsprechung nicht? Ich frage mich, warum ich nicht verweilen darf - damit wir den Weg zueinander finden können?
Ich nehme mir die Zeit für meine Ruhe und Zurückhaltung. Ich nehme mir die Zeit, um Abstand zu gewinnen von all der hysterischen und aberwitzigen Eile in uns und außerhalb von uns. Ich wünschte mir einen anderen Platz als diese Stadt, deren Menschen eher geneigt sind, sich in ihren täglichen Opferhandlungen ganz zu verlieren. Ich meide alle Plätze, wo letztlich auch nur immer wieder neue Opfer im tausendfach wiederholten Sinne gefordert werden.
Ich will dem diktatorischen Machtprinzip nicht mehr folgen, um einem diffusen Gewissen genüge zu tun.
In der Natur offenbart sich der Geist, der mich beseelt, auf geniale Weise, und der Ursprung wird sichtbar. Der Geist ist es, den der Mensch mit der Technik zu imitieren versucht, die vollkommen isoliert und überzogen die große Versprechung nicht einlösen wird. In der Natur finde ich den Lehrmeister noch, der sich in mir und all meinen Beziehungen durch demütiges und umfassendes Gewahrsein, durch die Liebe an sich zu erkennen gibt. Und in jeder noch so kläglich erscheinenden Daseinsform dieses Universums wird mir diese unermeßliche Größe begreiflich werden. In der Natur spricht der Geist zu mir, dem ich bereitwillig das Recht auf Ordnung zuerkennen kann, da er selbst die Ordnung ist. Diese Ordnung, dieser Geist, ist das so genial Einfache und Unmittelbare in und um uns - fern aller Lüge und selbstsüchtigen Erhebungen. Diese Ordnung gibt meinem Denken die ordnende Kraft und meiner Seele ein sicheres Gefühl für Intuitionen und Gerechtigkeit.
Und ich trauere um all die losgelösten und somit sinnlosen Kämpfe. Ich trauere um all die Trennungen, die wir immer noch heraufbeschwören und aufrechterhalten, trotz der so unmißverständlichen Erfahrungen in diesem Leben.
Ich trauere, weil wir nicht wirklich im Stande sind, die in uns eingebrannten Verhältnisse - die entfremdete Ordnung hinter uns zu lassen. Wir halten verbittert fest und drehen uns im Kreis. Ich trauere, weil wir in der Ruhe und im Gewahrsein die Ehrlichkeit nicht zu finden meinen, da sie alle unsere gewaltsamen Aktivitäten als absurd entlarven würde. Ich trauere angesichts des spärlichen Verständnisses füreinander an welchem Ort auch immer.
Wer kann schon so ehrlich sein, daß er die ganze Ordnung in sich vereine? Wessen Lüge könnte je so erbärmlich sein, daß wir jedwede Form von Ehrlichkeit ihm nicht zugestehen wollten?! Und wer weiß schon so genau, wo das Ehrlichsein anfängt und wo es endet. Gibt es denn überhaupt eine Wahrheit, die mich ausschließt oder nichtduldend übergeht? Ist die Wahrheit nicht allumfassende Zuneigung, Zuwendung allem und allen gegenüber? Welchen Grund hat ein Mensch, daß er die einfühlsame Demut scheut, daß er den Widerspruch zu anderen nicht wirklich ertragen kann, daß er lieber anklagend oder nichtachtend von sich weist, was im anderen um Verständnis ringt?
Wird uns vielleicht das aufrichtige Verständnis für die Natur, für den Kosmos und für uns selbst und füreinander zu jener Demut führen, die in einer schöpferischen und wesensbestimmten Gerechtigkeit die Vollendung sucht?
Dirk

CAN lebt

CAN-TOUR-DATEN
19.3. Berlin, 24.3. Hamburg, 26.3. Köln, 28.3. Frankfurt/M.
CAN Tago-Mago et al.
In der Juni-Ausgabe [UNICUM] habe ich geschrieben, als es galt, das neue Can-Remix-Album zu rezensieren: "Nie war das Original so wertvoll wie heute". Heute also das Original. Es geht um eine der besten deutschen Musik-Produktionen aller Zeiten, es geht um "Tago-Mago". Auf dieser CD ist die Musik zu hören, von denen die Techno-Kids heute so schwärmen. Doch das Erstaunliche ist das Aufnahmedatum. "Tago-Mago" wurde 1971 unweit von Köln eingespielt! Und da die ehemalige Doppel-LP als CD lieferbar ist, wird es wohl unvermeidlich sein, daß Techno-Jünger, Raver, Drum'n'Bass-Tänzer, all die, die tanzen (wollen) bis zum Abwinken, CANibalisten werden. Eine neue Gefahr für die Jugend??? (Weiterhin CANibalistisch: "Monster Movie" und "Soundtracks"!) (Spoon Rec.) tf

LAPSUS-CD 2000

From: h.j.lange@t-online.de
Lieber Achim!
Wir wollen es uns natürlich nicht nehmen lassen, an der Auswahl zur wichtigsten CD unseres Jahrhunderts unsere Vorschläge mitzuteilen. Sicher sind wir nicht die einzigen, die sich der Qual der Wahl unterzogen haben und wir haben uns ganz SCHÖN gequält. Da wir ja immerhin 2 sind, haben wir uns auch für die doppelte Anzahl von Vorschlägen entschieden, um eine höhere Trefferquote zu erreichen. Eingedenk der sicher vielen Wünsche haben für uns die Gruppen Priorität. Die einzelnen Titel sind also zweitrangig. So, hier also unsere Wünsche:
Paul Amrod & Purple Elephant: "Little Caesar" (bei uns erhältlich) Falls nicht mehr in Erinnerung, dies war mein (Hans) erster Beitrag zu Lapsus vor 2 Jahren (lief am Vormittag). Paul Amrod ist ein echter Geheimtip. Ich bin gern bereit, nähere Auskünfte zu geben!!!
Pink Floyd: "Crazy Diamond" ? - Auf jeden Fall ist die Band ein Muß. Genesis: "Duke" Es ist einfach schön. Beatles: "She's leaving home" oder "Strawberry fields". The Who: Irgendetwas von "Quadrophenia". Weil der Vortrag auch beim 2. Mal [war schon das 4. Mal, oder!?] ein voller Erfolg war. Doors: "Riders on the storm". Stones: "Paint it black". Jon Anderson: 1. Titel von "Olias of Sunhillow" (CD bei uns) - War ein Schlüsselerlebnis. Frank Zappa ? Yes - Vielleicht nicht unbedingt "Owner of a Lonely Heart".
Vorschlag für die Cover-Gestaltung: Ich würde es schön finden, im Cover einige der Collagen aus dem Lapsus-Rückblick zu finden. Zur Lösung des Fotorätsels haben wir schon so manchen Stein ins Rollen gebracht, suchen aber noch nach einer befriedigenden Verpackung - nicht unbedingt in schwarz.
Bis dahin also Tschüß
Ginger und Hans

