OVER Nr. 21


LOVER Nr. 21

(erschien 06/99)

Auszüge:

[PRÄACTOR] - [RockRuf] - [RE ¤ act ¤ or] - [Coco] - [Kummer roh] - [Text] - [Der kleine Löwe] - [LichtGestalt] - [Sprüche] - [Fatalia] - [Lesen?] - [Million Miles] - [Still Lovin'] - [Angst] - [Angst2] - [Ohne Handlung] - [Ostern] - [Soldaten] - [Difficult Thing] - [Hobo Blues] - [Believe It] - [Train] - [Frau Uhlisch] - [Frau Meyer] - [Leben] - [Poem] - [Pelzmantel] - [Sommergrün] - [Auf ein Wort] - [Preisausschreiben #7] - [Gewinner] - [Düster] - [Engelsgesang] - [Sonnenschutz] - [Danksagung]

LOVER No. 21

PRÄACTOR

HALLO ROLAND,
Unser täglich' Brot gib' uns heute
und vergib' mir meinen Groll,
denn sie wissen nicht, was sie tun.
Viele Zentner Gewicht gib' mir täglich -
da sie satt sind
und ich weiß nicht: was soll ich tun?
Pferch mich ein in 'nen Kasten
zerreiß mir den Kopf mit Lärm
um halb 7 geht endlich die Sonne auf!
Denn euer täglich Brot gibt euch heute,
was zehrt an der Lebensfreude:
drum will ich den Lapsus nicht.

Ja, das war meine Reaktion auf Lover 18. [...]
Apropos hätte ich allerdings eurer Musiksammlung [CD 2000] ganz sicher noch den "Ghost Dance", also Patti Smith, zugefügt und na klar irgendein "Destroy Babylon" - Bad Brains. Astrid
P.S. Aber ich will gerne weiterhin den Lover.

HALLO ROLAND,
[...] die zweite Kassette A-Seite enthält das SMOG-Album "The Doctor Came At Dawn". Super 'Rausschmeißer'. Total melancholisch und traurig. Die richtige Mittagspausenmusik?
Ansonsten ['99]: Pannach, Jackson, DCD, YES, Rick Wakeman
98: Cacavas, Swans, Oldfield, Hopkins, DCD, Pink Floyd, Neil Young, Flowerpornoes, Dylan, The Who, Jimi Hendrix - tja.
Ich mache euch hoffentlich keinen großen Kummer mit meiner Abwesenheit. Liebe Grüße an die Gemeinde! Achim
P.S. Ich drücke Clemens ganz lieb!

Wir hatten wieder Träume. Wieder konnten wir sie nicht immer von der Wirklichkeit unterscheiden... Roland

ROCK RUF '99 * LAPSUS LIVE NR. 17

DIESES PROGRAMM WURDE PRÄSENTIERT VON ALLEN, DIE ES MACHTEN UND REPRÄSENTIERT SIE REGRESSIV UNAUFGEFÜHRT.
EIN VERSUCH.

DIE KÜRZE DES LEBENS IST NICHTS FÜR VERRÜCKTE

FREITRAG, 21. MAI

16.00 OPEN END (Roland)
Mit Lichtbildern von LL 80 bis LL 98 und ostdeutschen Beatles-Covern.
Begrüßungen, weiteren Installationen unterm Sonnenraum, erster vergeblicher Küchenankopplung (die gelingt erst am nächsten Morgen), Einquartierungen und Blumengießen.

19.00 Was UNS Angst Macht 1 (Nathalie und Roland)
Vorstellen der Idee der AngsTräume unterm Sonnenraum, dort Lichtbild, Grabkerzen, Klaus Schulze "Irrlichter" endlos aus dem Off, alles sonst dunkel bis auf ein Schwarzlicht im Schminkraum "Hexenküche", Spiegel, Angstbilderkopien, Rückzugshöhle in einem stockdunklem, weich ausgelegtem Igluzelt, Begegnungskabinen, Gespenster, Alleinsein; Vortragen Angst-Prolog. (siehe auch Texte im Lover 20 und in diesem Heft)

20.00 Heaven And Hell (Hansi)
Ton-Dia-Vortrag zu einer CD von Joe Jacksons.

21.21 Dead Can Dance 1 (Dirk)
Ton-Dia-Vortrag einer DCDCD. (siehe auch TEXT in diesem Heft)

22.30 Sonnenwende (Roland)
Überarbeitet, am Vormittag neu produziert, eine Liebesgeschichte vom Band mit Rockmusik und Lichtbildern. (Text auf Anfrage auf Papier oder Diskette)

SAMSTAG, 22. MAI

00.00 LichtGestalten (Roland)
Lichtbilder von Fidus, Musik von Ton Steine Scherben.

00.35 Nacht Tanz nacht (Roland)
Gute Rockmusik bis um 3.00 in Lichtbilder getaucht.

10.00 Radio Robotron (Regina, Ginger, Dirk, Hansi)
Und vielen anderen Extras. Live Tanz und Tschwunk im Studio. Es gibt 2 Stunden Mitschnitt auf Kassette. Ebenso die Robotron-Evergriens. Schriftliche Auszüge unterliegen aus Gründen des Taktes und des Geheimnisschutzes der Zensur des Redaktionskollektivs.

13.00 Lesen? Hesse? (Roland)
Zitiert Hesse, u.a. zum Thema Krieg und Gewalt.

14.00 Karl-Heinz wird 13. (Dirk, Julia, Anna, Christin)
Theater zum Brüllen. Es gibt eine Videoaufzeichnung davon, Text auf Anfrage.

15.00 6. Bauernolympiade (Roland, Ginger)
Wegen Nässe draußen diesmal unterm Dach. Kreisspiel "Rippeltippel" und Geschichtenerzählen. Dirk hat die meisten.

16.30 Halbe Märchen Stunde (Ginger, Anja)
Vorlesen.

18.00 HANSI & THE HURRICANS - live! (Hansi, Anja, Micha)
Und alle sangen mit. Songs von Lagerfeuern, Zeltplätzen und Klassenfeiern von 1968 bis 2077.

19.00 Was uns Angst Macht 1 (Nathalie)
Die Installationen sind fertig. Texte und Bilder zum Thema Angst/Gewalt/Krieg werden vor dem Sonnenraum aufgehängt.

19.19 Festplatz-Feststampfen (Nathalie, Imre)
3 Trommeln und einiges Kleinschlagwerk, einstundenlanger Tanz um ein Feuer in der Mitte im Kreis in der Weite auf der Erde.

21.00 YES - Close To The Edge (Regina)
Ton-Dia-Vortrag zum Yes-Album.

22.00 Dead Can Dance (Dirk)
Ton-Dia-Vorstellung einer weiteren DCDCD.

23.00 Sandow: fatalia (Roland)
Ton-Dia-Vortrag dieser starken CD. (die Texte findet ihr paar Seiten weiter)

23.56 Nacht Tanz nacht (Imre)
Musik und Lichtbilder bis um 2.00.

SONNTAG, 23. Mai

10.00 RandaleRadio (Roland)
Müßiggangster, Krieg, aber die beste Musik.

11.00 Rainer bietet Zarnekla-Erkundung an, aber kaum jemand läßt sich ein. Wird nächstes Jahr programmiert wiederholt.

13.00 Mittag mit Neil Young (Roland)

14.00 5 nach 12 (Regina, Dirk, Ginger, Anja, Elisa, Hansi)
Talkshow mit Christiane Sabinsen und 5 lieben Gästen. Livesendung einer Aufzeichnung. Beifall vom Band war nicht nötig! Videomitschnitt liegt vor, Text auf Anfrage.

15.30 LAPSUS-LIGA in Düvier (Roland)
Kicken im Pyjama. Von den zuschauenden Lapsioten zwar unbemerkt doch 7 zu 5 gewonnen.

17.30 Halbe Märchen Stunde (Nina)
Kreis mit Kindern und diversen Gegenständen inmitten. Groß und Klein spinnt Geschichten zusammen.

18.30 Was uns ANGST MACHT 2 (Nathalie, Roland)
Nathalie liest ihr Märchen vom kleinen Löwen, dann Texte zum Krieg und Gesprächs-, Austauschrunde, die hätte noch länger sein können.

20.00 Wenn der Wind weht... (Roland)
Ein Rentnerpaar in England erlebt einen Atomangriff, Roger Waters Musik und Texte in einem Ton-Dia-Vortrag mit Comicfeindbildern.

21.00 Rückkehr zum Mittelpunkt der Erde (Ginger, Laptop)
Ton-Dia-Vortrag zu Rick-Wakeman-Album mit Geschichte.

22.47 Was uns ANGST MACHT 2 (Roland, Nathalie)
Musik und Texte zum Krieg (New Model Army, Jefferson Airplane), Dias, Nathalie liest einen Brief vor, Gedanken zu Männern/Soldaten.

MONTAG, 24. MAI

00.00 LichtGestalten (Nathalie, Roland)
Mari Boine und Feuerbilder. (Texte hier im Heft)

00.32 Nacht Tanz nacht (Roland)
Liebevolles Tanzen bis 2.30, im Feuerbild.

10.00 END OPEN (Roland)
Ton Steine Scherben, Led Zeppelin, Jefferson Airplane, Mick Hutchinson, The Wellwater Conspiracy, Zumpano, Rhombus Of Doom, The Boys, Stonebreath ("Listen, Listen" Mehrfach gewünscht), Green Pajamas, Country Joe & The Frond, The Lazily Spun, Atman, The Dipsomaniacs, The Last Day Of May, The Kitchen Cynics, Warser Gate, Alphane Moon.

(Na gut für die Spezies: außerdem wurde auf unserem Fingstfest Musik gespielt von: Anger77, Champanger, Shiver, Eugenius, No Name, Butterglory, Wake Ooloo, Levitation, 456?!, Edwyn Collins, Phoenix Quicksand, Sugartree, Band Full Of Leroys, Manic S.O.X., Öffentliches Sterben, Lombego Surfers, Jamboree - Jörg Gehlert, Cimt, Refugees, Killrays, New Rosa, Butter, King Walrus, ZK, Teenage Fanclub, Skunk Anansie, Sparklehorse, Head On Fire, Endless, Syria, u.v.a.m.)

RE ¤ act ¤ or

AN EUCH!
Pfingstmontag, nachts
Es ist wieder still geworden in Zarnekla. Daß Lapsus wieder vorbei ist, darüber können auch nicht die stehengebliebene Musikanlage, die noch nicht entfernte Dekoration hinwegtäuschen. Jetzt wird offensichtlich, was Lapsus ausmacht: die Menschen. Und ich vermisse Euch alle: Die glücklichen Kinder, die unseren Weg in einen silbrig glitzernden Bach verwandelten und mit Genuß den ganzen Tag Äpfel aßen ("...die schmecken mir soooo gut...!"), die lieben, freundlichen, fröhlichen Gesichter überall, die Musik, Gitarrenklänge, Geplauder, das Hin-und-Her der vielen Leute in Haus und Scheune...
Und auch wenn wir heuer weniger waren, als letztes Jahr - insgesamt 36 Leute, davon 14 Kinder (!) - so war es für mich doch der unverkennbare Lapsus-Trubel.
Es war schön. Für mich und - Euren Worten beim Abschied zufolge - auch für Euch.
Wir haben die Küche wieder umgeräumt, einige Fundsachen gesammelt, uns einen Überblick über die nicht verbrauchten Nahrungsmittel verschafft... Nina und Milan sind noch hier, aber wir werden nicht mehr trommeln. Wir sind alle müde. Ich wollte so gerne noch die Musikanlage stehenlassen, auch den Diawerfer... wollte nochmal tanzen... aber es ist zu still. Es ist nicht das gleiche. Ihr fehlt. Ich meine Euch alle.
Ich habe mich heuer sehr wohl gefühlt. Erstmalig allergiefrei konnte ich alles viel bewußter miterleben. Auch wenn Roland und ich noch viel an unseren Beiträgen zu schaffen hatten und leider nicht bei allem anwesend sein konnten, wo wir es uns gewünscht hätten, habe ich doch viel mitgenommen: Bei der Fertigstellung der Angsträume bekam ich die Musik von Hansis Joe Jackson-Vortrag sehr schön mit, sah dann später auch noch ein paar der Bilder...erlebte das Ende des reihum erfundenen Märchens von Nina&Katrin, was mich sehr berührt hat ... hörte das fröhliche Lachen beim Ribbeldibbel-Spiel, die Theaterstücke waren beide sehr lustig, die Songs gehen einem wieder mal als Ohrwürmer kaum aus dem Sinn... ich hätte mir mehr Tänzer gewünscht, aber es war auch so schön: allein mit Roland Freitag Nacht und dann mit Nina und Rainer am Sonntag... besonders und wiederholenswert ist für mich das Feuertrommeln und Tanzen am Festplatz: das ist so ein schöner Ort... wie die Diskussion sich bei unserem Angst-Macht II-Beitrag entwickelte, hat mir gut gefallen. Vielleicht wäre das eine Anregung für die Lapsus-Zukunft: nicht nur berieseln, sondern miteinander zu tun haben... ich habe ein Stück von Dirks DCD-Vortrag gesehen...
Mir scheint, wir sind uns manchmal heuer sehr nahe gekommen. Vielleicht, weil wir weniger waren, als sonst und alles nicht so straff war. Vielleicht ist das jetzt nicht genau das richtige Wort, aber vielleicht versteht ja doch manche(r), wie ich es meine. Für mich ist die Auseinandersetzung mit den Themen meiner Beiträge noch nicht abgeschlossen. Ihr findet hier im Lover das Löwen-Märchen nochmal zum Nachlesen. Und zum Thema Angst wird vielleicht noch das eine oder andere folgen. Eigentlich habe ich bei Lapsus nur die ersten groben Umrisse gezeichnet. Ich bin gespannt, was noch draus wird.
Ich möchte nochmal erinnern, daß Anregungen und Ideen zum Thema "Krieg - was können wir tun?" an die Redaktion geschickt werden sollen. Auch für Gedanken und Reflexionen dazu wäre ich dankbar.
Und neugierig bin ich auch: was haben die erlebt, die in den Angsträumen waren? Das war ja ein Versuch, von dem ich nicht wußte, wie er angenommen wird. Ach, es war schlicht und einfach schön und ich habe mich sehr wohl gefühlt! Denn wichtig ist für mich bei Lapsus vor allem die Atmosphäre. Und die erlebe ich immer sehr freundlich. Ich bin Euch auch sehr dankbar, daß es mit Abwasch und so wirklich sehr gut klappte. Ich war vorher schon manchmal ganz schön nervös, was da wohl auf uns zu kommt mit der Organisation und dem Kochen usw. Ich habe sowas noch nie gemacht, aber ich habe jetzt eine Erfahrung und zwar eine gute. Uns ist zwar sehr viel übriggeblieben - erfreulich ist aber, daß wir nach Abzug der Restbestände mit der Abrechnung so etwa auf Null herauskommen - wobei wir vernachlässigt haben, was aus unseren Vorräten verbraucht wurde.
Was wir mit der vielen übrigen Butter anfangen werden, wissen wir noch nicht so recht (Buttercremetortenschlacht, Ganzkörperbiobutterpackung, Katzenfutter...)
Eine Erfahrung ist auch, daß es mehr Nudeln und weniger Gerste geben sollte und das Würzen für so große Mengen muß ich wohl irgendwie noch üben - ich bin da für jeden Rat dankbar.
Übrigens: Kaffee war da, das hat nur keiner gemerkt und auch keiner gefragt und wir haben es schlicht und einfach vergessen, da wir selbst fast nie Kaffee trinken...
Seid alle ganz herzlich gegrüßt (auch die, die diesmal nicht dabei sein konnten..), alles Liebe Nathalie