An meine Ohren lass' ich nur Wasser und CD

Leider kann ich mich nicht auf 5 Vorschläge beschränken und selbst bei der Glückszahl 7 fühle ich schmerzhaft die Lücken (nicht die in den Zähnen!). Immerhin verzichte ich auf Songs von Yoko Ono, Yes, Cure, Dead Can Dance, Cocteau Twins, Gilbert & Gilbert u.a. Außerdem kann ich mir kaum vorstellen, daß wir uns einig werden - da hilft wohl nur das Lottoprinzip. Als Einstiegssong fiel mir ganz spontan der Beginn der "Olias of Sunhillow"-CD von Jon Anderson ein ("Ocean Song"). Ach, da gibt's tausend Gründe: Erst einmal war's einer der bewegendsten Lapsus-Vorträge (Mein Gott, es wurde sogar geweint!!), außerdem kann man sich dabei gut an George erinnern, der die ersten Lapsusjahre doch wesentlich mitgeprägt hat (sozusagen eine Hommage).
Und dann paßt dieser Song auch inhaltlich gut an den Anfang einer Lapsus-CD: Das Musikraumschiff startet in das Universum unserer Träume und Erinnerungen. CD hab' ich (Cover = Illustration?).
Mein 2. Titelvorschlag wäre "Riders on the Storm" von den Doors. Ich finde, ein Doors-Titel gehört einfach auf eine Lapsus-CD, nicht nur wegen des wiederholt vorgeführten Doors-Vortrags von Achim. Das gleiche gilt für The Who, und schon das Wort "Love" in der Titelzeile paßt doch zu Lapsus wie die Faust aufs Auge, also: 3. Vorschlag: "Love reign over me", The Who ("Quadrophenia" - da funktionieren wohl bei allen noch die grauen Zellen). 4. Vorschlag: die Frauenband des Preisrätsels mit "I know, it's only Rock'n Roll", weil ich mich so gern an die hauptsächlich von Frank aufgeführte (spontan!) Show zu diesem Titel erinnere, bei der ich mich fast bepißt hätte. Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an Franks Rumgehüpfe auf der Luftmatratze und seinen eunuchenhaften Gesang ... I liked it ...
Muß ich nun auch noch begründen, warum ich 5. einen Beatles-Titel auf der CD haben möchte? Leben wir zu Lapsus nicht in einer Erdbeerfelder-Welt? Also klar: "Strawberry fields" (und Lapsus) forever and ever and ever ...
Ja, und jetzt soll Schluß sein? Ohne einen Titel von Pink Floyd?! Das geht doch überhaupt nicht, wo es fast jedes Jahr einen exzellenten Pink-Floyd-Vortrag von Roland gab! Ich denke da an 6. "Shine on you Crazy Diamond".
Naja, und eigentlich gehört auch was Ostdeutschrockiges auf so eine Scheibe: 7. "Weggefährten" von Renft (das schweißt so schön die Lapsus-Gemeinde zusammen ...) Bei der Cover- und Beiheftgestaltung wäre es schön, die Gören einzubeziehen (z.B. Annas Zeichnung im Lover 17).
Regina

Shine On You CD

Wenn Pfingsten '99 LAPSUS LIVE wieder mal geschieht, dann wird's sicher auch eine Redaktionssitzung zur LAPSUS-CD 2000 geben. Sie wird das letzte Wort zur Titelliste und zur Gestaltung der Beilage haben. Jeder kann bis dahin noch nach weiteren Erinnerungen schürfen. Wenn der Platz knapp wird, sollten sicher die Songs bevorzugt werden, die nicht eh jeder in seinem platten Schrank hat. Selbst dann wird's noch eng...
Schade, daß wieder nur die Mitglieder des Leserattenclubs ihre Vorschläge schickten...
Klar, daß zu Pfingsten auch die Bestellungen aufgenommen werden. Und genau nur diese Anzahl wird es von der LAPSUS-CD 2000 geben. Alles andere sind dann bestenfalls Bootlegs...
Achim

NOCHMAL: RAUBPRESSUNG CD 2000

Von Roland:
Platz finden sollten selbstgemachte Spots und Mitschnitte der Live-Auftritte (gibt's von Gehli und HVNDICAP, so weit ich weiß). Meine Titelliste:
Roy Harper: Referendum; Can: Thief; Mari Boine: Lied zur Sonne; Dakota: Schwarze Schiffe; Deák 'Bill' Gyula: Közép-Európai Hobo Blues III; Ton Steine Scherben: Jenseits von Eden; Wolfsmond: Morgenwind; Omega: Gyöngyhajú Lány; Tangerine Dream: Beach Scene II; Beatles: Only A Northern Song; Pink Floyd: One Of These Days.
Von Nathalie:
Taratating Taratatong; Die Nächte, wo was passiert (Spot); Was von Dead Can Dance; Songs der Hippieske

RE ¤ act ¤ or

Hallo Roland!
Dieser Tage erreichte uns der 17. Lover - wieder mal gierig verschlungen (und nur ein Exemplar! - Doch wir konnten uns einigen). Naja, manchmal hab' ich schon Schwierigkeiten mit der überhandnehmenden Wortakrobatik - der sinnreichen (?) Schnörkel sind's gar zu viele - meine Meinung. Aber bestimmt traue ich mich nicht, meinen bösartigen Verriß einzusenden. Was mache ich, wenn keiner mehr mit mir spielt?
Weshalb eigentlich die seitenlange Zarnekla-Selbstdarstellung? Was willst Du damit rüberbringen? Das im Grunde alles gut war, nur die Leute zu schwach und feige ("Es ist leichter zu gehen")? Und die, die's erst gar nicht versuchen, sowieso? Da fehlte mir ein bißchen (wenn schon, denn schon) die echte Auseinandersetzung.
Regina

DU ISZ DEINE KOHLENHYDRATE, MUTTI

Er ist ein echter Ami-Boy,
und er liebt sein Maschinchen.
Keine Hintergedanken -
ich red von ner Maschine.
Wann zum letzten Mal
bannte dich ein Fernseher?
War es dir nicht scheißegal,
mit wem du letzte Nacht zusammenwarst?

Kein Zurück, reden wir vom Maschinchen!
Läuft dein Motor nicht wie geschmiert,
so fütterst du ihn wohl nicht richtig!
Gib ihm ein bißchen Fett,
gib ihm ein bißchen Gas,
fahr geradeaus durch die Nacht!
Menschengemachtes Räderwerk -
ja, ich liebe seine feine Maschine!
Wer meint,
daß nichts über natürliche Dinge geht -
......... ist ein Blödmann!
Eine giftige Eiche ist
ein natürliches Gewächs,
warum nur tust du dir nix davon ins Essen?
Mir ist es ganz egal,
wenn da irgendwo Chemiescheiß drin ist,
solang der Salat nur knackig ist!
Konservierungsstoffe mögen dich ja vielleicht konservieren,
ja, ich glaub sogar, daß du die brauchst,
ja ja, du vermißt die Dinger!
Menschenbewegte Mechanik -
ja, ich liebe seine feine Maschine!
Er ist ein echter Ami-Boy,
und ich liebe sein Maschinchen.
Den glatt flutschenden Stahl.
Halt den Motor schön warm und trocken,
sei hübsch freundlich zum Blech,
füttere ihn richtig,
deinen mechanischen Liebling!
Dann setz dich hinters Lenkrad
und gib deiner Corvette paar Kohlenhydrate,
dann kriegst du das geilste Gefühl!
Sich reibungslos bewegender Stahl -
ein geiles Gefühl!
Menschengemachtes Räderwerk -
einfach schneller, als du je kannst,
blöder Vegetarier.
(Jefferson Airplane 1972)


Nun breche ich in Stücke

Die heikle Verschränkung von Kunst und Leben: Sylvia Plaths Tagebücher wurden von Ehemann Ted Hughes zensiert, bieten aber manche Überraschung

Der Tod im Gasherd als blendende Apotheose: Kresniks Tanztheaterstück "Sylvia Plath" ist ganz auf dieses Ende hin inszeniert und zeigt exemplarisch, wie sehr die Wahrnehmung der amerikanischen Dichterin bis heute von den Umständen ihres Freitodes am 11. Februar 1963 bestimmt wird. Sylvia Plath hat jedoch ihrerseits an der Verschränkung von Leben und Kunst im Sinne einer autobiographical poetry kräftig mitgewirkt: "Ich bin das Werkzeug tragischer Erfahrungen", notierte sie in ihrem Tagebuch, und das Thema Tod findet sich wie ein Basso ostinato vor allem in ihren späten Gedichten wieder. Zeilen wie "Die Frau ist vollendet / Ihr toter Körper trägt das Lächeln des Erreichten" oder "Sterben ist eine Kunst wie alles / Ich kann es besonders schön" überreden dazu, Kunst, Leben und Sterben Sylvia Plaths in eins zu setzen.

Dennoch ist dieser Blick unangemessen. Er verhindert die Wahrnehmung ihres vielstimmigen Werkes und verkennt, daß sie in ihrem Leben und Schreiben - mal selbstbewußt forciert, mal getrieben, mal hoffnungsfroh, mal verzweifelt - immer wieder neue Masken oder "Selbste", wie sie es nannte, ausprobierte: "Ich steige aus dieser Haut von / Alten Verbänden, Langeweilen, alten Gesichtern / Steige zu dir aus dem schwarzen Wagen der Lethe / Rein wie ein Säugling".

Einen Einblick in die heikle Verschränkung von Leben und Kunst bieten nun ihre endlich auf deutsch erschienenen Tagebücher. Die Aufzeichnungen beginnen mit den Notaten der Collegestudentin in den Jahren 1950 bis 1955 und enden mit Arbeitsskizzen der 29jährigen Lyrikerin, die an dem kurz vor ihrem Tod erschienenen autobiographischen Roman "The Bell Jar" ("Die Glasglocke") schrieb und gerade ihren ersten Gedichtband "The Colossus" herausgebracht hatte. Die 1982 in Amerika zuerst veröffentlichten Aufzeichnungen umfassen jedoch nur ein Drittel der ursprünglich geschriebenen Notizbücher. Ted Hughes, Sylvia Plaths Ehemann, erklärt in einem Vorwort, daß ein Teil "verschwunden" sei und daß er das von Ende 1959 bis drei Tage vor ihrem Tod geführte Notizbuch vernichtet habe, um zu verhindern, daß ihre Kinder bestimmte Eintragungen je lesen müßten. Hughes strich darüber hinaus auch solche Stellen, die seiner Meinung nach schutzwürdige Belange der Familie und der Angehörigen betrafen. Es gibt jedoch auch Auslassungen, die ihn als Retuscheur und Zensor zeigen, der in der Öffentlichkeit ein bestimmtes Plath-Bild durchsetzen möchte.