HERZSCHRITTMACHER
Denn das ist doch LAPSUS live oder etwa nicht? Mir ging's nie darum, möglichst viel verschiedene Musik zu hören - das ist ganz schnell xbeliebig, endlos monoton reizend - derart nimmersatt bin ich nicht, in diesem Sinne bin ich weiterhin Single-Hörer, die Taste auf Unendlich gestellt. Denn das eigentliche, was geschieht, sind die Gefühle, die Schauer, das Nahekommen, das Berühren und Berührtwerden, die Ahnungen, Erfahrungen und Weisheiten um die Liebe. Was passiert und wie geht es mir. Und dir. Welchen Sinn haben Tonträger, die sich nicht nur einmal abhören lassen, warum machen wir bei LAPSUS live nicht nur Livemusik, "tja": wieso wird nicht zu jedem Titel, der zu Fingsten beim Tanzen abgespielt wird, ein Gruppenporträt samt Diskografie und Lebensverläufen der Musiker geliefert? Mir kam's heuer sehr le-bendig vor mit vielen freien und glücklichen Momenten. Ich habe auch gerade ein Konzept fertig, das ich am 21. 6. dem Arbeitsamt vorlegen werde, um eine LAPSUS e.V.-ABM zu beantragen, zumindesten LKZ, Vorabsprachen waren erstaunlich aussichtsreich. Dann hat LAPSUS live endlich den Stellenwert, den es hat. Und denen, die mich fragten, was es denn eigentlich da so viel zu tun gebe, empfehle ich - wie ich's auch dem AA empfohlen habe - dochmal LAPSUS live bei sich zu organisieren und zu machen: incl. (!) Lagerfeuerplatz, Tanzfläche, Zeltstellplätzen, Schlafmöglichkeiten für alle, Verpflegung, Parkplätzen und guten Wetters (und der besten Musik und so guten Dias, daß niemand merkt, wenn sie mal kopfstehen...). Damit sage ich, daß ich es selbstverständlich schade finde, nicht bei allen Veranstaltungen dabei gewesen zu sein. Ich war mit dem Herzen dabei. Oder in Dubei oder so oder umgekehrt oder so. Und ich will hier auch enthüllen, welche  Beiträge ich für am besten halte: das war z.B., wie lieb für Frieda gesorgt wurde. Genau das meine ich und ich fange natürlich jetzt an zu tropfen... Auch das will ich  nochmal klar sagen: ihr seid eingeladen, nicht nur aus der Wehmut heraus "LAPSUS for ever" oder weil es hier schön grün ist - einfach eingeladen für Besuche übers Wochenende oder länger, wo ihr auch ganz ungestört sein könnt oder wir uns die Vorträge zeigen, die wir live verpaßten oder sonstwas - das ganze Jahr lang! (Ganz begeistert bin ich von Dirk, auch wenn und auch weil es zum Helfen war, Du hast uns einige Depressionen erspart. Und wenn sowas eben öfter passiert, wird nicht "nur" Depri abgebaut, sondern Lust weiter aufgebaut.) Roland

WAS MACHEN WIR ZU PFINGSTEN, ...?
Jedenfalls scheint es doch noch eine Alternative zu einer Fahrt nach Karl-Marx-Stadt zu geben: Lapsus Life!
Am Freitagabend war wahrscheinlich nicht nur mir mulmig zumute, als sich abzuzeichnen schien, daß nur sehr wenige kommen würden. Hansi zeigte Dirk seinen Vortrag und umgekehrt - das war wohl nicht ganz Sinn der Sache... Doch am Sonnabend erhöhte sich die Teilnehmerzahl in erfreulichem Maße, so daß sich doch noch eine echte Lapsus-Life-Stimmung einstellte. Dazu trug natürlich auch das abwechslungsreiche Programm bei: Man konnte die "üblichen" Dia-Ton-Vorträge bewundern, Märchen lauschen, Theaterstücke beklatschen, Radiosendungen verfolgen, tanzen, trommeln, fußballern, mit Coco spielen, einen Angstraum erforschen, Möhren schälen u.v.m.
Eigentlich müßte ich an dieser Stelle üblicherweise mit dem Loben der - aus meiner Sicht - gelungensten Beiträge beginnen, aber das würde einfach zu sehr ausufern; außerdem denke ich, daß es in diesem Jahr vor allem die gesamte Atmosphäre war, die Lapsus zu einem Erlebnis machte. Es war einfacj eine große Freude, das Miteinander der Lapsoten zu beobachten, und noch schöner, sich darin aufgehoben zu fühlen. Ich kann es nicht leugnen, daß Radio Robotron für mich ein besonderer Höhepunkt war - immerhin steckten Tage voller Arbeit und Spaß darin, was hoffentlich zu merken war. Die Reaktionen des Publikums und die immer mal wieder aufflackernden Gesangssessions (Dubai, dubai, dubai...) machten mir - und bestimmt auch Ginger - Lust auf ein neues RR im nächsten Jahr. Großer Dank gilt dabei vor allem Hansi und Dirk, die musikalisch zur Höchstform aufliefen. Roland gab den Anstoß für die Aufzeichnung, und jetzt hören wir nur noch einen Sender...
Absolute Spitze war das Kindertheaterstück "Karl-Heinz wird 13" - eine Glanzleistung aller Darsteller. Julia war total süß in ihrer Begeisterung und ihrem Aufgehen in der Rolle. Anna überzeugte als tussihafte Kellnerin - doch wer war dieser steife, verknöcherte Alte, der sich nach der Vorstellung als Christin verkleidete? Ja, Dirki, du warst auch schön debil - weißte doch! Tja, da konnten wir Verwachsene uns echt 'ne Scheibe abschneiden - aber Gott sei Dank spielten ja drei Kinder mit! Wenigsten kam die Talkshow-Musik gut rüber und auch ein paar Gags. Ich weiß doch, daß es auch Spaß gemacht hat, aber ganz kann ich meine Ansprüche halt nicht vergessen... Im nächsten Jahr wird alles besser, aber vieles anders oder so...
Die Kinder kamen nicht nur bei Radio + Theater + Cocodressur (vergeblich, er(!) blieb lieb) voll auf ihre Kosten, sondern auch bei den verschiedenen Märchenlesungen, aber auch die "Großen" waren beeindruckt von den Sprachbegabungen Ginger und Nathalie. Roland wollte wohl Hansi als Hans Dampf in allen Gassen Konkurrenz machen. Nein, Roland, wir haben es auch diesmal wieder nicht gemerkt, daß die Vorträge buchstäblich in letzter Minute fertig oder eben nicht fertig waren - du bist selbst schuld, wenn du immer darauf hinweist! Insbesondere die Musik von Sandow fand ich wirklich überraschend geil. Und ich habe die Texte wiedererkannt - es gibt noch aufmerksame Loverleser (wenn schon kaum aufmerksame Lover...)! Ginger & Hansi habe ich mündlich für ihre Beiträge bereits ausführlich gelobt ("Sehr gut, Hansi!" - "Weiter so, Ginger!"), so daß es mir an dieser Stelle genügt, mich auf neue Vorträge zu freuen.
Zum Angst- und Kosovothema werde ich ich noch gesondert was von mir geben, es war auf jeden Fall angebracht, darüber zu diskutieren, auch wenn man wahrscheinlich längeren Anlauf bräuchte, um zu Wesentlichem vorzustoßen.
Vielen Dank an Rolamd & Nathalie für all' die Arbeit, die in so einer Lapsusvor- und sicher auch -nachbereitung steckt (zumal wenn irgendwelche Chaoten ihre ***eimer stehenlassen).
Jedenfalls hat es mir auch in diesem Jahr wieder viel Spaß in Neustrelitz gemacht, und ich freue mich auf Lapsus 2000! Regina

HALLO, LIEBE ZARNEKLERANER,
wir schwelgen immer noch im Nach-Lapsus-Fieber. Gestern haben wir Hansis Gebutstag gefeiert und dabei Radio Robotron gehört und die Theaterstücke angesehen. Und ich muss immer wieder feststellen, dieses LL war eines der schönsten, die ich erlebt habe, ähnlich geht es Hans und Lisa, die sich besonders über die Freundschaft zu Julia freut. Deshalb also auch gleich unsere Reaktionen für den Lover:
Gerade bin ich aus Zarnekla zurück und voller Freude. Für mich waren es wieder einmal ein paar schöne Tage unter Freunden, angefüllt mit Infos, Spaß und Entspannung. Nicht mal das Plumpsklo hat mich diesmal wirklich verschreckt. Und nun sitze ich hier und denke zurück.
Spaß hat mir vor allem das Theater gemacht - einmal das Zusehen (Das Karlheinzwird13-team war einfach prima!) und zum 2. das Spielen und natürlich Radio Robotron. Spaß gemacht haben mir auch die Vorträge von Regina und Dirk. Wie immer ein Augen- und Ohrenschmaus. Auch das Märchen von Nathalie war schön. Leider habe ich den Anfang verpasst. Aber ich denke, im Lover findet sich dafür bestimmt auch ein Plätzchen? und so kann ich das Versäumte ja nachholen. Spaß gemacht hat mir auch der Angstraum. Angst hatte ich in diesem kleinen Gruselkabinett zwar nicht, ich war mir einfach zu sicher, dass mir nichts Ernsthaftes passieren kann, und so habe ich die Tasterfahrung einfach genossen - mit Schmunzeln und etwas Vorsicht (schließlich gab es ja Stolpersteine...). Aber da bin ich schon beim Ernsthaften. Eines hat der Raum oder mehr die ganze Aktion schon bewirkt. Ich habe etwas mehr über das Thema nachgedacht. Ich glaube, am meisten Angst habe ich vor der Macht der Normalität, die immer wieder zugreift und der man sich letztlich nicht entziehen kann. Egal, ob man Steuern zahlt oder nicht - mal abgesehen von den Steuern, die wir ohne es beeinflussen zu können, zahlen (für all das, was wir nutzen). Und es gibt da die Angst davor, sich der Angst auszuliefern und darunter begraben zu werden, nicht mehr lachen zu können, womöglich bei jedem Lächeln ein schlechtes Gewissen denen gegenüber zu haben, denen es nicht so gut geht wie mir. Bei aller Verantwortung, die wir persönlich übernehmen können und müssen, darf uns nicht entgehen, dass es noch mehr im Leben gibt. Die Diskussion war gut und wichtig, um über einiges klarere Sicht zu bekommen, den eigenen Standpunkt zu konkretisieren. Vor allem Roland und Nathalies Beiträge zum Krieg waren dazu angetan. Aber es hat mich auch erschüttert, mal wieder zu der Ansicht zu kommen, dass wir an die Wurzeln des Übels nicht herankommen. Es ist alles fest miteinander verwoben - auch mit den Menschen und Dingen, die wir lieben oder von denen wir leben.
Interessant fand ich auch, dass fast alle Vorträge ohne vorherige Absprache sich mit irgendeiner Form der Angst beschäftigten.
Sehr passend, leider nur von wenigen mitbekommen (Freitag), war da Hansis toller Joe-Jackson-Vortrag "Heaven and Hell". Ich empfehle eine Wiederholung nächstes Jahr. Ebenfalls für Dirks ersten Dead-Can-Dance-Vortrag, der, da erst ein kleiner Teil der Lapsoten anwesend waren, viel zu wenig Zuschauer hatte. Aber diese "Sendeplätze" müssen ja auch vergeben werden.
So liebe Grüße und Dank nun noch an die Zarnekleraner. Ginger

LAPSUS BEGANN DIESMAL
für mich wirklich schon am Freitag. Wann denn sonst, werdet ihr sagen, aber diesmal war mit dem Ankommen in Zarnekla auch der Alltag hinter mir geblieben. Es lag sicher auch an meinem Termin für Joe Jackson. Dabei hat mich eigentlich nicht gestört, daß relativ wenige Leute zusehen und -hören konnten.
Ich hatte von Anfang an das Gefühl, daß ich die Beiträge diesmal intensiver als sonst aufgenommen habe. Die Vielfältigkeit der Beiträge war da sicher sehr hilfreich. Dirk und Regina hatten wieder mal das absolute Gespür für die Kombination von Bild und Musik. So konnte ich hier richtig in der Musik versinken.
Radio Robotron war dann für den Morgen eigentlich ein perfekter Einstieg. An der Technik war es keine Arbeit, sondern absoluter Spaß, hier mitmachen zu dürfen.
Ich bin absolut begeistert, daß sich bei Lapsus als Muß Theaterstücke einschleichen. Nach "Karl-Heinz wird 13" freue ich mich jetzt schon auf "Karl-Heinz wird 14" im nächsten Jahr. Tolle Schauspieler in einem tollen Stück.
Besonders froh (so hinterher) war ich, daß ich bei Christiane Sabinsen mitmachen durfte (Ich hätte ja nie gedacht, daß ich das bringe, um mal mit Brunhilde zu sprechen.). Ich freue mich eigentlich jetzt schon auf das Konzept von Regina für das nächste Jahr.
Ein besonderes Erlebnis war für mich der Abend am Feuer mit den Trommeln. Sicher hätte ich selbst nie ein Instrument genommen und so war es genial, daß Roland mir einfach etwas in die Hand drückte. Es dauerte auch nicht lange, und ich konnte mich dem Rhythmus nicht mehr entziehen.
Die Umsetzung des Themas Angst fand ich äußerst interessant. Die Beiträge von Roland und Nathalie und vor allem auch das Gespräch haben mir geholfen, mir über meine Gedanken und Positionen zu diesem Thema klarer zu werden. Das gilt besonders für den gerade laufenden Krieg, den die NATO führt. Mich hat dabei besonders beeindruckt, wie "Wenn der Wind weht" hier in Beziehung gesetzt wurde.
Einen kleinen Wermutstropfen gab es für mich am Sonntag, als Judith "Die Rückkehr zum Mittelpunkt der Erde" vorstellte. Gerade bei dieser CD, die für mich eigentlich ein zusammenhängendes Stück ist, nahmen die Störungen von Außen manchmal doch viel von der Wirkung der Musik und der Bilder. Da ich weiß, wieviel Arbeit Judith in diesen Vortrag steckte und wie sie sich bemühte, die Gesamtheit der CD rüberzubringen, tat es mir besonders weh. Es ist schön, wenn jemand lernt, seine Gefühle auszudrücken. Für mich bleibt jedoch die Frage, ob es eine Rechtfertigung ist, wenn man sich besser fühlt, auch wenn andere sich dadurch schlechter fühlen.  Lapsus '99 hat mir viel Lust gemacht, auch 2000 so eingespannt zu sein, wie ich es diesmal war. Hansi
P.S. Wir sind schon wieder an neuen Vorbereitungen.

HALLO NATHALIE, HALLO ROLAND!
Ich möchte Euch danken nochmals für die, wie ich zu großen Teilen empfand, liebevolle Atmosphäre, die Ihr geschaffen habt. Meine Irritation bzgl. der erlebten Offenheit und den empfundenen scharfen Wechseln zu Momenten, wo ich wenig Bezogenheit auf ein - zueinander empfand, fühle ich auch gerade im Nachhinein noch als sehr schmerzhaft. [...] ich mag gern an dem mit/bei Euch begonnenen Ideen weiterarbeiten, konkret werden zum Frieden/Krieg. [...] Im Endeffekt möchte ich, daß alle gemeinsam und/oder jeder Einzelne durch die Auseinandersetzung/Beschäftigung an diesem Wochenende klarere Handlungsmöglichkeiten sieht, den eigenen Anteil am Krieg da unten zu beeinflussen, die Energie dort zu entziehen (Stecker raus) im besten Fall. Bis denne Rainer

Hallo [Achim]!! Wir sind natürlich schon am Schreiben von Eindrücken. Es war ja ein bißchen schade, daß du diesmal nicht da warst, erst recht bei dem Programm. Na Radio und Theater wurden ja mitgeschnitten ("Karl-Heinz wird 13" und "Christiane Sabinsen"). Wir werden sicher bald mit konkreteren Texten rüberkommen.
Gruß Hans & Ginger

lieber leo-chim, lapsus ist kein lapsus ohne dich! schmerzhafte erfahrung für viele, die eigentlich auch / nur wegen dir nach zarnekla gekommen sind. es war "heuer" etwas intimer, kleiner und nicht so woodstock-like stressig wie sonst, wenn das hauptproblem, die kulinarische versorgung der lapsus-konsumenten, im mittelpunkt steht.
aus diesem grund stand bei diesem lapsus das sprechtheater im mittelpunkt, weil musik-mässig nur wiederholungen möglich waren. du hast einfach gefehlt. wir haben dich vermisst!!! wir lieben dich! liebe gruesse sigrid + dirk
p.s. wer ist leopold? (wegen schizophrenie gibt's doch ärzte!)

HEY ROLI & NATHALIE!
So lasse ich meine Gedanken nach dem gestrigen Telefonat, das mir sehr gut tat, nochmal um LAPSUS LIVE kreisen. Kurzum, Lapsus Live hat mir tierisch Spaß gemacht & ich fands bedauerlich, daß es so schnell wieder vorbei war. Leider konnte ich erst ab Sonnabend dabeisein. Pünktlich zu Radio Robotron, witzig gemacht von Regina & Ginger (Spitze!!) kam ich mit Milan an. Diesmal waren auch zwei meiner Weibergespinste-Frauen mitsamt Familie dabei, das fand ich besonders gut.
Mir ist es zu blöd, über die zu meckern, die nicht kamen oder über das Schmalkost-Programm klagten. Ich finde, es waren genau die richtigen Leute da. Nämlich die, die wirklich Lust auf Lapsus Live haben. Und die haben dann auch was davon. Mir isses z.B. völlig schnurz, ob ich einen verflossenen Vortrag nochmal erlebe oder er absolut brandneu ist. Für mich ist es wichtiger, daß was rüberkommt & mir die Gänsehaut den Rücken hoch- und runterrieselt. Und ganau das ist tatsächlich dauernd passiert.
Ich kam ins Schwingen & Schwitzen auf dem doch so kalten Boden, mein Körper bewegte sich ganz von alleine. Es war, als ob ich lange darauf gewartet hätte. Lapsus-Fieber? Ob Dead Can Dance, die Reise zum Mittelpunkt der Erde, Rolis & Nathalies Vorträge mit Musik & wunderwunderschönen Liebes-Dias (die Hand auf die Brust meines Mannes gelegt... berührte mich sehr!), ich kam jedesmal richtig rein & schwelgte in Seh-Hör-Tuchfühlung.
Ich empfand viel Nähe zu den anderen. Es mußte gar nicht immer so benannt werden. Ich spürte es an jedem, Lächeln, Offenheit, Rumflaxen, der ganzen Atmosphäre, beim Essen - es war meist kuschlig & angenehm...
Highlights gabs für mich 'ne ganze Menge. Natürlich die Theaterstücke (Dirk, ich hab sone Lust gekriegt, mal mitzumachen ...). Die Lapsus-Hits höre, singe & tanze ich bis heute noch. Hansi & Band mit Sängerin war richtig lustig, weils immer besser wurde & wir so richtig euphorisch mitsingen konnten! Und das Fußballspielen hat mir schon ewige Jahre nicht mehr sonen Spaß gemacht! Ob das am Nachthemd gelegen hat? Mir ist sehr vieles dabei wie nebenbei zu Bewußtsein gekommen. Wie gehemmt & zurückhaltend einige gespielt haben (die Dresdner Fräulein-Liga, & Rainer jonglierte mehr, als daß er seine männliche Kraft ausspielen konnte...). Und daß auch ich letztes Jahr mich überhaupt nicht traute, aber seitdem einen Riesensprung gemacht habe. Ich finds schade, daß wir Frauen so verunsichert werden (ich hab ja bis zur 8.Klasse aktiv Fußball gespielt - wohin hat sich meine Kraft dann verflüchtigt?) & uns selber hemmen, bis wir saft- und kraftlos die Das-kann-ich-nicht-Weibchen werden. Aber ich sehe auch, wie das wieder rückgängig zu machen ist. Und ich spüre es an meiner eigenen immer mehr wachsenden Vitalität & riesigen Energie. Mein Körper belohnt mich, wenn ich ihm wieder vertraue.
Richtig geil fand ich das Tanzen, Trommeln am Feuer, als wir den Festplatz einweihten. Es hätte noch viel länger gehen können, ich kam da gegen Ende erst richtig in Fahrt. Und das Tanzen sowieso dann nachts, als fast alle schon gegangen waren. Das war ein Nach(t)schlag ganz besonderer Art. Mit Imre auf der Tanzfläche ganz & gar verwildern - fühlt sich traumhaft an! Und mit Roli, Nathalie & Rainer zu hotten war irre!? Jedenfalls kamen mir danach deutliche Bilder & Botschaften. Und ich bin mit Rainer im Morgendämmer noch über Wiesen & Felder gestapft. Es nahm alles kein Ende! Die Märchenstunde mit den Kindern war sehr lustig. Mit all den Faxen ist es doch eine runde überraschende Geschichte geworden, die wir uns im Kreis erzählten. Katrin weiß schon, wie frau Fäden spinnt... Im Angstraum unten waren wir auch. Milan hat uns durchgeführt & am anderen Ende am Geheimausgang wieder hinaus! Nathalies Märchen war so schön! Und dann nahtlos weiter Rolis Zitate zum Krieg. Und unsere Diskussion, auch die abends, ich war ganz lausch.
Zu Rainers Aus-Bruch möchte ich noch sagen: Für ihn war es in Ordnung so & hatte seine Berechtigung. Für mich aber war es ein Ein-Bruch, denn wir wollten tatsächlich Gingers Vortrag hören/sehen & empfanden die vielen Vorträge bestimmt nicht als Gehirnwäsche. Wer nicht mehr kann, kann ja gehen. Und für das Jahr Vorfreude nehme ich auch gern ein geballtes Programm in Kauf. Ich bin ja auch deswegen dabei. Klar dauert das Sackenlassen & Verarbeiten viel länger.
Ich freue mich also sehr auf das nächste Lapsus Live. Und schön, daß von dir, Roli, das Angebot kam, auch zwischendurch in Zarnekla high life zu machen. Die Anlage steht noch im Sonnenraum & wartet auf Leute, die sich mit ihr anlegen bzw. was einlegen & sich dann in die Musik reinlegen! Ich wäre auch gern mit von der Partie, z.B. Theater mit Dirk & Regina u.a., ist das machbar? Gern auch mit Gesang & self-made-Musik. Das proben wir ja in der Fabrik im wüsten Friedelhain öfter mal beim Tangoabend freitags!
Das reicht erstmal. Da ist mir doch noch ne Menge Lapsus eingefallen. Ich glaube, daß es Kräfte in mir freisetzt, wenn ich mich positiv auf wichtige Sachen einstimme. In diesem Sinne alles Liebe von  Nina!

IN LETZTER SEKUNDE TRAF ER EIN
Karl-Heinz hatte Vaterprobleme - er hatte einfach keinen mehr, nachdem sich Clemens wegen zu erwartender Überlänge des nach Karl-Heinz benannten Theaterstückes des Vaterdaseins entledigte - mit Tränen in den Augen. Roland sollte die Lücke füllen, um dem Projekt "Kinder machen Theater" doch noch zum Erfolg verhelfen zu können. Denn die Aussichten auf einen überzeugenderen Vater (in diesem Falle zumindest) waren zunächst eher gering. Jedenfalls ließen die Vorgefühle in bezug auf Lapsus einen angemessenen Optimismus in dieser Hinsicht nicht wirklich zu: Wer wollte denn überhaupt noch kommen?! Und wenn sich schon in Clemens kein verkappter Vater, alias Karl-August, verbarg, oder wollte er es nur nicht wahrhaben - in wem dann??
Nein, natürlich, Roland war schon dicht dran, wollte sogar, Gerüchten zu folge, beim Einwohnermeldeamt in Zarnekla(?) eine Namensänderung vornehmen lassen, um sich ganz als Karl-August fühlen zu können, aber letztendlich fehlte ihm wohl der Mut - auch zu den Konsequenzen, die damit verbunden waren - jeden Tag einen Hackepeter, äh, Krombacher bitte oder so! Und meistens bleibt's ja nicht bei einem! Mit Roland, dem ältesten Kind, war nun alles abgesprochen. Wenn schon keine Namensänderung, so sollte er die Rolle des Karl-August wenigstens spielen.
Am Freitag war Anreise in Zarnekla, und als wir (ich und Regina) ankamen, war noch keiner weiter da. Es war, als wären schon wieder alle abgereist und Lapsus vorbei. Das machte mich wütend! - 'Dann spielen wir eben für uns selbst', war mein erster Gedanke, und ich war wieder guter Dinge - so guter Dinge, daß ich mir einzureden begann, daß Lapsus ohne all die vielen nervenden Teilnehmer, die immer nur ihren eigenen Senf abgeben wollen, ohne meine echt tollen Beiträge zu beachten, viel besser für uns, äh, für mich sein könnte.
Aber denkste, Puppe! Plötzlich stand da Julia vor mir und gab mir den Auftrag, die Dresdner Mädchen vom Bahnhof abzuholen. 'Was?!!' dachte ich innerlich, 'Lapsus nicht ganz für mich alleine' - und natürlich hätten die Zarneklaraner auch mitmachen dürfen, da sie nun schon mal da waren. Aber jetzt auch noch die Dresdner Mädchen! Na gut, Anna konnte ich ja noch akzeptieren, da sie eine wichtige Rolle als Kellnerin zu spielen hatte. Und ich konnte sie ja kurzer Hand nicht wieder ausladen (was auch ein unverzeihlicher Lapsus gewesen wäre, wie sich später bei der Vorstellung herausstellte), und man stelle sich vor - Roland in einer Doppelbesetzung, nun auch noch als Kellnerin, denn irgendjemand mußte diese Rolle ja spielen, da die anderen mit ihren Rollen schon voll ausgelastet waren (Mutti, äh, Julia als exzellente Mutti - ach wäre ich doch noch mal ein Kind!, Frieda, Clemens, Nathalie und Regina als uneingeschränkt begeistertes Publikum).
Ich fuhr also mit dem Auto zum Bahnhof, die Mädchen abzuholen. Ich hatte mich schon wieder soweit im Griff, auch Maria freundlich begrüßen zu wollen, aber bei der Ankunft am Bahnhof traf es mich wie aus heiterem Himmel: Ich sah Anna - okay, Maria - ich blieb freundlich, Judith - das konnte doch nicht wahr sein, Christin - das Maß war voll! Ich legte eine Vollbremsung hin, die sich gewaschen hatte. Ich sprang wutentbrannt aus dem Auto und begrüßte die Mädchen nacheinander und schaute ihnen dabei tief in die Augen, als wäre nichts gewesen - ich hab' mich halt unter Kontrolle.
Auf einmal zuckte ich zusammen. Es waren nicht nur die vier Mädchen angereist, nein, unter sie hatte sich noch eine andere Person gemischt. Völlig überwältigt erkannte ich ihn: Er war es, ja, er, Vater - eben Karl-August, wie er im Theaterstück stand. Die Rettung war da! Karl-August hatte sich kurzer Hand als Christin verkleidet. Aber das störte mich nun nicht mehr. In Zarnekla wieder angekommen fragte ich Christin, ob sie für den Zeitraum der Theateraufführung Karl-August freigeben würde, und sie stimmte zu! Roland, der sich inzwischen doch noch für eine vollständige Mutation zu Karl-August entschieden hatte (irgendetwas an dieser Rolle schien ihn maßlos zu faszinieren), mußte sich wohl oder übel wieder zurückverwandeln. Glücklicherweise hatte er noch kein Hackepeter verspeist. Ob eine Rückverwandlung dann noch möglich gewesen wäre, muß stark bezweifelt werden.
Ich persönlich war nun so froh über den bisherigen Verlauf der Ereignisse, daß ich am Samstag dann auch gar nicht mehr böse darüber war, daß sich bei der Vorstellung (in erster Linie natürlich) und bei Lapsus überhaupt noch so viele Leute einfanden, so daß man seine Probleme faßt vergessen hätte - aber das wäre dann wirklich zu weit gegangen! Karl-Heinz, alias Dirk

Das Interview der Woche

Coco - eine integrative Hündin
Reporter: Liebe Frau Hündin, äh, Frau Coco, Sie haben in Zarnekla durch Ihre Kontaktfreudigkeit auf sich aufmerksam gemacht. Was waren Ihre Beweggründe?
Coco: Ja wissen Sie, ich bin eine integrative Hündin. Natürlich ist es nicht immer angenehm, auf dieses dumme Stockspiel zurückzugreifen, aber das mögen die Menschen nun einmal. Und es sind ja auch gerade die einfachen Dinge, die die Menschen einander näherbringen. Aber es ist manchmal auch schon etwas lästig, wenn mann andauernd mit dem Schwanz wedeln muß, um den Menschen ein gutes Gefühl zu vermitteln. Landläufig trifft man leider auch heute noch auf das weitverbreitete Klischee, ein Hund (bzw. Hündin) wäre freudig erregt, wenn er mit dem Schwanz wedelt. Die Menschen schließen halt zu schnell von sich auf andere!
R: Da haben sie Recht! Ehrlich gesagt, habe ich das auch angenommen. Was halten Sie von dem absonderlichen Verhalten von [Katze] Joscha?
C: Joscha hat sich in meinen Augen sehr desintegrativ verhalten. Dies enttäuscht mich vor allem deshalb, weil sie auch weiblichen Geschlechts ist. Wir Frauen müssen doch zusammenhalten!
R: Hm, ... , äh, ja ... Aber Joscha ließ sich doch auch willig von vielen Lapsusteilnehmern streicheln?
C: Ja, aber ist sie auch nur ein einziges Mal nach dem Stöckchen gesprungen?!
R: Nein, das stimmt.
C: Sehn' Sie!
R: Ich danke Ihnen für das Gespräch.
... und jetzt hol' das Stöckchen, Coco!
Dirk, Regina

kummer roh

zu fühlen bis zum mark, der ohnmacht nah,
so sehr verliebt bis über beide ohr'n
der worte bar, die blicke ohne weichen ---
das glück an meiner liebe scheint verlor'n

der ozean begann bei kummerow
sternenhimmel hielt den horizont
jetzt lieg ich auf dem trockenen
feindlich glotzt der mond

aus grauennächten aufgeweckt,
liebesfeuertrunken, lustgespannt,
blutschwitzend, zähneschmelzend -
ein frohes wir mit weitem rand

wolken luden ein zum tanz
leib und seele so verwöhnt
jetzt grollt selbst blauer himmel
und die sonne höhnt

heut' ist nicht mein leben
dies ist nicht mein planet
verlorenes und schmerz in allem
seh haltlos wie die zeit vergeht

der tag versprach zurückzukehren
zeit und leben wieder eins
jetzt greift die nacht ins leere laken
das herz im magen wie ein ätzend stein

mir war eng in meinem leben
doch ich hab mich nicht entschieden
festgefahrnes einfach abzulegen
als mir noch zeit geblieben

endlich weich und leicht - ich konnte fliegen
auf sanften hügeln wie ein kolibri
jetzt bleibt mir fluchen in den spiegel
und böses zittern in den knien

liedzeilen trugen weisheit huckepack
schmerzlich tönen meine lieblingslieder
ich schäme mich, als hätt' ich sie verraten
im absprung fror'n zu krücken mir die glieder

nicht vergessen können heißt doch:
nur erinnern bleibt

Erinnerung...

p.s.
ein gedicht
ist
ein gedicht
ist
ein gedicht

Achim

TEXT

Was ich auch empfinde, was ich auch denke, es steht im Nichts, welches keine Forderungen kennt!

Die Urkraft führt alles Trügerische von uns fort. Die Macht der klaren und ungewollten, ungelenkten Betrachtungen zieht die Spur, die erst sich ewig erneuernd das sein wird, wozu unser Seelengrund geschaffen ist. Ich lasse mich in die Welt der anderen ein und spüre so sehr das Gleichgewicht und Ungleichgewicht in meinem und eurem Leben. Ich habe keine Wünsche mehr, als nur noch mit euch zu sein.

Und trifft es mich, erkenne ich es im Herzen. Denn es ist wahr. Und der Augenblick wird vergehen. Doch der Ausblick hat mich umfangen und segnet mich mit leuchtender Freude und Trauer.

Wann immer ich dich sehen darf, es führt mich zurück zu den tief vergrabenen Geheimnissen in dieser, meiner Welt. Es ist nicht deine und meine Schuld allein, daß wir uns abwenden, um nicht zu sehen, was dieses leblose Dasein nicht zu dulden vermag. Warten werden wir, geduldig warten und uns einer Ahnung überlassen, die bald nichts mehr in sich tragen wird.