Dennoch bieten die veröffentlichten Tagebücher eine faustdicke Überraschung. Schon die Aufzeichnungen der 18jährigen im Jahre 1950 verbinden Introspektion - Plath bezeichnete ihr Tagebuchschreiben als "eine Litanei der Träume, der Weisungen und der Imperative" - mit genauester Gesellschaftsanalyse. Der Tagebuchschreiberin bleibt ständig bewußt, daß auch ihr vermeintlich subjektivstes Wünschen, Begehren, Träumen durchsetzt, ja infiltriert ist von einem aus den Fugen geratenen Außen: "Irgendwann gewöhne ich mich wahrscheinlich an den Gedanken von Heiraten und Kinderkriegen. Hoffentlich zerstört es nicht meine Lust, mich in einer sinnlich auftrumpfenden Vieldeutigkeit auszudrücken. Klar, durch Heirat drückt man sich auch aus, aber hoffentlich ist meine Kunst, mein Schreiben nicht einfach die Sublimierung meiner sexuellen Wünsche, denn wenn ich erst mal heirate, sind sie gestillt."

Damit setzt Sylvia Plath ihren Wunsch nach einem Mann, der "intelligent und doch körperlich anziehend und gutaussehend ist", schon unter das Vorzeichen einer unmöglichen Möglichkeit. Wenige Eintragungen später findet sie sich wieder in der Falle der reinen Introspektion: "Heute bin ich häßlich. Die Hoffnung, etwas Männliches anzulocken, habe ich aufgegeben, und das ist für ein weibliches Tier ein ganz schön erschütterndes Übel." Wenig später nimmt sie den Gegenstand ihres Begehrens jedoch rollensoziologisch aufs Korn: "Sich nach einem Wesen des anderen Geschlechts zu sehnen ..., um herauszufinden, daß die meisten amerikanischen Männer Frauen nur als Sexmaschinen mit runden Brüsten und einer praktischen Öffnung in der Vagina verehren können, als bemalte Puppen, die in ihrem hübschen Kopf an nichts anderes denken sollten als daran, ein Steak zum Abendessen zu braten und den Mann nach acht Stunden harter Geschäftsroutine im Bett zu trösten".

Für ein wohlbehütetes, der amerikanischen Mittelklasse angehörendes Collegegirl in den prüden fünfziger Jahren sind das starke Worte. Nicht von ungefähr findet sich nach solchen Betrachtungen des öfteren die Bemerkung: "Ich glaube, ich werde verrückt." Und manchmal überfällt sie Panik, sich zu weit vorgewagt zu haben. "Ich habe Angst, die blanke Hölle hinter meinen Augen könnte durchbrechen, herausschießen wie eine dunkle Seuche." Plath war sich ihrer singulären Position durchaus bewußt - und sie zerbrach daran. Ihr Suizidversuch 1953 in ihrem Elternhaus und die wiederholten Elektro- und Insulinschocktherapien zeigen deutlich, daß das ständige Oszillieren zwischen Anpassung und Widerstand, die Schärfe ihres desillusionierenden Blicks einen hohen Tribut forderten.

Einerseits - und darüber geben die Notizbücher detailliert Auskunft - überließ Plath sich gerne dem "dionysischen Auf und Ab ihres Lebens, dem Sichtreibenlassen im 'Saragossameer' ihres Unbewußten". Andererseits ging es ihr darum, das so gewonnene Erlebnismaterial zur apollinischen Reinheit der Form zu schmieden. Sie fürchtete sich davor, und ihr Formbewußtsein ließ dies auch nicht zu, daß aus der autobiographical poetry, zu der sie sich, als eine Art ecriture feminine, lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab, bekannte, eine bad poetry, der mißlungene Bastard einer aus halb Leben, halb Kunst bestehenden Ausdrucksform, wurde. Und mit Erstaunen stellt man beim Lesen der Notizbücher fest, daß schon bei der 18- bis 20jährigen Sylvia Plath sämtliche Kunst- und Lebensmotive versammelt sind, die ihren weiteren Werdegang bestimmten.

Eine große Zäsur stellt die gleichermaßen produktive wie auch verhängnisvolle Beziehung zu dem englischen Lyriker Ted Hughes dar, den sie 1956 heiratete, der sie 1962 verließ. Als verlassene Ehefrau schrieb sie ab vier Uhr morgens jenen Gedichtzyklus, der sie nach ihrem Tod weltberühmt machen sollte. "Ariel", ein furioses, alle Brücken hinter sich abreißendes Kondensat, darunter auch das Gedicht "Daddy", das mit der Zeile endet: "Daddy, daddy, you bastard, I'm through". "Daddy" war eine Abrechnung mit den wechselnden Vaterimagos in ihrem Leben und implizit mit Ted Hughes. Er war lange Zeit ihr intellektueller Mentor. In ihm sah sie die große Passion ihres Lebens. Doch sie befreite sich von ihm, als sie endlich ihrer eigenen dichterischen Radikalität traute.

Am 26. Februar 1956 notierte Sylvia Plath, wie sie ihren "Traummann" auf einer Party kennenlernte: "Dann geschah das Schlimmste, dieser große, dunkle, wunderbare Kerl, der einzige, der groß genug für mich war, kam herüber und schaute mir tief in die Augen, und es war Ted Hughes." Wenig später zogen sich die beiden in ein benachbartes Zimmer zurück, unterhielten sich schreiend über Rezensionen, wobei "überraschend oft die Worte 'mit dem Verleger schlafen' fielen". "Und dann stellte sich heraus, daß mir das alles klar war, und ich stampfte und schrie ja. Und er stampfte auf den Boden, und dann küßte er mich, Knall, Boing auf den Mund (...) Und als er meinen Hals küßte, biß ich ihn heftig und lang in die Wange, und als er aus dem Zimmer ging, lief ihm Blut übers Gesicht."

Diese Beiß-Attacke wirkt - hinter der von Hughes zu verantwortenden Auslassung - ziemlich unmotiviert. In der 1989 erschienenen Plath-Biographie von Anne Stevenson ist die Stelle unzensiert nachzulesen: "... und dann küßte er mich, Knall, Boing auf den Mund und reißt mir das Haarband vom Kopf, mein schönes rotes Haarband, das die Sonne und viel Liebe überlebt hatte, so eines, wie ich es wohl nie wiederfinden werde, und meine silbernen Lieblingsohrringe: 'Ha, die werde ich behalten', brüllte er". Auslassung Ende und weiter wie oben.

Der Unterschied ist ein Unterschied ums Ganze: Statt als Attacke wie in der zensierten Fassung erscheint der Biß nun als Gegenwehr. Die Auslassungen und die damit intendierten Absichten sind ein Indiz dafür, wie wirkungsmächtig Leben und Werk Sylvia Plaths immer noch sind. Die Leser werden in den Tagebüchern mit einer Autorin konfrontiert, die sich entschlossen hat, das Leben und die Kunst in extremis auszuprobieren: "Nun breche ich in Stücke, die fliegen umher wie Keulen." Bleibt hinzuzufügen, daß die Übertragung von Alissa Walser im Ganzen gelungen ist, obgleich es hin und wieder einige holprige 1:1-Übersetzungen gibt.
Von Bernd Erich Wöhrle

Carpe Noctem

Wiedermal verSchlafen?
Wiedermal MorgenGrauen?
Wiedermal halbseidig eingeschläfert?
Wiedermal zu lang der verkaufte Tag?
Nach wiedermal zu toter Nacht?

Manchmal aus!: Geh schlafen.
Manchmal Abend droht.
Manchmal ganz zeitig erschlaffen.
Manchmal zu bang der rote Sarg.
Nach manchmal zu roher Macht.

Mal abgeschehen davon, wem.
Mal’ ich mir kein Mal aus, wie.
Wird Mahlzeit, was?
Irgendwann Mahl.
Vermaledeit. Fair:Doubt?

PREISAUSSCHREIBEN #4!

Ich weiß nix weiter... Bitte helft mir:

1: Was ist die ultranative Warheut von LAPSUS LIVE 1996?
2: 1999 wird es vom 22.5. 7:34 - 24.5. 1:03 in der gesamten Gemeinde Dü4 Stromausfall geben. Und was wird passieren?
3: Was hast Du verdient?
4: Womit?
5: Wann würdest Du nochmal anfangen?
6: Womit?
7: Deine ersten Gedanken des Morgens?
8: Welcher Name ist Dir für Dich am liebsten?
9: In diesem Heft gibt es einige Rocktextübersetzungen, welcher Text berührt Dich mehr?
10: Würdest Du gern ab- oder zunehmen?
Z: Hast Du soeben gelacht?
Wie ümmer die Loitzungen an Ro Li, Herzschrittmacher 19, 17121 Zarnekla.
Jeder Gewinn lost!

NICHT IN DIE KNIE

Wir flogen von der Schule,
keine Lust auf die Idioten da.
Wir lernten mehr von ner 3-Minuten-Scheibe als jemals dort.
Heutnacht höre ich ne Trommel
vom Nachbarn rüber,
Mein Herz folgt dem Klang
mit meiner Sehnsucht.
Du sagst, du seist müde,
magst nurmehr die Augen schließen
Und deinen Träumen nachhängen...

Wir taten ein Versprechen, wir schworen,
uns immer dran zu erinnern:
Keinen Rückzug, nie aufgeben!
Wie Soldaten in eisiger Nacht mit dem Schwur durchzuhalten:
Nie in die Knie!

Nun scheinen Gesichter von einst grau und alt.
Und glühende Herzen wurden kalt.
Aber ich fühl mich ganz so,
erneut jung zu werden.
Und ich höre wieder, wie deine Schwester uns heimruft
Über den offenen Garten hinweg.
Glaub mir, wir können durchbrechen zu einem Ort, der der unsere ist!
Mit diesen Trommeln und diesen Gitarren!

Wir taten ein Versprechen, wir schworen,
uns immer dran zu erinnern:
Keinen Rückzug, nie aufgeben!
Blutsbrüder in stürmischer Nacht mit dem Schwur durchzuhalten:
Nie in die Knie!

Jetzt gehen draußen auf der Straße die Lichter aus.
Die Wände meines Zimmers sperren mich ein.
Doch es ist gut, mir dein Lächeln vorzustellen,
Wieder deine Stimme zu hören.
Wir können im Zwielicht schlafen, beieinander, unten am Fluß.
Mit offener Weite in unseren Herzen
Und diesen wunderbaren Träumen über unseren Gedanken.

Wir taten ein Versprechen, wir schworen,
uns immer dran zu erinnern:
Keinen Rückzug, nie aufgeben!
Blutsbrüder in stürmischer Nacht mit dem Schwur durchzuhalten:
Nie in die Knie!
(Bruce Springsteen 1984)

BOBBY JEAN

Am nächsten Tag kam ich zu euch nach Hause,
Deine Mutter meinte, du wärst fortgegangen.
Sie meinte, da wäre nichts, was ich hätte tun können.
Nichts, was niemand hätte sagen können.
Ich und du, wir kannten einander, seit wir 16 waren.
Ich wünsche, ich hätts gewußt.
Ich wünsche, ich hätt dich angerufen,
Nur, um wenigsten Lebwohl zu sagen...

Mir hängt meine Jugend an, obschon all die anderen sich abwandten,
Jetzt die Nase darüber rümpfen, wozu sie mal standen.
Wir mochten dieselbe Musik, wir mochten die selben Bands,
Wir trugen die gleichen Klamotten...
Wir nannten uns gegenseitig das stärkste,
Das stärkste, das wir je erlebten!
Oh, jetzt wünsche ich, du hättest mir was erzählt,
Ich wünsche, ich hätte mit dir reden können,
Um halt wenigstens Lebwohl zu sagen...