Und ich werde mich erinnern, solange die Ahnung mich trägt. Gestärkt durch jenen Traum, sind die Fragen beantwortet, die das Leben mir stellte.

Nie führst du meine Sprache zu einem Ganzen hin. Du windest dich herum und meidest alle Worte, die dich angeblich zu zerstören drohen. Du kennst die eigene Ruhe, die dieser Welt nicht angemessen scheint und wagst die Ruhe nur geheim und ungesehen. Und ungesehen siehst du uns an und freust dich über dieses Leben. Doch wenn du spürst, daß einer fühlt wie du, grenzt du das Ausmaß deiner Freude ein, daß ich den Weg zu dir nicht finden kann.

Ich weiß, in deinen Augen ist zu sehen der Widerschein, den meine Seele dir gewährt. Es ist so viel, wo ich mich da so ganz und gar erlösen könnte.

Mein Leben war und ist dir und dir zu plump. Du berührtest meine Wangen, und ein Feuer ging durch meine Adern, und du warst so wach und unbeschwert - entzückt in der Schwebe unbändiger Gefühle. Diese atemberaubende Nähe enthob uns all der angehäuften Jahre zersetzender Zweifel. Mein Leben war zu plump - dir und dir. Es war doch nur noch ein kleiner Moment - ein kleiner Moment bis zur Ewigkeit, die wir wohl niemals vollführen werden?!

Die Größe hat uns verlassen. Die Gefühle waren einst nicht zu halten. Das Reich - das unermeßliche - schien so vollkommen unausweichlich unseren Herzen Einlaß zu gewähren. Wollten wir nicht unserem Schicksal zu jener beseelten Wendung verhelfen, die ich so sicher in deinen Armen zu finden glaubte?! Ich weiß alles nun - alles, was sich in dieser Welt nicht ereignen wird. Ich weiß alles, was dir und mir, uns allen hier geschah.

Alles, was ich durchlitten, hast du mir genommen? Alles, was ich durchlitten, hat in dir keine Wege mehr! Im Traum fand ich deine Hände - unberührt und voller Weisheit. Ohne ein Wort von deinen Lippen erkenne ich dich im tiefsten wieder. Denn nur du warst und bist der ewigliche Grund meines Lebens - meines Wesens.

Wenn das Ende kommt, gibt es nichts weiter zu tun. Auch der Kampf war ein Teil von uns und jegliche Bemühungen und all die Angst vor dem scheinbar vollkommen Unausweichlichen. Wenn das Ende kommt, fallen wir endlos fort, und nichts wird sein wie früher.

Was wissen wir nun nach all den Jahren rastlosen Mühens? Standen wir nicht einst und ließen uns berühren?!

Doch Schmerz - aus allem, was einst war - kennt keine Ruhe, wird nicht vergehen, hält alle Einsicht dieses Tages fern von dir und wird die Brücke niemals schlagen zu jenem Ort, wo deine Angst sich ganz verlieren würde.

Könntest du die Trauer doch ermessen, die ich aus dir zu mir erhoben hab. In allem würden wir vergessen, was Anfang und was Ende hat.

Wenn du fällst durch meine Augen in dein Selbst zurück, so kann ich dich berühren, und keine Angst hält dich zurück und weicht der Wahrheit aus, die dir die Liebe wiederschenkt.

Ich bin angekommen, mich wärmt die Sonne, kein Hunger zehrt mich aus und treibt mich fort zu suchen. Ich wohne hier und warte nicht auf bessere Tage.

(Von Dirk Hübner geschrieben für den Vortrag "Dead Can Dance: Within The Realm Of A Dying Sun" bzw. "Dead Can Dance 2", LAPSUS live 99.)

Der kleine Löwe

Es war einmal ein kleiner Löwe. Der lebte mit seinen Eltern in einem schönen Wald, mit vielen anderen Tieren. Es war ein grüner, reicher Wald und alle hatten genug zu essen und genug Platz zum Leben. Deshalb vertrugen sich die verschiedenen Tiere gut und der kleine Löwe hatte viele Freunde. Jeden Tag trafen sie sich auf einer großen Lichtung und spielten nach Herzenslust. Es gab viele Verstecke und die Tierkinder spielten auch Fangen und Blinde-Kuh, kletterten um die Wette und machten allerlei, was Tierkindern so einfällt. Die besten Freunde des kleinen Löwen waren ein kleiner Mäuserich, ein Känguruhmädchen und ein paar Vogelkinder.
Am liebsten grub der kleine Löwe tiefe Gruben in den Waldboden oder er übte anschleichen und springen, wobei er furchterregend brüllte. Seine Freunde bewunderten ihn sehr, denn er war stark und mutig. Oft schon hatte er seinen Mäusefreund und auch die Vogelkinder vor der Katze aus dem Dorf gerettet. Und mit dem Känguruhmädchen führte er lustige Scheinkämpfe aus. Sie kugelten dann fröhlich im weichen Gras, aber sie taten sich niemals weh.
Obwohl der kleine Löwe der stärkste unter seinen Freunden war, bewunderte er manchmal das Känguruhmädchen. Sie war die Größte und konnte sehr hoch und weit springen und sie wußte auch sehr viel von der Welt. Manchmal hörten ihr die anderen Tierkinder zu, wenn sie Geschichten erzählte.
Dann hörte auch der kleine Löwe gerne zu. Aber er wollte es nicht zugeben. Und meist erzählte er dann von seinen Heldentaten und wie mutig und stark er war. Er erfand sogar Geschichten über seinen Mut, damit die anderen endlich ihm zuhörten. Doch die Geschichten des Känguruhmädchens waren lustiger und so hörten die anderen Tiere lieber ihr zu, als seinen Prahlereien. Das ärgerte ihn sehr. Immer wenn das Känguruhmädchen erzählte, dann brüllte er so laut, daß niemand mehr etwas verstehen konnte. Die anderen Tierkinder sagten dann, er solle still sein, oder woanders brüllen, aber er kümmerte sich nicht darum. Und wenn das Känguruhmädchen sich ärgerte und ihn vor den anderen lächerlich machte, weil er so wenig wußte, um es ihm zurückzuzahlen, dann jagte er sie um die Bäume und drohte, sie zu beißen. Keiner wagte es, sich ihm in den Weg zu stellen. Aber mit der Zeit mochte ihn niemand mehr so richtig, weil er immer Streit anzettelte und allen Angst machte.
Die kleinen Tiere erzählten sogar der Löwenmutter, wie ihr Sohn sich benahm. Doch auch sie konnte nichts ausrichten. Alles Schimpfen und Bitten half nichts, der kleine Löwe fühlte sich nur immer einsamer, weil nicht einmal seine Mutter ihn verstand.
Sein einziger Freund blieb der Mäusejunge. Er spielte immer mit und es gab nie Streit zwischen ihnen.
So vergingen die Tage.
Eines Tages jedoch erwachte der kleine Löwe und merkte sogleich, daß etwas anders war als sonst. Seine Mutter stand mit besorgtem Gesicht am Ausgang der Höhle und schnupperte in den Wind. "Es ist Rauch in der Luft", sagte sie, "das ist kein gutes Zeichen. Und der Wind weht ihn zu uns herüber". Ihre Besorgnis war nicht ohne Grund, denn Menschen waren im Wald gewesen, hatten ein Lagerfeuer gemacht und es nicht gut genug ausgetreten, als sie gingen. Das trockene Gras schwelte und qualmte und es dauerte nicht lang, da riefen die Vögel Alarm, Alarm, der Wald brennt!
Der kleine Löwe wollte zu seiner Spielwiese laufen, da flog ein Eichelhäher über ihn weg: "Rette Dich", rief er, "bevor es zu spät ist! Das Feuer kommt!" Und bald darauf kamen viele kleine Tiere, die vor dem Feuer flüchteten, vorbeigelaufen. "Komm mit uns", riefen sie.
Doch der kleine Löwe hatte noch nie ein Feuer gesehen und er wußte auch nicht, wie gefährlich das war. "Ich muß meine Freunde treffen", sagte er. "Sie warten bestimmt auf mich!". Und er lief zu seiner Lichtung. Doch die Lichtung war leer. Nicht nur war keiner seiner Freunde da, ja es war überhaupt kein Tier zu sehen. Es war ganz still. In der Luft lag ein beißender Geruch und der kleine Löwe mußte niesen.
Da huschte plötzlich ein Eichhörnchen von einem Baum und lief zwischen seinen Beinen durch. Der Löwe erwischte es gerade noch an seinem buschigen Schwanz: "He - nicht so schnell - weißt Du vielleicht, wo mein Freund, der Mäusejunge ist?". "Fort, fort" rief das Eichhörnchen atemlos, "laß mich los!" Verdutzt lies der Löwe das kleine Tierchen laufen. 'Sie haben mich alle alleingelassen', dachte er, 'ohne mir Bescheid zu geben oder mich zu fragen'. Und er brüllte wütend. 'Nur wegen dem dämlichen Feuer! Diese Angsthasen! Ich fürchte mich nicht!' Er brüllte noch einmal ganz fürchterlich, dann lief er los. Aber nicht hinter den anderen Tieren her, sondern in die andere Richtung - direkt auf das Feuer zu.
Bald wurde der Rauch so dicht, daß der kleine Löwe husten mußte. Doch er kehrte nicht um. Es wurde wärmer und wärmer, doch der kleine Löwe war noch immer so wütend, daß er es garnicht richtig merkte. Er dachte auch nicht an seine Mutter, der er versprochen hatte, gleich wieder da zu sein. Er wollte nur dieses Feuer sehen  und ihm zeigen, wie stark er war.
Schließlich war der Qualm so dicht, daß er kaum noch sehen konnte. Auch atmen konnte der kleine Löwe garnicht mehr ohne immer zu husten. Er kämpfte sich blind durchs Gestrüpp und brüllte dabei so laut er zwischen dem Husten konnte. Denn nun hörte er das Feuer auch brausen und er brüllte zurück: "Laß Dich sehen, Du dummes Feuer, wenn Du keine Angst vor mir hast", schrie er so laut er konnte. Denn er war immer noch wütend.
Da stand er plötzlich an einer Lichtung. Und auf der anderen Seite sah er es: das Feuer: es brauste laut und es loderte wie die Mähne seines Vaters und der kleine Löwe setzte schon an, sich mit einem Wutgebrüll über die Lichtung auf das Feuer zu stürzen - da hörte er plötzlich eine klägliche Stimme: "Hallo, kleiner Löwe, hallo, hörst Du mich nicht", rief es aus dem Gebüsch. Der Löwe zögerte. Er war wütend und ungeduldig. Aber er war auch neugierig, wer ihn hier wohl noch rief. "Wer bist Du", fragte er mißmutig. "Warum störst Du mich, wenn ich doch dem Feuer endlich zeigen will, wer ich bin: der Stärkste hier im Wald!". "Ich bin's", sagte das Stimmchen unglücklich, "ich habe mich verletzt! Ich kann nicht weiter und meine Mutter und meine Geschwister..." und es weinte jämmerlich. Da erkannte der Löwe das Känguruhmädchen. Es lag im Gebüsch und hielt sich ein Bein, das wohl gebrochen war. "Das geschieht Dir ganz recht", sagte der Löwe, "das hast du davon, daß Du nicht mehr mit mir spielen wolltest! Nun sieh selbst, wie Du weiter kommst, ich habe wichtigeres zu tun!" Und er setzte wieder an, über die Lichtung zu laufen. "Tu's nicht", rief das Känguruhmädchen erschrocken. "Willst Du Dich umbringen?" - "Ich werde das Feuer verjagen! Ich werde ihm zeigen, daß ich der Stärkste hier im Wald bin! Alle haben Angst vor mir! Auch das Feuer!" - "Aber nein, Du bist dumm! Das Feuer kannst Du nicht bekämpfen, es ist heiß und es wird Dich verbrennen! Sieh doch, wie es die großen Bäume frißt! Keiner kann sich ihm in den Weg stellen. Es ist kein Tier und es hat auch keine Angst. Sogar die Menschen laufen vor ihm davon!". Das Känguruhmädchen war außer sich vor Aufregung. Beinahe vergaß es sein verletztes Bein und wollte schon aufspringen, um den kleinen Löwen zurückzuhalten.
Der kleine Löwe aber ärgerte sich nur umso mehr: "Immer weißt Du alles besser! Immer mußt Du Dich wichtig machen! Ich falle aber nicht auf Dein Gerede herein!" - da wurde er plötzlich unterbrochen, denn etwas Heißes hatte seinen Rücken gestreift und war neben ihm auf den Boden gefallen. Der Wind hatte einen brennenden Zweig über die Lichtung geweht, der dem kleinen Löwen ein Stückchen Fell versengte.
Er brüllte auf und stürzte sich auf den Feind - und prallte zurück. Er hatte sich die Schnurrbarthaare versengt und die Pfoten verbrannt. Er tapste verwundert nach den Flammen und brüllte auf, als er sich nochmals verbrannte. Jetzt hatte er genug. Er sah ein, daß das Känguruhmädchen recht hatte: mit dem Feuer konnte man nicht kämpfen. Er brüllte es furchterregend an, aber es züngelte im trockenen Laub weiter, als ob er garnicht da wäre.
Plötzlich spürte der kleine Löwe nun auch, wie heiß es war. Er war garnicht mehr wütend. Statt dessen dachte er nun an die anderen Tiere und an seine Mutter, die weit weg war. Aber als er aufsah und sich umschaute, merkte er, daß nun das Feuer auch dort war, wo er hergekommen war. Es war in jeder Richtung. Und es kam näher. Da bekam es der kleine Löwe zum ersten Mal in seinem Leben mit der Angst zu tun. Und das war garkein schönes Gefühl.
Das Känguruhmädchen jammerte leise. "Wir sind verloren", sagte sie. "Es gibt nur noch einen Ausweg. Aber dafür ist es wohl auch schon zu spät. Und ich kann ja nicht laufen...". - "Welchen Ausweg weißt Du?", fragte der Löwe, "sag ihn mir, schnell!" "Hier, den Abhang hinunter, da ist ein kleiner Fluß. Ich habe da schon oft gebadet. Das Feuer kann nicht durch den Fluß, es mag kein Wasser. Es verlöscht darin. Wenn man hinüberschwimmt, dann ist man gerettet. Aber man muß schnell  sein, denn das Feuer ist auch schon dort unten und man kommt vielleicht schon garnicht mehr durch..."
Der kleine Löwe hörte nicht mehr zu, er war schon losgelaufen. Ja, dort unten schimmerte der Fluß. Er war noch nie geschwommen. Aber er hatte keine Angst. Das Feuer war schon hier, aber es gab noch eine dünne Schneise. Er lief los - und drehte plötzlich um. Er dachte an das Känguruhmädchen. Sie hatte bestimmt Angst. Und sie hatte Schmerzen. Er wußte jetzt, daß es nicht schön war, Angst zu haben.
Man konnte dann garnichtmehr klar sehen. Und wollte am liebsten weglaufen. Aber wenn man nicht konnte...
"Steig auf meinen Rücken", sagte er, "ich trage Dich. Aber halte Dich gut fest, denn ich laufe schnell!" Das Känguruhmädchen klammerte sich in seine noch kurze, weiche Mähne. Und er lief wieder zu der Schneise. Doch: da war kein Durchgang mehr. Ein brennender Baum war quer über die Schneise gestürzt und versperrte den Weg. Das Känguruhmädchen weinte auf seinem Rücken. Dem kleinen Löwen trieben der Rauch und die Hitze die Tränen in die Augen. Doch er faßte einen Entschluß. Er duckte sich, spannte alle Muskeln an - und dann schoß er los, wie ein Pfeil, schloß für einen Moment lang die Augen und sprang. Etwas stach in seinem Herzen und ein heißer Schmerz durchzuckte ihn. Und er wußte nicht, war es die Angst, oder das Feuer, das seinen Bauch versengte, als er über den brennenden Baum sprang. Doch dann erreichte er den Fluß und stürzte sich hinein. Es war kühl und gut und instinktiv begann der kleine Löwe mit den Pfoten zu paddeln. Das Känguruhmädchen war schwer und er hatte Mühe, die Nase aus dem Wasser zu halten. Doch er spürte, daß er es schaffen wollte. Denn sonst war sie verloren. Mit dem verletzten Bein konnte sie nicht schwimmen. Und er war stark. Das konnte er jetzt besser beweisen, als je zuvor.
"Schwimm weiter nach links, dort ist ein großer Stein, dort können wir leichter ans Ufer", rief das Känguruhmädchen ihm zu. Und obwohl der kleine Löwe schon beinahe nicht mehr konnte, nahm er nochmals alle Kraft zusammen und schwamm zu dem Stein am rettenden Ufer.
Erschöpft kroch er hinauf und sie ließen sich unter einem kleinen Busch ins kühle Gras fallen. Hier war die Luft frisch und klar und der kleine Löwe atmete sie gierig ein und schloß erschöpft die Augen.
"Ich danke Dir", sagte das Känguruhmädchen in sein Ohr. "Du hast mich gerettet. Jetzt habe ich gesehen, daß Du wirklich sehr stark und mutig bist. Du hast Deine Angst besiegt und sogar Deinen Stolz! Und das kann nicht jeder."
Obwohl der kleine Löwe nicht genau wußte, wie sie das meinte, spürte er doch, daß es wahr sein mußte. Und es machte ihn sehr glücklich.
Er leckte sich sein versengtes Fell und die vielen kleinen Brandwunden und schlief erschöpft, aber zufrieden ein.
Seine Mutter schimpfte ihn später noch gehörig aus, weil er weggelaufen war und sie sich große Sorgen um ihn gemacht hatte. Doch als sie hörte, was geschehen war, war sie sehr froh. Sie leckte ihm strahlend übers Gesicht und sagte "Nun kleiner Sohn, hast Du endlich entdeckt, wer du wirklich bist und wozu Du Deine Kraft und Deinen Mut hast. Nun bist Du ein richtiger Löwe! Ich bin sehr froh über Dich, mein Kleiner!"
Und der kleine Löwe war fortan viel glücklicher als früher, weil er niemandem mehr Angst machen mußte mit seiner Kraft, um bewundert zu werden. Die anderen mochten ihn ohne Angst viel lieber. Das Känguruhmädchen wurde auch wieder gesund und war nun wieder eine seiner besten Freunde. Und wenn er manchmal ein bißchen brüllte, so nahmen sie es ihm nicht übel. "Er ist eben ein Löwe", sagten sie dann.
Nathalie