Ich weiß noch, wie wir durch den Regen liefen,
Wir sprachen vom scheiß Leben unter den Leuten.
Dem wir uns entzogen.
Was solls jetzt, überhaupt nicht, nirgends, niemals
Wird mir jemand verständlich machen, warum du diesen Weg gingst.
Kann sein, du wirst mal auf dieser Straße da irgendwo draußen sein,
In irgendeinem Bus oder einem Zug, der vorbeirauscht,
In irgendeinem Motelzimmer wird ein Radio laufen,
Und du wirst mich diesen Song singen hören.
Wenn dus hörst, wirst du wissen, daß ich an dich denke,
Und an alle die Meilen zwischen uns.
Und ich ruf noch einmal nach dir,
Nicht um deine Meinung zu ändern,
Nur um zu sagen: Liebe, du fehlst mir so sehr...
Machs gut, leb wohl du!
(Bruce Springsteen 1984)

the WHO – Quadrophenia

Dienstag, 29.04.1997 Berlin, Deutschlandhalle: mit PJ Proby (The Punk And The Godfather, I've Had Enough) und Ben Waters (I've Had Enough, Sea And Sand, Bell Boy) als special guests. Während "The Punk And The Godfather" stürzt PJ Proby vom Podium. "Won't Get Fooled Again" wird von Pete und Roger mit Unterstützung Johns aufgeführt. Pete spielte einige Töne von "Dreaming From The Waist". Die Show besteht aus: I Am The Sea, The Real Me, Quadrophenia, Cut My Hair, The Punk And The Godfather, I'm One, The Dirty Jobs, Helpless Dancer, Is It In My Head, I've Had Enough, 5:15, Sea And Sand, Drowned, Bell Boy, Doctor Jimmy, The Rock, Love Reign O'er Me, I'm The Face, Won't Get Fooled Again, Behind Blue Eyes, Substitute, I Can't Explain, Who Are You.

Wenig später treten sie in Zürich auf. Im Tages Anzeiger (CH) steht am 17.05.1997:

Sie haben überlebt, sie singen noch

Die Who am Freitagabend im Hallenstadion, immer bewegend, oft sensationell
VON JEAN-MARTIN BÜTTNER
Als sie zum letzten Mal hier aufkreuzten, Frühjahr 1980, hatten sie das Hallenstadion abgefüllt; das Konzert gelang nur in Teilen. Schon damals hatten die Punker sie unter die alten Säcke rangiert, Mutanten aus den Sechzigern, obwohl sie ihnen so viel zu verdanken hatten oder eben weil. Dafür hielten sie Pete Townshend die Parole vor, die er in ihrem Alter geschrieben hat und seitdem wie einen Grabstein mit sich herumträgt: Er hoffe vor dem Altwerden abzutreten. Und keiner merkte, dass Townshend nicht sich, sondern seinen Schlagzeuger meinte. Doch das ist eine andere Geschichte. Ohne ihren toten Schlagzeuger, aber mit 16 Mitmusikern reisen die Who wieder durch Europa. Zum Sterben ist es zu spät und zu früh. Jedenfalls bekommt man nicht einen Moment lang den Eindruck, die drei Überlebenden litten an sich. Statt senile Jugendlichkeit zu deodorieren, spielen sie ihr Programm altersgerecht, mit brüchigen Stimmen und gelassener Gestik, zusammengehalten durch das fugenlose Spiel der Begleiter, das immer wieder aufflackert, wenn Townshend unanständig in seine Gitarre fährt. Gegen 8000 sind gekommen, die anderen haben etwas verpasst. No Broadway "Quadrophenia" wird auf dieser Tournee in voller Länge dargeboten, Townshends brillante Rocksuite von 1973 über die Verwirrungen eines jungen Pillenschluckers. Vor drei Wochen, bei der Premiere in Kopenhagen bekam man ein Musical vorgeführt, von brillanter Musik zu selten gestört. Gestern in Zürich, inzwischen warmgespielt, aufgerauht, verschwitzt und heiser, haben sie keine Aufführung abgeliefert, sondern ein Konzert, zwei Stunden lang. In den schwächeren Momenten immer noch zu üppig, in seinen Musical-Anleihen immer noch unglaubwürdig, aber als Auftritt immer bewegend, oft sensationell. Die Protagonisten fegten alles broadwayhafte beiseite. Früher unterzogen sie ihre Instrumente regelmässig einer grossen Zerlegung. Heute spielen sie Musik darauf. Man kann nicht alles haben. Vieles, was zu Beginn der Tournee noch gefährlich waberte, ist während der Tournee gebündelt worden. Dadurch hört man die Stimmen besser, und sie sind es, die dieses Konzert auszeichnen, die Stimmen von Pete Townshend und Roger Daltrey. Townshend sang früher zerbrechlich, jetzt stark. Und Daltrey mit der Metallarbeiterstimme kriegt heute die Höhen nicht mehr hin und muss sich schonen. Aber gerade weil er die Geschichte nicht mehr richtig singen kann, wird sie glaubwürdig. "Quadrophenia" war die letzte grosse Platte der Who gewesen, das heimliche Dokument ihrer Zerrüttung, Townshend und Moon auf dem letzten Zacken. Heute abend erklingt es als Requiem, unsentimentale Erinnerung an eine Zeit, die man weder bereut noch vermißt.