LichtGestalt - Mari Boine

Rotes, gelbglühendes Licht des Feuers. Warme, leidenschaftliche Musik. Lichtgestalten Nr. 3 bei LAPSUS live waren von Mari Boine in den Sonnenraum geholt. Die Schatten davon zur Erinnerung:

WITHIN MYSELF

Obwohl sie mich
hin und her zerrten,
hier,
genau hier
werde ich stehen.

Hier werde ich stehen.
Nirgendwohin gehen.
Nirgendwo anders hin.

Obwohl sie mich zerrten,
vor und zurück,
hier,
genau hier
werde ich stehen.

Nicht weggehen.
Nirgendwohin.
Nicht weggehen.
Nirgendwohin.

HEAR THE VOICES OF THE FOREMOTHERS

Höre die Stimmen der Ahnen.
Horche.
Sie fragen dich, warum du zuläßt,
daß die Erde verschmutzt,
vergiftet, ausgenommen wird.

Sie erinnern dich,
woher du kommst.
Hörst du,
sie wollen dich erinnern.
Die Erde ist deine Mutter.
Nehmen wir ihr das Leben,
töten wir uns selbst.

COME WITH ME TO THE SACRED MOUNTAIN

Komm mit mir zum heiligen Berg.
Zum heiligen Berg.
Sei mit mir
an diesem Ort.
Bevor sich die Dunkelheit
herabsenkt.
Bevor es dunkelt.
Bevor.

Es dunkelte.
Alles war dunkel.

Wirst du jemals,
wirst du jemals
wiederkommen?
Wirst du jemals,
wirst du mir jemals
dorthin folgen?

FREE

Ich bin auf meinem Weg
zurück.
Ich ging los heimzufinden.
Ich segelte auf vielen Meeren.
Jetzt finde ich meinen Weg.
Ich versuchte,
den Regenbogen zu fangen.
Jetzt finde ich meinen Weg
zurück nach Hause.
Ich finde meinen Weg zurück.
Ich finde meinen Weg nach Hause.

Du wirst nicht wieder
über mich hinweggehen.
Nein.
Ich werde nicht wieder
unterwegs sein.

Ich segelte auf vielen Meeren.
Nun finde ich meinen Weg zurück.
Ich versuchte,
den Regenbogen zu fangen.
Ich finde meinen Weg heim.
Die trübseligen Internatsschulen
haben ihren Kollaps.
Ich bin auf meinem Weg zurück.
Der schwere, mächtige Gesetzeswust -
Aber ich finde nun
meinen Weg nach Hause.

LAPSUS-Sprüche '99

"Mama, ich hab' mir schon ganz allein eine Stulle schmieren lassen." (Lotta)

"Ich will nicht, daß Coco zu mir kommt ... oder doch?" (Clemens)

"Wer von euch ist Clemens?" (Max(?) zu Elisa, Julia und Frieda)

"Entschuldigt bitte mein schlechtes Englisch!" - "Ach, du singst englisch?" (Micha & Regina beim Auftritt von Hansi & The Hurricans)
Regina

"Wie soll ich dich denn küssen, wenn ich den Mund voll hab?" "Mit den Augen." (Nathalie, Roland)
Roland

FATALIA

  1. Sandow     Das Loch
  2.      Fatalia!
  3.      Tohuwa
  4.      In Memento Mori
  5.      Intergemezzo
  6.      Disdämonia (Ruf der Krähe)
  7.      Tour de Lose
  8.      Hukahey
  9.      Epitaph


FATALIA
zitternd erwacht einsam hungriger zweifel zerfrißt nächtliche beute zittternd erwacht einsam in meiner morgengrauenhaft nach der kein hahn kräht zittternd erwacht einsam doch sturm zieht auf und wind der keine antwort weiß zittternd erwacht einsam stoßen ins gluthorn dämmriger asche herzfunken zittternd erwacht einsam und hör nur die möwe schreit meine zweifel möwengesang zittternd erwacht einsam hei weißer engel hei ich komm mit dir hei fatalia hei fatalia hei mein herbstuntergang unterging untergeht und irgendetwas trinkt mich und weißt du noch tou est vain alles vergeblich irgendetwas trinkt mich irgendetwas kommt da kommt das sowieso na komm komm komm komm und trink mich es kommt als feuer geht als asche es kommt als feuer geht als asche fatalia fatalia fatalia fatalia es kommt als feuer geht als asche im nacken hockt mein eigener sohn die brut frohlockt immer wartend hechelnd weiht mich der dämon meinem ende ein und aus es kommt als feuer geht als asche fatalia fatalia fatalia fatalia kommt als feuer geht als asche

TOHUWA
the black hole is no black sheep schwarzes loch frißt sich friß doch schwarzes loch tohuwa frißt alle zeit und räume verbiegend friß friß friß die zeit blutiges füllhorn ist längst bereit und dir geweiht tohuwa lachende spalte alle farben beschleunigt bin fetzen deiner allmacht und höhnenden vergnügens mein gähnender schlund harret der empfängnis meine mauer länger als die chinas harret dem großen stelldichdran jammerchöre hohegesang fauliger demut memento mori enfant pardieu auf die knie tohuwa und dann vorbei und besser vergessen ich brenn mir die seele frei davon und besser vergessen tohuwa marschiert wie es marschiert richtet rastlos richtet richtig ach nimm mich doch ein stück zu dir hinunter und alles was wahr war war wahr wirr warr singsang klingklang fine ein witz für die chronisten verronnen verkommen wird nie wieder kommen was war wenn es je war auslöschen nullsetzen stillegen beilschaften gründen dem entsetzen entgegensetzen fetzen wilder schreie denn wundenflicker ernten eiter im geschwür ohne lösung im geschwür ohne heilung nabel mich ab in terror und versessen abschied ist ein schneller gast friedrich ich hör dir trapsen wer schreibt der bleibt da bleibt nicht viel doch tohuwa schafft freiraum für vielleicht einen funken tohuwa und dann vorbei und besser vergessen ich brenn mir die seele frei davon und besser vergessen tohuwa marschiert wie es marschiert richtet rastlos richtet richtig und dann vorbei und besser vergessen ich brenn mir die seele frei davon und besser besessen tohuwa marschiert wie es marschiert richtet rastlos richtet richtig und aus ruinen aufersteht ein funken

IN "MEMENTO MORI"
schlammenwandel es röchelt die zeit blutloser schwamm gierig stumpes feuer wach wie's böse nebel für alle klägliche köster IM FELDE DIE MÄNNER DIE SICHEL WETZEND AM HEILIGEN SCHREIN PEKUNIAS seelige mätze und mätzchen frohn am tempo diener unser sprüche schwer die glieder schwer die lieder feiert feiert faules obst geburt in gräbern krakeel der knochen wieder niederkünfte im moder prophetische armeen mit der alten platte und leidensleier leider wieder unter beifall ihres staubes die würmer lallen im sielen fruchtwasser der oasen die säure der maschine könnte sein wie einst "könnte sein wie einst mit wurzelhaar und tiergesicht "(Villon) wird wohl nicht sein doch auch bucklige können krieger sein hau mir in meinen stein die drei magisch wörter ein ich weiß schon was dann kommt nun jetzt ich weiß schon wie man's singt zuletzt ich weiß schon was da springt und tanzt ich weiß schon wer da springt und tanzt EIN LETZTER MENSCH UND WURM ein letzter narr der springt und tanzt mein letzter narr der springt und tanzt HEI in"memento mori" in"memento mori" in"memento mori" in"memento mori" knall auf fall auf tod auf heil auf sturz auf steh auf geh verzückung auf kuss der götter abschied erteilen nicht mehr teilen goldenes schweigen ja sag mal was weißt du überhaupt staubiger krieger spur tretend spur lassend wundbrande kehle ja sag mal wer frißt denn hier wen richtige richtung richtet rastlos hau in meinen stein drei magisch wörter ein und letzter mensch sei willkommen mein letzter narr der singt und tanzt die letzte laus die springt und tanzt HEI in"memento mori" in"memento mori" in"memento mori" in"memento mori" klick auf klack auf urgesetzt auf aus auch aus und zu den flammen auf pferden auf blitzen auf apokalypsen auf pferden final auf pferden final auf pferden final auf und davon

INTERGEMEZZO
grey in grey was the day after you tell me we must die when laughing suffocates until the long march to the funeral all my birds were burning in the stinking graves but always look at the bride sight of knifes SHINY SHINY BLACK SHEEP fear and fright are your first shapes grey in grey was the day after but listen to the call the call of crow listen to the call the call of crow

DISDÄMONIA - DER RUF DER KRÄHE
durch die taube welt durch die toten täler und verstreut wie die vier winde die vier zeiten und hungrig kein zweifel verfluchter sog geliebte HAST MICH WIEDER hast mich komm wir gehen los in die dämmerung wo den hügeln deinen hügeln krähenköpfe wachsen deine bestien der nacht am nistplatz der weisen vergiß was wahr war vergiß was wahr war hör die trommel rühr die trommel DIE TROMMELN STÜRZEN AB GELIEBTE GELIEBTE dämonia stehn am abgrund stehn am anschlag an der grenze klippenufer mittelpol rand der scherben loch der träume komm wir gehen los über abgrund über anschlag des verkauften lieben landes die geliebte macht uns flügel goldene fetzen schaum der nächte hör die trommel rühr die trommel die trommeln heben ab GELIEBTE GELIEBTE DÄMONIA

TOUR DE LOOSE

HUKAHEY
mein zu mir gefallener engel mein zu mir gefallener engel bin da bin da mein zu mir gefallenes engelsvieh bin da bin da jaja wär selbst ein schwarzer engel wär selbst ein schwarzer engel UND ICH FLOG UND ICH FLOG heb mich auf heb mich ab heb mich auf zu dir du fällst nach oben und über mich her oh dich schicken ganz bestimmt die götter ein racheengel so gleißend schön oh teuflisch flug verhexte wonne ich weiß dein stamm wohnt in der hölle DA WIRD AUCH NUR MIT FEUER GEKOCHT der schwarze traum der hinkt auch noch und ich flog und ich flog und ich flog UND ICH FLOG AUCH ÜBER KUCKUCKSNESTER heute ist ein guter tag zu ... heute ist ein guter tag HUKAHEY HUKAHEY HUKAHEY HUKAHEY verlogene schönheit verlogenes glück verlockende falle notwendiger strick ich brech dir flügel würgeengel nimmst du mir meine erdanziehung ich kreuz dich wieder zwischen den lüften die sucht kennt lieder zwischen den lüften NUR NIMM MIR NICHT MEINE ERDANZIEHUNG NUR NIMM MIR NICHT MEINE ERDANZIEHUNG NIMM MIR NICHT MEINE ERDANZIEHUNG NIMM MIR NICHT MEINE ERDANZIEHUNG heute ist ein guter tag zu ... heute ist ein guter tag HUKAHEY HUKAHEY HUKAHEY HUKAHEY HUKAHEIHEIHEIHEIHEI

EPITAPH

P.S. Fatalia stand auf dem Programm von LAPSUS LIVE 1999. Eines der letzten Konzerte von Sandow fand im Frühjahr '99 in der Dresdner Scheune statt. Kai-Uwe und seine Mannen nahmen mit einem furiosen Gig und sichtlich bewegt Abschied von ihrer Dresdner Fangemeinde. Ich sah sie dort zum ersten Mal live. Und ich hatte einige Mühe die Göre aus 'Flüstern und Schreien' und den ziemlich energischen Typ da vorn auf der Bühne zu einer Person zusammenzukriegen.
Ein bißchen Verzweiflung schimmerte wie immer bei Sandow auch in diesem Konzert durch. Nicht umsonst zitieren sie auf ANSCHLAG Antonin Artaud:
"ICH GLAUBE UM ALL DIESEN LEUTEN ETWAS BEGREIFLICH ZU MACHEN MÜSSTE MAN SIE TÖTEN"

Lesen? Hesse?

Im folgenden einige der Zitate von Hermann Hesse, die ich zu Fingsten zum Besten gab:

Herrmann HesseVon 1916 an stand ich vollkommen allein, für die Patrioten ein Schwein, für die Revolutionäre ein rückständiger Bürgerlicher. [...] Ich habe den Krieg so intensiv und bis zur Vernichtung erlebt, daß ich seither über eines vollkommen und unerschütterlich im klaren bin: daß ich, für meine Person, jede Änderung der Welt durch Gewalt ablehne und nicht unterstütze, auch nicht die sozialistische, auch nicht die scheinbar erwünschte und gerechte. Es werden immer die falschen totgeschlagen, und auch wenn es die rechten wären: an die bessernde und entsühnende Kraft des Totschlagens glaube ich nun einmal nicht und sehe in der Zuspitzung der Parteikämpfe im Bürgerkrieg zwar wohl die Kraft des Entschlusses, die moralische Spannung des "Entweder-Oder", aber ich lehne die Gewalt ab. Die Welt ist krank an Ungerechtigkeit, ja. Sie ist noch viel mehr krank aus Mangel an Liebe, an Menschentum, an Brudergefühl. Das Brudergefühl, das dadurch genährt wird, daß man zu Tausenden marschiert, ist mir sowohl in der militärischen wie in der revolutionären Form nicht annehmbar.

Die Gewalt ist das Böse, und die Gewaltlosigkeit der einzige Weg für die, die wach geworden sind. Er wird nie der Weg aller sein und nie der Weg derer, die die Weltgeschichte machen möchten. Wenn man weiss, auf welcher Seite man steht, lebt man freier und ruhiger.

Kriege führen auch die Ameisen, Staaten haben auch die Bienen. Deine Seele sucht andere Wege, und wo sie zu kurz kommt, blüht dir kein Glück.