Fünf Damen

Hallo Achim, meine grauen Zellen rotierten und rotierten, konnten jedoch den Namen des Damenquintetts noch immer nicht erraten. Allerdings gaben sie Anregung zu einer kleinen Geschichte:
"Hey, Lady Jane, laß uns die Nacht miteinander verbringen!", hatte Jack geflüstert. Dieser eigentlich doch recht ungezogene Satz hatte den Stein ins Rollen gebracht. Es war wohl der einzige Satz, der Jane neugierig genug machen konnte, um nicht abzulehnen.
Nicht daß Jane auch nur im entferntesten daran dachte, mit Jack ins Bett zu gehen. Er war für sie ein Hampelmann. Letztens hatte er sich schwarz angemalt, schwarz! Jane aber war ein Regenbogen, für alles Farbige zu haben - schwarz gehörte nicht zu ihren Lieblingsfarben.
"Geh' nicht!", hatte Angie, ihre Freundin, gewarnt.
Trotzdem ging Jane mit. Vielleicht, weil sie in der letzten Zeit so traurig gewesen war, nichts konnte sie wirklich befriedigen.
Sie liefen durch die engen Gassen, vorbei am "Schwarzen Engel", über die Hauptstraße, hinein in das kleine Viertel, in dem Jack wohnte. An seiner Wohnungstür klebte ein Poster. Drei Frauen standen hinter einer vierten, die im Rollstuhl saß.
Jack schloß die Tür auf und sie gingen in die Wohnung. Alles schwarz!
Jane hatte es geahnt. Einen Impuls zu gehen, unterdrückte sie.
Jetzt war sie einfach nur noch neugierig. Die beiden schritten durch einen langen, dunklen Flur, von dem Nischen scheinbar ins Ungewisse führten. Versteckten sich hier Türen oder waren es verhängte Fenster? Jane blieb im Moment keine Zeit zum Fragen. Etwas bewegte sich im Zwielicht einer der Nischen. "Mama", murmelte Jack. "Hast du deine Mutter dort im Schatten gesehen?", fragte Jane ungläubig.
"Nein, es ist nur die Katze, sie heißt Mama. Ist etwas ängstlich."
Trotz dieser Erklärung war Jane noch beunruhigt. Sie tastete an der Wand entlang und ihre Finger fanden einen Schalter. Beim Betätigen desselben gab es ein knirschendes Geräusch und Jane verlor den Boden unter den Füßen. Sie fühlte, wie sie fiel - tiefer und tiefer. "Jetzt ist alles vorbei!", schoß es ihr durch den Kopf. Warum hatte sie nicht auf ihre innere Stimme gehört, war doch mit Jack gegangen?
Sie schlug hart auf. Ihr Kopf fühlte sich an, als tobten darin wilde Pferde. Jane fühlte etwas Warmes ihre Schläfe hinabfließen.
"Laß es bluten!", dachte sie bei sich, "Es ist sowieso alles vorbei."
Doch es war nicht vorbei - noch nicht. Als Jane die Augen wieder öffnete, war es hell und sie sah sich vier merkwürdigen Damen gegenüber.
Eine der Damen saß in einem Rollstuhl. Seltsamerweise befanden sie sich nicht in einem geschlossenen Raum, sondern eher in einer Art Hinterhof.
Die Mauern ragten hoch auf. Vor dieser Kulisse erschienen die Damen noch eigenartiger. Sie musterten Jane. "Was für eine Schande", sagte die Frau im Rollstuhl, "Jack hat die Klappe noch immer nicht verschlossen!" "Warum mußtest du unbedingt den Schalter anfassen?", wandte sich eine der anderen Damen an Jane.
"Ich wollte doch nur sein Gesicht sehen", flüsterte sie, "ich hatte Angst".
Und sie begann zu weinen. "Die Tränen werden trocknen", sagte eine der Damen. Es hörte sich nicht wie ein Trost an. Jane war wieder in Ohnmacht gefallen.
Niemand hörte je wieder etwas von ihr.
Nur Jack ahnte, was geschehen war: Voodoo! Als er seine Wohnung verließ und sein Blick auf das Poster an der Tür fiel, standen hinter der Dame im Rollstuhl vier Damen.
So, das waren meine abendlichen Hirnrotationen. Bis bald, Ginger

The car is on fire. And there's no driver at the wheel. And the sewers are all muddied with a thousand lonely suicides... It went like this. The buildings tumbled in on themselves. Mothers clutching babies. Dug through the rubble. And pulled out their hair. The skyline was beautiful on fire. All twisted metals stretching upwards... I said kiss me, you're beautiful. These are truely the last days. You grap my hand and we fell into it. Like a daydream or a fever.

Diese Platte ist... Wahnsinn. Die Band kenne ich nicht. Niemand hier kannte bisher diese Band. Sie stammt aus Kanada, heißt Godspeed You Black Emperor und sie hat diese Platte, die als Nr. 027 bei dem Label "kranky" zu haben ist, f#a#¥ genannt.
Es sollte sich unbedingt herumsprechen, daß diese Band am kommenden Sonntag im Star Club Dresden auftreten wird. Der einzige aus dem zehnköpfigen Ensemble, der sich offenbart, ist Gitarrist David Bryant: "Wir waren zuerst eine Live-Band. Unsere Musik ist geschrieben worden, um mit hoher Lautstärke aufgeführt zu werden."
Platte des Jahres, des Jahrtausends
Die Platte birgt drei Stücke, die nur sehr langsam in Gang kommen, sich dann aber hypnotisch steigern wie ein mühsam angeschobenes Pendel, das zwischen Himmel und Hölle hin und her schlägt. Paradiesisch. Diabolisch. Unausweichlich. Im November-Spex stand: "Bei Godspeed: Platte des Jahres, des Jahrtausends. Drunter läuft nichts."
Die erste Sequenz "The Dead Flag Blues" (ca. 15 Minuten), beginnt mit Geigen, die einen Trauerzug zu begleiten scheinen. Dann naht eine Lokomotive, und als sie vorüber ist, gibt eine Westerngitarre einen kargen Song vor, der sich nach und nach verdichtet und in einen Walzer übergeht. Teil zwo, "East Hastings" (etwa 18 Minuten), wird von Soundcollagen eingeleitet. Autos hupen. Ein Straßenprediger verkündet die Apokalypse. Ein Dudelsack mischt sich drunter. Dann spartanisch perlende Gitarrenakkorde, die sich allmählich steigern. Ein Cello hebt an, Instrument für Instrument fällt die übrige Band ein und scheint dem Inferno, dem Ende der Welt entgegenzueilen...
Das dritte, letzte und längste Stück, "Providence" (fast 30 Minuten) wird von einem Dialog eröffnet. "Glauben Sie, daß das Ende der Welt nahe ist?" "Nein, sowas sagt der Prediger, aber ich gebe nichts auf seine Meinung." Die Schlagzeugbatterien suggerieren den Tanz mit dem Teufel, mehrere Tänze, der schönste ist ein Bolero, und der letzte ist der schlimmste. Danach ist alles zu Ende. O Gott. Denn wenn die Platte zu Ende gegangen ist, ringt jeder, dem ich sie bisher vorgespielt habe, um Fassung: Was denn? Schluß? Jetzt schon?" Und es liegt ein Flehen in dieser Frage. Was für ein Platte. Unglaublich schön. Nah am Wahnsinn. F#A#¥ .
von Jens-Uwe Sommerschuh
 
"... we're taking over the country as of tomorrow. All right? That's it... I've taken a contract on the head of the CIA. He's dead in six months unless he quits. This is it.... I don't trust nobody. 
I'd kill you all as soon as look at you, I've got a hammer... where's my hammer?..." 
John Train. 1976

EPITAPH

der der durch ruinen ging
der der auf den gräbern tanzet
der der mit der morgensonne wieder lacht
der der auch noch stößt was fällt
arme pferde streichelnd
der der staub nur war auf euren wegen
der der keine tränen mehr haben soll
der der mit den taschen voller gold voller gold
und lügen

der der mit den vögeln kreischte
der der sturm sät um ihn zu ernten auch
der der ausspeit was nur lau schmeckt
der der seines glückes henker
der der es noch wiederholt wird es auch immer kränker
der der mein verderben sicherlich
der der tollkühn reitend durch die sierra moräna
(Sandow 1992)

(MACHT KAPUTT)

Radios laufen
Platten laufen
Filme laufen
TVs laufen
Reisen kaufen
Autos kaufen
Häuser kaufen
Möbel kaufen
Wofür?

Züge rollen
Dollars rollen
Maschinen laufen
Menschen schuften
Fabriken bauen
Maschinen bauen
Motoren bauen
Kanonen bauen
Für wen?

Bomber fliegen
Panzer rollen
Polizisten schlagen
Soldaten fallen
Die Aktien schützen
Die Chefs schützen
Das Recht schützen
Den Staat schützen
Vor uns

[...]
(Ton Steine Scherben 1971)

GRÜNE LANGE WEITE

Oh Mensch, geschafft! Bin durch, hier ist es gut, dunkle Ecke, aus der Aufmerksamkeit, vom Teller runter. Haben mich doch alle angeguckt, obwohl ich mich ganz klein machte und vorsichtig über die Beine stieg, die Stühle umschlich, mein Blick, als wäre ich ganz konzentriert bei mir und meinem Gestiefel - der blöde Tisch, an den mußte ich natürlich stoßen, der Diawerfer wackelte, das Bild an der Leinwand wackelte, eine Kerze kippte um, erlosch flackernd, nein, ich fluchte nicht auf meiner Flucht, aber alle wandten ihre Köpfe... Endlich sitz ich hier, im unbeobachteten, ich hoffe, alle schauen wieder zur Leinwand. Noch abwarten, erstmal nicht so viel bewegen, nur die Haarsträhne aus dem Auge, so, und auch das nächste Lichtbild betrachten. Aus den Augenwinkeln linse ich jetzt hinüber, sehe paar Leute... Bestimmt spiele ich in deren Gedanken gar keine Rolle, wer weiß. Der da hat vorhin auf dem Fußboden neben mir gesessen, als Geschichten erzählt wurden und Rätsel und wir so viel lachten. Wir alle...
(Da staunst Du, was? Jaja, ich habe Dich ganz genau beobachtet Fingsten 1985.)

NETTER SCHATTEN VON GRAU #6

ich weiß daß ich dich nicht kenne
und was weißt du von mir
doch zeit und raum kollidierten
und hier sind wir, hier sind wir

ich weiß du kannst es nicht verstehen
und ich kann's nicht erklären
aber ein haufen umstände kam zusammen
und hier sind wir, hier sind wir

und ich weiß ich kann die jahre nicht ungeschehen machen
die zeit spiegelt sich im schatten grau
aber oft bin ich verwundert
was alles hätte sein können
und ich halte mich noch imer am gestern fest

und ich weiß wir sind keine kinder mehr
die unschuld verlor sich in einem meer von grau
aber oft bin ich verwundert
was sonst möglich wäre
und ich träume weiter davon dem zu entfliehen

also wo fangen wir an
und was sonst könnten wir uns sagen?
wenn alle striche schon gezogen sind
was sollten wir heute tun?
(fates warning 1996)

TOUR DE LOSE

auf dem schiff einsamer schmerzen
quälen wir unsere leiber
in den segeln baumeln unsere herzen
schweißtriefend von vergangenen weibern

wohin soll denn die reise gehn ich weiß es nicht und ich wills nicht wissen

wir stinken selbst schon wie die fische
und keiner der den wind anbläst
vollbetrunken auf dem tische
unsere köpfe halbverwest

wohin soll denn die reise gehn ich weiß es nicht und ich wills nicht wissen

übers wasser irrt ein schatten
voll von schwarzer energie
trägt im herzriß seine schwester
die halb engel und halb mövenvieh

wohin soll denn die reise gehn ich weiß es nicht und ich wills nicht wissen

ZZZZZZZZIEH ! mich aus dem wortschlamm schwester
daß kreis ich wider kreisen zieh
bis der schwindel flieht dem flusse
der den riß unteilbar spült

wohin soll denn die reise gehn ich weiß es nicht und ich wills nicht wissen

WOLLT DARIN DIE SCHWINGEN HEILEN
und dann bald stromabwärts ziehn
in der mündung nicht verweilen
und auf ewig und auf ewig und auf ewig und auf ewig NIMMERWIEDERSEHN

wohin soll denn die reise gehn ICH WEISZ ES NICHT UND ICH WILLS NICHT WISSEN

NICHT WISSEN NICHT WISSEN
NICHT NICHT
NICH NICH
NIC NIC
NI NI
N N
WEG
-
(Sandow 1992)

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