Besser ist es, Unrecht leiden als Unrecht tun. Falsch ist es, mit dem Mittel der Gewalt das erwünschte erreichen zu wollen. Eine neue und hellere Epoche der Weltgeschichte wird gewiss nicht von den Siegern der nächsten Kriege geschaffen werden, vermutlich aber von den Leidenden und auf Gewalt Verzichtenden.

Man lacht über die Militärdienstverweigerer! Nach meiner Meinung sind sie das allerwertvollste Symptom der Zeit, auch wenn der Einzelne sonderbare Gründe angibt für sein Tun. Jetzt aber ist man schon so weit, daß eine ernsthafte Motion im Gange ist, man solle denen, die aus sittlichen Gründen den Dienst verweigern, Gelegenheit schaffen, ihren Dienst in ziviler Arbeit abzulösen. Vielleicht wird das nicht durchgehen, heut noch nicht, aber kommen wird es absolut sicher, und vielleicht kommt dann auch eine Zeit, wo auf drei Soldaten zehn Zivildiensttuende kommen werden, wo man ganz natürlich das Kriegshandwerk, soweit es noch existiert, den geborenen Raufbolden und Sauhunden überläßt. Aber alles das wäre nie gekommen, wenn nicht zuerst eine Anzahl Menschen den Mut gehabt hätten, einem starken Gefühl zulieb gegen die Allgemeinheit zu protestieren und den Dienst zu verweigern.

Wir haben die Aufgabe, den übernationalen Gedanken, den Gedanken der Einheit der Menschheit und ihrer Kultur, fördern zu helfen, und haben jedem Nationalismus Widerstand zu leisten: dem dummstolzen Patriotismus und Größenwahn des Durchschnittsdeutschen, Durchschnittsamerikaners etc. wie umgekehrt den Ressentiments gegen ganze Nationen in unseren eigenen Herzen. Wir Geistigen haben, allen Dampfwalzen und Normierungen zum Trotz, das Differenzieren zu üben und nicht das Verallgemeinern.

Aus einer Dichtung kann jeder Leser sich holen, was ihm gemäß ist. Doch ist es ein Irrtum anzunehmen, ich habe da dem Leser gewisse Gedanken oder Lehren  mitteilen wollen. Das würde bedeuten: der sogenannte "Sinn" oder gedankliche Inhalt der Erzählung sei mir das Wichtigste daran gewesen, die Erzählung selbst, ihre Gestalten, Farben usw. nur Mittel zum Zweck, nur Einkleidung. Das ist eine vollkommene Verkennung der künstlerischen Arbeit. Es verhält sich für den Künstler genau umgekehrt; das Sichtbare, Tastbare, Fühlbare ist ihm sehr viel wichtiger als alles Gedankliche.

Alle Dinge, die man gegen sein Gefühl und gegen sein inneres Wissen tut, anderen zuliebe, sind nicht gut, und müssen früher oder später teuer bezahlt werden.

[Und nun noch zum Begriff "Lapsoten":]
Wenn jene anscheinend so robusten und verflucht gesunden Geld- und Maschinenmenschen glücklich noch eine Generation lang weiter vertrottelt sind, dann werden sie vielleicht Ärzte, Lehrer, Künstler und Magier halten und hoch bezahlen, welche sie wieder in die Geheimnisse des Schönen und der Seele einführen.

[Ja, du sollst dich nicht nach einem vollkommenen Lapsus live sehnen, sondern nach der Vervollkommnung deiner selbst. Die Gottheit ist in dir, nicht in den Vorträgen und Theatern. Lapsus live wird gelebt, nicht doziert... frei - nach Hesse.]
Roland

One Million Miles Away

 Ein Tag. Ich bin voran.
 Was kommt, wenn ich bin.
 Bin ich, wenn ich bin, bin ich.
 Inzwischen. Dazwischen. Inzwischen.
 Die Zeit wird zu weit.
 An Kartenhäusern rühren,
 Immer wieder Feuer schüren.
 Nein! Stummheit! Die schreit,
 Die ruft, ruft nach dir
 Hinter vorgehaltener Hand.
 Inzwischen. Dazwischen. Inzwischen.
 Ich zögere vorm Wir. Wir.
 Und laut, zu laut
 Lautet es daneben aus meinem Mund.
 Zu laut, und los...

 Nur ein Gedankenwinken
 Wie ein verlorenes Küssen.
 Wie auf Dauer? Wie, ich halt's nicht aus.
 Wie geht das auf Dauer? Ich hab Angst.
 Wird dein Blick rauher, wird's rauher.
 Inzwischen. Dazwischen. Inzwischen.
 Unmöglich, wo wir sind. Wo bin ich?
 Ich schau auf deine Hand... Du!
 Du, mein lebendiger Traum.
 Was machst du? Was mach ich?
 Inzwischen. Dazwischen. Inzwischen.
 Der Tag ist dunkel gemacht.
 Was hast du gedacht?
 Zu laut, zu laut...
 Rory Gallagher

I'm Still Lovin' You

 Schau in den Spiegel und dahinter.
 Was riß dich dieser Tage so früh ins Grab?
 Gefesselte Liebe
 Entfesselt jedes Sehnen in dir,
 Daß dir die Schädelwände zerplatzen.
 Und du täglich weinend niederbrichst
 In den Ewigkeiten,
 Die du nachts allein bist.

 Daß eine Hand in deiner Hand,
 Eine Antwort auf dein Wort,
 Ein Kuß, der in weichen Lippen versinkt
 Eine neue Welt erschaffen kann.
 Neues Leben, weite Himmel
 Im Spiegel der Augen,
 Und auf Gräbern wachsen Bäume.

 Doch daß dir schon selbst
 Die Träume fortlaufen,
 Vergehen, wie der Rest deines Lebens.
 Nichts, was du mehr halten kannst.
 Durch kahle Äste weht der Wind...
 Umfange uns Frühling, verwandle!
 Umfange uns Liebe, wandle.
 Scorpions

WAS UNS ANGST MACHT

Anknüpfend hier einige Anregungen oder auch "nur" Erinnerungen.

"ANGST VOR DER ANGST
...
Ich sehe, was um mich passiert, sehe Ozonloch und Kriege, Konsumrausch und Rassenhaß und weiß, daß diese Gesellschaft die Ursachen dafür garnicht aufdecken darf, weil sie sich sonst selbst das Wasser abgräbt, und erkläre mir so das Gelabere der Politiker.

Und ich kriege Angst.  [...Kriege Angst...]

Aber ich darf doch nicht so viel Angst haben, sonst geht meine Energie, mein strahlendes Schutzschild verloren und ich gehe dann kaputt.

...
Es könnte so viel dazwischen kommen, das mir mein Glück zerstört, was ich nicht selbst in der Hand habe, das ich nicht beeinflussen kann, vor dem mich nur meine "Strahlung" schützt.

Wieviel Angst verträgt der Mensch, wieviel ist gesund, wann frißt sie ihn auf?" [von Hanka Rieschel in "ich" 4/93]
Roland, Nathalie

Angst...GRUNDFORMEN DER ANGST
(Aus dem gleichnamigen Buch von Fritz Riemann)

1. Die Angst vor der Selbsthingabe, als Ich.Verlust und Abhängigkeit erlebt - Die schizoide Persönlichkeit
2. Die Angst vor der Selbstwerdung, als Ungeborgenheit und Isolierung erlebt - Die depressive Persönlichkeit
3. Die Angst vor der Wandlung, als Vergänglichkeit und Unfreiheit erlebt - Die zwanghafte Persönlichkeit
4. Die Angst vor der Notwendigkeit, als Endgültigkeit und Unfreiheit erlebt - Die hysterische Persönlichkeit

es geht uns gut
sagten die besitzenden
und sorgten
daß es so blieb

es geht uns nicht gut
sagten die besitzlosen
und konnten nicht sorgen
daß es nicht so blieb

ILLUSIONEN

Nr. 1: Den Krieg beginnen immer die anderen
Nr. 2: Der gute Krieg
Nr. 3: Bewaffnung schafft Frieden

Es gibt nichts gutes, außer man tut es.

Und plötzlich merken wir, daß wir nie Frieden hatten und die folgenden Gebote alltäglich in unseren Lieblingszeitschriften lesen:

"10 KRIEGSGEBOTE

1. Iß nicht mehr als nötig. Vermeide überflüssige Zwischenmahlzeiten; Du wirst Dich dabei gesund erhalten.
2. Halte das Brot heilig und verwende jedes Stückchen Brot als menschliche Nahrung. Trockene Brotreste geben eine wohlschmeckende und nahrhafte Suppe.
3. Spare an Butter und Fetten; ersetze sie beim Bestreichen des Brotes durch Sirup, Mus oder Marmelade. Einen großen Teil aller Fette bezogen wir bisher vom Auslande.
4. Halte Dich an Milch und Käse. Genieße namentlich auch Magermilch und Buttermilch.
5. Genieße viel Zucker in den Speisen, denn Zucker ist ein vorzügliches Nahrungsmittel.
6. Koche Kartoffeln nur mit der Schale; dadurch sparst Du 20 von Hundert.
7. Mindere Deinen Bedarf an Bier und anderen alkoholischen Getränken; dadurch vermehrst Du unseren Getreide- und Kartoffelvorrat, aus dem Bier und Alkohol hergestellt werden.
8. Iß viel Gemüse und Obst und benutze jedes Stückchen geeignetes Land zum Anbau von Gemüsen. Spare aber die Konserven, solange frische Gemüse zu haben sind.
9. Sammle alle zur menschlichen Nahrung nicht geeigneten Küchenabfälle als Viehfutter; achte aber streng darauf, daß nicht schädliche Stoffe in die Abfälle hineingeraten.
10. Koche und heize mit Gas oder Koks; dadurch hilfst Du namentlich ein wichtiges Düngemittel schaffen, denn bei der Gas- oder Koksbereitung wird außer anderen wichtigen Nebenerzeugnissen auch das stickstoffhaltige Ammoniak gewonnen.

Beachte bei allen diesen Geboten, daß Du für das Vaterland sparst. Deshalb muß auch derjenige diese Gebote beherzigen, dem seine Mittel erlauben, zur Zeit noch in der bisherigen Art weiterzuleben."

(Zu nervös, mich auf die Musik, die Impulse, die Gefühle, das Denken einzulassen, zu angespannt vom WasWieWoWann der nächsten Honigstulle, die nicht natürlich aber live!)

Oder sei so gut und spende Geld für die Flüchtlingshilfswerke, für die die NATO-Staaten gerademal ihre "Decken" über haben. Jeden Tag war etwa eine halbe Milliarde Mark (Steuergelder) über, um Jugoslawien per "Luftpost" zu verwüsten, nun darf auch der deutsche Volkskörper ganz freiwillig seine Fettzellen für die Lebensrettung der Ausgebombten, Vertriebenen, Flüchtlinge verheizen, völlig steuerfrei. Die christlichen Abendländer (na dann: Gut Nacht!) haben halt nix zu schenken - außer hochdosierte Feuerwerksartikel, den nötigen Druck zu machen - aber die EU tut, was sie halt kann, und denkt beispielsweise darüber nach, den jährlichen Zinsschuldendienst von 300 Mio Mark der beiden ärmsten Länder Europas: Mazedonien und Albanien zu ... stunden...Usw. Aber mir beschert das Lesen/Wissen um das, was tatsächlich so läuft, nicht was uns weisgemacht werden soll - auch wenn es sich ausschließlich um Sauereien auf allen Seiten handelt, Klarheit, Kraft versus die unbestimmte Angst vor dieser fatalen Machtausübung in "unserer" Gesellschaft. Hier die für mich beste Quelle:

Gegenstandpunkt, Politische Vierteljahreszeitschrift, ISSN-Nr. 0941-5831, Jahresabo 100 Marx;
Postadresse: Gegenstandpunkt, Türkenstr.57, 80799 M
Das aktuelle Heft (2/99) ist "Die NATO-Mission" betitelt...

Ja, wer nun mal genau wissen will, in was für einem Lande sie eigentlich so lebt, der findet noch oft genug in den normalen, gleichgeschalteten Mao Zei Tungen was:
"VOLKSBEGEHREN FÜR MEHR DEMOKRATIE UNZULÄSSIG
Berlin. Das geplante Volksbegehren für mehr direkte Demokratie ist unzulässig. Das Berliner Verfassungsgericht bestätigte die Auffassung der Landesregierung, daß das Vorhaben nicht mit der Landesverfassung in Einklang stehe. Der Verfassung zufolge sind Volksbegehren zur Verfassung oder auch zum Haushalt nicht erlaubt." (Aus Ostseezeitung, 6/99, auch ne Tsetung für mündige Bürger.)
In der gleichen lesen wir best informiertesten Menschen der Welt auch:
"GERICHTSHOF WEIST VÖLKERMORD-KLAGE AB
[...] Die Richter gaben mit deutlicher Mehrheit der Klage in allen zehn Fällen nicht statt, in der der Nato Bruch internationalen Rechtes und Völkermord vorgeworfen wurde. Die Richter kündigten aber eine grundsätzliche Prüfung der völkerrechtlichen Legitimation der Luftangriffe an. Zugleich äußerten sie ihre tiefe Besorgnis über das Blutvergießen [...] Der Einsatz von Gewalt werfe ernste Fragen auf [...] Die Fälle Spanien und USA will das Gericht von seiner Liste nehmen, da diese Staaten die Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofes prinzipiell nicht annehmen."
Na, wie diese "Prüfung" wohl ausfallen wird, da darf man 1x raten.
Und daß die UndWolltIhrNichtMeineUntertanenSeinSoBombIchEuchDieSchädelEin-USA samt Anhang auf alle Prüfungsergebnisse scheißen wird, da kann man gleich Gift drauf nehmen.
Aber wir mundenden Bürger bekommen ja sogar noch - unerwarteter Weise - genau 1 Grund genannt für dieses Urteil: "Es gebe keine deutlichen Hinweise auf einen Versuch zur Zerstörung Jugoslawiens." Zumindest das ist doch ein deutlicher Hinweis, oder? Roland

WAS MIR ANGST MACHT

Ist der permanente Krieg an allen Fronten, die sich bei fast jeder menschlichen Veranstaltung ergeben. Krieg gegen Kinder, Krieg gegen die "Natur", Krieg gegen den Körper, Krieg gegen die Weisheit, Krieg den Gefühlen, Krieg den Konkurrenten, Krieg gegen die Frauen, Krieg gegen die Krieger... "Konflikte friedlich lösen"

"Mir zu Diensten, mir zur Zier - oder zur Hölle mit dir, ist das Motto der übermütigen, zerstörerischen und letzlich selbstzerstörerischen Herren aller Zeiten und Gesellschaftsformationen gewesen. Spätestens seit Vester und Meadows wissen wir um die Konsequenzen seiner heutigen Versionen.
Jene Tulpenfelder in Holland, um beim Beispiel zu bleiben, zeigen zu genetischen Krüppeln gezüchtete Wesen, die nicht leben können, und mit allen Mitteln am Sterben gehindert werden. Sie bilden Leichentücher über unzähligen (sic!) Populationen autochthoner, und Dutzenden allochthoner Lebewesen - zu keinem anderen Zweck als dem Kitzel übersättigter oder abgestumpfter Sinne, besser zu deren Ausbeutung." (Hans-Peter Geißen in einem Leserbrief der Zeitschrift "Kommune")

"Kochen ist Gotteslästerung." (Roland aufm Sommercamp 98)
Usw. Usw.
 Roland

Geschichte ohne Handlung

Sie braucht einen Anfang. Sie muß einen Anfang für eine Geschichte finden. Was für eine Geschichte denn? Die Geschichte von einer, die nix kapiert was los ist und sich immer selbst erzählt, daß alles gut ist. Die Geschichte von einer, die furchtbar gerne vögelt, aber eines Tages nicht mehr vögeln kann, weil ihr Hirn nicht mehr aufhört, ununterbrochen zu texten. Es morst ihr dauernd dazwischen, was sie wegschieben will. Sie denkt stets in mehreren Schichten gleichtzeitig.
Sie will wissen, ob es anderen auch so geht und deshalb will sie ihre Geschichte schreiben. Sie hofft auf Reaktionen aus dem Orkus. Es ist die Geschichte von einer, die sich selber davon abhält, den Blues zu kriegen. Die sich Mühe gibt, nicht loszuheulen, wenn im Radio der Krieg kommt. Die lieber weint wenn sie mit ihren Kindern Heidi guckt.
Es ist die Geschichte von einer, die sich selber Wunden zufügt. Die sich ständig ihre Pickel auffummelt oder sich irgendwo schneidet oder einklemmt und den Schmerz nicht beachtet, weil er ihr nicht groß genug ist. Es ist die Geschichte von einer, die ein Blasenvolumen von anderthalb Liter hat. Dann erst geht sie pinkeln. So sehr will sie stets an sich halten.
Es ist auch die Geschichte von einer, die ihre eigene Stimme nicht leiden kann. Lieber schreibt sie, als ihre doofe, quäkige Stimme zu hören.
Das ist doch aber keine Geschichte? Wo bleibt denn da die Handlung? Genaus das ist es, was sie sich auch eines Tages fragt. Wo bleibt denn bloß die Handlung? Wieso passiert nichts?
Sie fragt sich das an dem Abend, als im Kosovo ein Bus mit 60 Menschen abgeschossen wird. Es sind darunter fünfzehn sterbende Kinder. Sie denkt an ihre eigenen Kinder. An den Schmerz, als sie geboren wurden. Diese Urgewalt, als sich die Kinderköpfe durch die Möse pressten. Das war das erste mal, daß sie ihre Stimme mochte. Wie eine Wölfin habe sie gebrüllt, sagte ihr Mann. Kraftvoll und animalisch. Der Schmerz, den sie ertragen hatte. Mit dem sie gelebt hatte. Der Schmerz, der groß genug war, um durchzudringen durch alle Schichten, der sie in Einklang und zum Schwingen gebracht hatte. Und kaum waren sie herausgeglitscht, die Kinder, da war es schon nicht mehr zu glauben, daß sie aus ihr herausgekommen waren. Aber da war auch keine Zeit zum Glauben gewesen. Die Kinder hatten gleich gewußt, was sie wollten und hatten nach den Brüsten geschnappt. Brüste, prall und süß. Jaja. Aber sie ist kein Muttertier. Keine von denen, die drei Jahre lang säugen und Ökowindeln waschen. Sie hat gar nichts mütterliches. Sie hat Kinder, die kämpfen müssen um durch all die Schichten hindurch ins Blickfeld ihrer Mutter zu gelangen.
Aber diese fünfzehn Kinder, in einem Bus im Kosovo, die kommen durch. Mühelos.
Sie hofft auf den Wetterbericht. Seit Wochen hofft sie auf den Wetterbericht. Nicht, daß sie hinterher wüßte, wie das Wetter wird. Sie hofft nur immer, daß die Nachrichten bald vorbei sind. Es wird immer schwerer, das Schlimme nicht zu glauben. Nicht zu glauben, daß sie von Verbrechern regiert wird. Nicht daran zu denken, daß sie blöd genug gewesen ist, Kreuze auf den Wahlzettel zu malen. Nachts träumt sie von Pontius Pilatus. Höhnisch hält er ihr die gewaschenen Hände unter die Nase: Da, riech, ich habe die Seife im Bodyshop gekauft. Ist es denn ihre Schuld? Was kann sie denn schon tun? Keiner würde je auf die Idee kommen, sie zu belangen, weil weit weg fünfzehn Kinder gestorben sind.
Aber später, beim Vögeln, gelingt es ihr nicht mehr, die Untertitel auszublenden. Und ihr Mann fühlt sich unzulänglich, weil sie nicht kommt. Sie kommt nicht. Zum Punkt. Zum Stop. Im Bett an. Ihre Gedanken drehen und rattern und ihr Körper unterliegt der Vorherrschaft des Kopfes. Ihr Körper ist oft verstritten mit ihr, aber heuer ist es schlimm. Es ist schade um den schönen harten Schwanz im Bauch. Schade, denn es tut so gut, wenn das Loch wenigstens gestopft ist. Das hinterläßt ein sattes und zufriedenes Gefühl, eine Schnittstelle für all ihre Schichten.
Sie denkt daran, mit ihrem Mann zu sprechen. Sie verwirft den Gedanken wieder. Ihr Körper und der ihres Mannes lieben einander. Ihre Gedanken behält sie für sich. Unqualifizierte Bemerkungen mache sie, hatte ihr Mann geschimpft, als sie sich kürzlich beim Fernsehen äußerte. Da war es um ein legales Bordell gegangen. Sie regte sich über die sterile und lieblose Fassade auf. Er meinte, es handele sich lediglich um Fernsehen und nichts, was zu kommentieren nötig wäre. Vermutlich gäbe es dort gar kein Bordell, aber der Sender habe eines nötig gehabt für eine kritische Dokumentation und also eines eröffnet. Und sie solle nicht immer losquatschen, wenn sie keine Ahnung habe.
Also hielt sie lieber den Mund, außer natürlich, um den schönen, lieben Schwanz hartzukosen. Denn was den Kosovokrieg anbelangt, da hatte sie gar keine Ahnung. Weil sie ja bei den Nachrichten stets nur auf das Wetter wartete. Sie konnte nichtmal sagen, wer wo gegen wen kämpfte.
Dennoch fragt sie sich, wo denn die Handlung bleibe. Sie muß sich eingestehen, daß sie nicht auf die, sondern auf ihre Handlung wartet.
Was ist denn das für eine schlechte Geschichte, wo man ewig auf die Handlung wartet, fragt sie sich. Sie liegt wach in einem müden Körper, versucht traurig ihre kalten Füße an einem anderen, schlafendem Körper zu wärmen, aber, beim besten Willen, es kommt keine Handlung in Gang.
Sie überlegt, ob der schleppende Verlauf der Geschichte mit dem Verrauchen der letzten Krümel Gras zu tun hat. Sommergras, liebevoll im Garten gezüchtet, einzig, um beim Vögeln fliegen zu können. Sie hat keinen Dealer in ihrem Bekanntenkreis, der Nachschub liefern könnte und ihr Mann bemüht sich nicht. Einzig, um sich zu beweisen, daß er nicht abhängig ist. Sie fragt sich, ob es besser ginge, wenn sie wieder fliegen könnte. Sie fragt sich, ob das allein eine Handlung hergeben würde. Immerhin ist das Gras maßgeblich beteiligt an einem gewissen Größenwahn, mit dem sie schon manches Projekt angegangen ist.
Aber dann fällt ihr ein, daß das Gras den Boden auch schwankend macht und die Vogelperspektive keineswegs immer günstig ist. Es ist noch nicht so lange her, daß sie aus Versehen im Radio gehört hatte, wie man Bomben auf Bagdad warf. Ja Bagdad war das, nicht Belgrad. Was macht das schon. Da hatte sie sich eine Tüte gegen das Bauchgrimmen gebaut. Ihre Gedanken waren aber auf Irrwege gelangt und hatten sich verheddert. Voller Schecken erblickte sie aus der Vogelperspektive, was alles den Kindern zustoßen könnte. Ihren Kindern. Eine winzige Unachtsamkeit nur, und sie würden aus dem Fenster fallen, unters Auto kommen, Chlorix trinken und so fort. Solche Labyrinthe sind grausam. Es ist nur schwer möglich, da herauszufinden, wenn einem keiner hilft. Aber sie hatte kluge Kinder, die merkten was los war und brüllten. Sie brüllten bei angekipptem Küchenfenster. Sie brüllten so mißtönend, daß Ober- und Untertöne entstanden. Sie brüllten, bis sie mitbrüllte. Bis sie heiser war. Bis sie das Küchenfenster schloß und den Finger an die Lippen legte. Die älteste fragte: "Geht's dir jetzt besser, Mama?" Heiser wie sie war hatte sie dennoch das ganze Winnie Puh-Buch mit verstellten Stimmen vorgelesen, so dankbar war sie für die Rettung gewesen. Und der Irre von Bagdad gab ja dann zum Glück schnell auf.
Nicht so dieser Milosovic. Sie kann es ihm gar nicht verübeln. Sie zweifelt nicht, daß der Mann ein Verbecher ersten Ranges ist. Aber sie ist auch schon ein Leben lang an den Männern interessiert und hat sie genau beobachtet. Fasziniert und erstaunt. Sie hat Gesetzmäßigkeiten festgestellt. Und demnach ist es biologisch bedingt, daß ein Mann, dem man unannehmbare Bedingungen stellt, kämpft. Klar ist auch, daß er immer weiter kämpfen wird und daß er, wenn die Agonie beginnt, umso rücksichtsloser wird. Es ist auch klar, daß ein Mann, dem die ganze Nation beim Schwanzlutschen zugeschaut hat, seine Stärke beweisen muß. Und klar ist auch, daß im Hirn dann nicht mehr viel Blut übrig bleibt. Deshalb merkt er nicht, was sich zusammenbraut. Er sieht nicht, daß er den ganzen Rest der Welt gegen sich und seine NATO aufbringt.
Erstaunlich ist nur, daß es insgesamt so wenige Menschen sind, die die Gefahr spüren. Die Gefahr eines Weltkrieges. Natürlich. Das erklärt die kalten Füße. Sie wälzt ihren müden Körper und ihren wachen Geist in den zerwühlten Kissen. Ihr fällt jetzt eine Handlung ein. Es ist aber bloß so eine wie in den achtziger-Jahre-Endzeitbüchern, die sie als Teenie gelesen hat, weil der Zeitgeist es erforderte. Die letzten Kinder von Schewenborn, Z wie Zacharias, die Wolke. Ich bin ein Kind der achtziger, sagt sie sich. Ich bin damit aufgewachsen, daß es jederzeit einen grellen Lichtblitz geben könnte und dann wäre alles vorbei. Ihr fällt auf, daß ihre Kinder geboren wurden, als sie glaubte, die Gefahr wäre vorüber. Ihr wird klar, daß sie Angst hat. Sie ist nicht gegen den Krieg. Sie ist nicht gegen die Nato, noch nicht 'mal gegen Milosovic. Sie ist nicht 'mal gegen die Männer, ohne die doch alles so einfach sein könnte.
Sie hat nur Angst. Wie erbärmlich. Nur Angst.
Angst taugt nicht für eine Handlung. Angst lähmt.
Damit ist klar, warum sie kalte Füße hat. Und warum diese Geschichte keine Handlung haben wird, sondern nur ein abruptes Ende.
Katrin Girgensohn

Ostern

Papst Paul in goldenen Seidenroben,
er predigt - .
Er pirscht sich heran an die leibhaftigen Teufel.
Und reitet durch die Straßen, statt zu gehen.
Ich denke, die ganze heilige Geschichte
ist einen Dreck wert.

Alles, was ich letztes Ostern gemacht habe,
war, ein paar Eier anzumalen.
Es war ein heiliger Auferstehungstag.
Keine Nägel mehr in heiligen Gebeinen.

Nur 1 wahres geweihtes Buch in deiner Hand.
Singsang in Latein, was niemand versteht.
Papierne Waffeln lutschend.
- Ach, stumpfsinniger Christ, das ist so großartig?

Ist das dein Grund für diesen Tag?
Hast du irgendwas kleines, gottgefälliges zu sagen?
Irgendwas über einen magischen, heiligen Tag des Feierns?

Du schaust gottgeweiht drein und humpelst auf deinen Knien daher.
Doch es sieht reichlich komisch aus, wenn du so rumläufst.
Papst Paul nimmt all dein Geld, deine Füße wieder zu Lehm zu machen.
Tontaube...

Ein Mann des Friedens stirbt, und hunderte Kriege beginnen.
Du mordest immer weiter Menschen in seinem heiligen Namen.
Und ich dachte, er hatte gesagt, das sei eine Sünde.
Soldat, wo warst du?
Was ist dein Anlaß für diesen Tag?

Hast du irgendwas kleines, gottgefälliges zu sagen?
Irgendwas über einen magischen, heiligen Tag des Feierns?

Alles, was ich dieses Ostern tun werde,
ich werde Eiersuchen gehen.
Es war ein heiliger Auferstehungstag.
Keine Nägel mehr in heiligen Gebeinen.
Kein Verstand mehr in den Christen.
Jefferson Airplane, 1972

Soldaten sind Männer

Original-Brief-Auszug vom 2.6.97
[...]
Das Ulanen-Denkmal in Demmin.
Von der Reiterstatue ist ja praktisch nur noch die Brust da.
Ausgerechnet da wird ein "Krieger", ein Mann also, am meisten verletzt im Krieg. Darauf wird gezielt.

Bei der Angelobung zum Heer bei meinem ersten Freund war ich dabei. Da stand die Menge der neuen Soldaten: alle gleich, EINE Kriegsmaschine. Und dann nahmen sie zum Schwur alle ihre Helme und Mützen ab. Und auf einmal waren es nur noch verletzliche Menschen, alle verschieden, alle so jung, "Menschen gehen so leicht kaputt". Ich konnte nicht mehr. Mir sind die Tränen nur so runtergelaufen. Wie kann man die Männer verletzen? Wie kann man Männer, verletzlich wie sie sind, in die erste Reihe stellen, sie Kugeln und Granaten aussetzen; Eisen, Maschinen, Metall gegen eine weiche, warme, Geborgenheit und Verletzlichkeit ausstrahlende Männerbrust, in der ein Herz schlägt, das man fühlen kann, das lieben kann....Ich ertrag sowas nicht. Ich möchte das Verletzliche aus der Schußlinie nehmen. Männer in Uniform haben eine eigenartige Anziehung auf mich. Vielleicht, weil mir so bewußt ist, daß sie leben und leben bleiben sollen. Daß sie NOCH leben.

Es hat daher für mich etwas Berührendes, Dich in Deinen Militärklamotten zu sehen. Du bist berührend schutzlos dadurch, bist Zielscheibe - nicht nur im Krieg, ja auch in der Gesellschaft. In Soldatenuniform ist man nicht sicherer, sondern preisgegeben.
[...]
Bei einer Militärparade hier konnte ich mich mal kaum zurückhalten, hätte mich am liebsten vor die Panzer gesetzt. Dieses ZurSchauStellen von Verletzlichkeit unserer Männer macht mich hilflos und wütend. Oft werden mir diese Gefühle so übermächtig, daß ich eben aggressiv zu schimpfen beginne, Ablehnung und Verachtung zeige. Eigentlich ist es Berührtheit und Hilflosigkeit, was in mir vorgeht. Auch Verzweiflung über das, was auf der Welt so vor sich geht......
[...]

   Zielscheibe der Gewalt im Fadenkreuz: unsere Männer.
   Ich liebe meinen Mann. Ich lege den Kopf an seine Brust,
   Männerbrust, Zielscheibe der Gewalt, darauf zielen sie.
   Ich habe die toten Männer gesehen.
   Die nackte Brust eines toten Soldaten.
   Da wurde ich die Frau, die an dieser Brust gelegen hatte,
   deren Hand diese Brust gestreichelt hatte und ich weinte
   Er war Dein Mann, Du hast ihn geliebt. Es sind unsere Männer,
   die wir in den Krieg schicken.

Ich lege die Hand auf die Brust meines Mannes: diese uralte Geste der Vertrautheit. Ich berühre das ganz Zarte an ihm, das ganz Weiche. Fühle warm, wie er atmet, lebt, unter meinen Fingerspitzen das sachte Klopfen seines Herzens. Und ich denke: Was bedeutet diese Geste? Meine Hand sagt: ich bin bei Dir, bin Dir nah. Beruhigend, beschützend berühre ich Deine Brust sanft. Ich will nicht verletzen.
Nathalie

Difficult Thing

 Hallo, sonnige Sehnsucht.
 Solange mein Leben vergeht.
 Wolltest du mich erreichen,
 Ich lief dir nicht weg.

 Hallo, Traum der lichten Ferne.
 Wirst mich mein Leben umwehn.
 Wolltest du mit mir gehn,
 Dann könnten wir wohl bleiben.

 Hallo, ihr lachenden Augen!
 Was sollten euch meine Tränen?

 Find ich Boden unter den Füßen.
 Steh ich sicher auf federndem Stamm,
 Steh ich selbst auf rauhem Findling,
 Steh ich mir zu, zu mir
 Am Rande des Wassers,
 Steh ich sicher in fremdem Geraune.

 Ich lief' nicht fort,
 Und ich ging' mit dir.
 Ich lief' nicht fort,
 Und ich ging' mit dir.
 Edda Müvek

Central European Hobo Blues No. 3

 Die Sonne ist da.
 Irgendwo da, ich hab's nicht vergessen.
 Doch ich kann sie nicht mehr sehen,
 Sie ist mir untergegangen
 In einer meiner letzten Nächte,
 Kann ich den Tod nicht wehren.

 In der Dämmerung schwillt der Abgrund,
 Will mich schlucken,
 Bevor ich spring'.
 Schon bevor ich mich
 Ganz aufgegeben hatte,
 Wollt ich nicht mehr leben
 In Trümmern der alten Ruinen.

 Die Sonne steht still.
 Da irgendwo.
 Ich weiß, irgendwo da ist sie.
 Die Sonne steht still.
 Ich weiß, sie gibt Leben,
 Schenkt Wärme und Liebe.
 Die Sonne steht still.
 Da irgendwo.
 Und darum muß ich gehen.
 Deak 'Bill' Gyula

Believe It

Im dunklen Raum
mit meinem Kopf in meinen Händen
Die Wände zwischen uns scheinen nun jedes Maß zu übersteigen
Ich kann nichts kontrollieren
Waffen liegen neben Deinem Bett
und jede Nacht zähle ich sie alle

Sind wir so weit gekommen - ich glaub's nicht
Nach allem, was wir durchgemacht haben - ich glaub's nicht
Ich schau mich um hier - ich glaub's nicht
Und ich schau in mein eigenes süßes Herz - ich glaub's nicht

Oh, wie sie über uns reden
Wenn wir weit weg sind
Hinter ihren kühlen Augen
Wissen sie mehr als sie jemals sagen
Sie sagen Dir nur die Wahrheit,
Wenn sie betrunken genug werden
Es ist eine Stadt voll in die Enge getriebener Tiere
die Zähne gefletscht - außer Kontrolle

Oh, sind wir so weit gekommen - ich glaub' es nicht
Nach allem, was wir erlebt haben - ich glaub' es nicht
Ich schau mich hier um - ich glaub' es nicht
Ist es das, wohin wir gehen - ich glaub' es nicht

Und jede Nacht beiße ich meine Zähne zusammen und kann nicht einschlafen
Ich kann die Stille nicht ertragen, die sich über die Oberfläche der Welt spannt

Ich habe nie gelernt, den ersten Schlag zu tun
Vielleicht wird Deine Angst umso größer, je mehr Du weißt
Am Ende wolltest Du nichts mehr von Deiner Bestimmung wissen
Um einen Grund für all diesen Schmerz zu finden
Und wie sehr wünschte ich, ich wäre mit Dir gegangen
immer und immer wieder

Sind wir so weit gekommen - ich glaub's nicht
Nach allem, was wir durchgemacht haben - ich glaub's nicht
Ich schau mich um hier - ich glaub's nicht
Und ich schau in mein eigenes süßes Herz - ich glaub's nicht
New Model Army

Zug zur Barmherzigkeit - Train To Mercy

Als ich Dich das letzte Mal sah,
warst Du auf dem tötenden Terrain.
Als ich Dich das letzte Mal sah,
hatten sich alle Tränen in Lehm verwandelt.
Immer noch bin ich nicht durchgedreht,
komm und zieh die Nähte stramm.
Keine Panik,
komm und zieh die Nähte stramm.
Es gibt einen Spätzug zur Barmherzigkeit/Gnade.
Aber ich hoffe, daß er niemals kommt.
Es gibt einen Spätzug zur Barmherzigkeit/Gnade.
Aber ich hoffe, daß er niemals kommt.
Nun, es geht um wie der Winter,
es geht mit brutaler Gewalt.
Nun, es geht um wie der Winter,
hinterläßt ein Imperium auf seinem Weg.
Hörte den Bremser brüllen:
"Ich kann's nicht bremsen."
Hörte den Bremser brüllen:
"Ich kann's nicht stoppen."
Hilf mir, arme Melissa, bewahr die Hoffnung.
Hilf mir, arme Melissa, setz die Hoffnung in dein Vertrauen.
Ist die ganze Welt groß genug für Bitternis und Süße?
Ist die ganze Welt groß genug für die Gemeinen und die Minderheiten.
Es gibt einen Spätzug zur Barmherzigkeit/Gnade.
Aber ich hoffe, daß er niemals kommt.
Es gibt einen Spätzug zur Barmherzigkeit/Gnade.
Aber ich hoffe, daß er niemals kommt.
Er bringt Dich zum betteln, stehlen und borgen.
Deshalb hoffe ich, daß er niemals kommt.
Es gibt einen Spätzug zur Barmherzigkeit/Gnade.
Aber ich hoffe, daß er niemals kommt.
Walkabouts

Guten Abend, Frau Uhlisch

Es war einer dieser völlig verregneten Tage. Als ich die Tür öffnete, wußte ich genau, daß ich bis zum Morgen sitzen würde. Ich pflegte diese Schreibtischtür sonst nie zu öffnen. Es war eine Rolltür, die nach unten aufging. Man konnte sie auch einfach wenige Zentimeter öffnen und die Zettel in den tiefen, geduldigen Schlund schieben. Ein Haufen Papier fiel mir entgegen. Ich bin ein konsequenter Mensch. Schließlich lege ich nicht alle Tage ein Gelübde ab. 7 Jahre- ich erinnere mich wie heute. Nein, mehr als sieben Jahre ist das her, daß die Gynäkologin, die mit der Elefantenbrille, gestorben ist. Elefantenbrille, weil die Gläser dicker waren als die Zehnägel von Elefanten. Josi hatte sich das ausgedacht und damals hatten wir beide darüber gekichert. Aber eine nette Gynäkologin war das. Sie hatte sich stets Zeit genommen und mir und Josi das Gefühl vermittelt, wichtig zu sein. Wir waren ja auch wichtig. Nicht mehr nur ein Mann und eine Frau, sondern ein Vater und eine Mutter, mit einem Unkepunz, der sich noch im Fruchtwasser freischwamm. Vor mehr als sieben Jahren hatte sich die Elefantenbrille über den dunklen Radarschirm des Ultraschallgerõtes gebeugt. Die sonst so ruhigen und gelassene Sicherheit vermittelnden Bewegungen dieser Frau wurden auf einmal unruhig. Hektisch schob sie den Lesekopf auf der glibbrigen Paste hin und her, meinen Kugelbauch entlang.
Dann blickte die Elefantenbrille plötzlich hoch und durch die Gläser sah ich ein paar verzweifelter Augen. Im nächsten Moment kippte die Gynäkologin um. Im Fallen riß sie den Paravent mit, hinter dem die Patieninnen sich freizummachen pflegten. Der Paravent krachte auf die Elefantenbrille und mein lila Höschen - schwangerschaftsbedingt in XXL, landete irgendwie obenauf. Wie im Zeitraffer habe ich die Szene vom Behandlungsstuhl aus gesehen. Josi stand mit offenem Mund dabei. Dann schrie er: "Lina!" Ich schrie "Frau Uhlisch!". Und Frau Uhlisch röchelte nicht einmal mehr. Sie war tot.
Ich schrie um Hilfe, während Josi den Paravent aufhob. Hinter der Schwester und der Sprechstundenhilfe stürzten sämtliche Patientinnen aus dem Wartezimmer herein. Daß ich noch immer unten ohne im Gynstuhl saß, interessierte niemanden. Ich zog meine Hose ohne Schlüpfer an, der irgendwo unter der aufgeregte Meute lag.
Erst als ich wieder zu Hause war, Abends, beim Ausziehen, kam mir in den Sinn, daß Frau Uhlischs Tod etwas mit meinem Kind zu tun gehabt haben könnte. "Vielleicht hat sie was schreckliches entdeckt und deshalb einen Herzschlag gekriegt?" Josi wollte mich beruhigen: "Lina, die Frau hatte einfach ein schwaches Herz. Ihre Uhr war abgelaufen. So ist das halt. Menschen sterben und andere Menschen werden geboren."
Ich schlief die ganze Nacht nicht. Die Hände auf dem Bauch hielt ich Zwiesprache mit dem Wesen in mir, das offenbar genauso wach war. "Was ist los mit dir, gibt's Probleme? Ist irgendwas nicht in Ordnung da drinnen?" Das Kind gab Klopfzeichen, die ich nicht deuten konnte. Josi schnarchte. Auch er erinnerte mich plötzlich an einen Elefanten.
Als der Morgen graute fragte ich im Kreiskrankenhaus nach dem jüngsten Ultraschallspezialsten, mir gruselte vor schwachen Herzen. Man behielt mich gleich da. Gefahr für das Leben der Mutter, sagte man mir, und wollte lieber mich retten als das Kind. Josi wollte das auch.
Ich aber drohte: "Wehe ihr macht hier irgendwas mit dem Kind! Das dürft ihr nicht, es ist mein Leben! Ich warne, dich, Josi, du Elefantenbulle. Ich bin bei vollem Verstand und wenn ihr was gegen meinen Willen tut, rede ich nie wieder mit dir!" Und Josi riet den Ärzten, seiner jungen Frau zu glauben. Er wußte, ich bin konsequent.
Ich beriet mich unterdessen mit dem Kind. Und mit Hildegard Uhlisch. Nächtelang. Ein Mensch war hier für mich gestorben, davon war ich überzeugt, und keinen weiteren würde ich opfern. Die Gynäkologin mit der Elefantebrille blieb bei mir, auch wenn Josi nach Hause gegangen war. Manchmal diskutierte ich so laut mit ihr, daß die Nachtschwester reinkam, um mir Baldriantropfen aufzudrängen.
"Nimm sie! Wenn sie dich für verwirrt halten, wirst du nicht mehr gefragt!", warnte mich Frau Uhlisch, die über dem Fußende schwebte. Frau Uhlisch war weitsichtig. Gerade als Tote. "Endlich brauche ich die Brille nicht mehr.", lachte sie eines Nachts, "Tote dürfen weitsichtig sein." "Was sehen Sie?" "Du bist ein konsequente Frau. Du wirst dich für das Kind aufgeben." "Ich werde also sterben?" "Das liegt bei dir!" Ich hatte Zeit zum Grübeln während der dreimonatigen Krankenhausroutine. Frau Uhlisch half mir schließlich auf die Sprünge: "Du bist die Supermutter. Weißt du das nicht? Eine von denen, die den Verstand verliert, sobald ein Kind im Umkreis von 10 m auftaucht."
Ich überlegte und ich gab ihr Recht. 20 Jahre, war meine grobe Schätzung gewesen, hätte sich alles um's Kind drehen sollen. Beruf: Mutter. Perfekte. "Dein Kind weiß  das und es kommt ihm wohl auf's gleiche raus, wenn du stirbst." Frau Uhlisch lächelte so entrückt wie nur Tote das können.
Gemeinsam mit Frau Uhlisch bin ich in mich gegangen. Links am Kind vorbei und weiter Richtung Seele. Ich bin eine konsequente Frau. Ich fand meine am tiefsten vergrabene Hoffnung. Schriftstellerin werden: der Wunsch lag und moderte schon. Und also mein Schwur: Sieben Jahre lang schreiben, jeden Abend sieben Seiten, jede beginnend mit: "Guten Abend, Frau Uhlisch". Sieben Jahre, wenn ich und das Kind überleben.
Es war Hildegards siebter Geburtstag. Sieben Kerzen auf der Torte, sieben Geburtstagsgäste und Heiterkeit in allen Ecken, obwohl es ein verregneter Tag war.
Ich bin eine konsequente Frau.
Als ich die Tür öffnete, wußte ich genau, daß ich die ganze Nacht lang lesen würde.
Katrin Girgensohn

Frau Meyer - eine Odyssee

2. Teil (1. Teil in LOVER 20)

Gegen 16 Uhr machte sich Frau Meyer, mit vielen Einkaufstüten bepackt und einer neuen, topmodernen Frisur ausgestattet, auf den Weg nach Hause.
Sowohl die Einkäufe als auch der Friseurbesuch hatten sich gelohnt. Für eine neue Stelle besaß Frau Meyer jetzt das passende Outfit (vor allem der blaßlila Hosenanzug war geradezu perfekt), und mit dem feschen Haarschnitt hatte sie auch das nötige Selbstbewußtsein wiedergewonnen.
Sie war etwas später dran als gewöhnlich, aber Horst würde sich sonst eventuell wegen der Einkaufstüten wundern. Die neue Frisur würde er sowieso nicht bemerken: dafür hatte Horst nun mal einfach keinen Blick!
Da Frau Meyer alle Hände voll hatte, drückte sie mit der Nasenspitze auf die Klingel, damit ihr Horst öffnete. Die Tür sprang auch prompt auf, doch mit namenlosem Entsetzen mußte Frau Meyer feststellen, daß es nicht Horst war, der sie dort erwartete.
"Frau Klarsen? Was wollen Sie denn hier?!" stieß Frau Meyer fassungslos hervor. "Ab heute Frau Meyer, wenn ich bitten darf. Und außerdem ist es ja wohl an mir, Sie zu fragen, was Sie hier zu suchen haben! Wahrscheinlich wollen Sie Ihren Krempel abholen, der hier noch überall rumliegt. Oder bringen Sie etwa noch mehr davon?!" Höhnisch wies diese schreckliche Person auf Frau Meyers Einkaufstaschen.
Frau Meyer fühlte, wie ihr schwindlig wurde, sie mußte sich für einen Moment am Türpfosten festhalten. Was zum Teufel ging hier vor?!
"Horst! Horst!" rief Frau Meyer verzweifelt und war schon wieder den Tränen nahe. Horst war ihre letzte Rettung. Vielleicht hatte sich diese Klarsen oder Meyer oder wie auch immer irgendwie unbemerkt Zutritt in die Wohnung verschafft. Oh Gott, wenn sie nun Horst etwas angetan hatte?! Doch da kam Horst schon herangeschlurft. Ach, wie oft hatte sie ihn darum gebeten, er solle die Füße beim Laufen heben! Horst schien sich allerdings gar nicht über die Anwesenheit dieses ominösen Frauenzimmers zu wundern.
"Trudchen, warum bist du denn noch nicht ausgezogen? Ich hatte dir doch den Brief vom Arbeitsamt auf den Küchentisch gelegt. Es fällt mir ja auch nicht leicht, mich von Dir zu trennen, aber die 2 Jahre sind nun mal um. Mach's dir doch nicht so schwer!" War Horst verrückt geworden? Hatte er zu viele von seinen Blutdrucktabletten genommen? Er war ja dauernd so schusselig! "Aber Horst, was für ein Brief denn?" "Warte, ich hole ihn." Gleich darauf kam Horst tatsächlich mit einem Schreiben vom Arbeitsamt wieder. "Entschuldige, er war zwischen die Sportseiten gerutscht..." Typisch Horst! Er vermöhlte alles, was wichtig war.
Frau Meyer riß mit zitternden Fingern den Brief auf, wobei sie von dieser furchtbaren Person Klarsen-Meyer mit unverschämter Schadenfreude beobachtet wurde.
Es war ungeheuerlich, was Frau Meyer da lesen mußte:

Liebe Frau ...?
Ihre ABM-Stelle "Frau Meyer" läuft leider vorfristig am 25.4.99 aus.
Bitte melden Sie sich am Montag, den 26.4., in Zimmer 117 bei Frau Schindler. Wir werden dort alles weitere mit Ihnen besprechen.
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Petrowski

"Mein Gott Trudchen, du bist ja ganz weiß - komm', setz dich einen Augenblick!" Horst schob Frau Meyer, die völlig apathisch alles mit sich geschehen ließ, in Richtung Wohnzimmer.
"Aber nicht auf die gute Couchgarnitur", zeterte dieses schreckliche Subjekt Klarsen-Meyer. Frau Meyer wurde also auf einen der schon etwas wackligen Küchenstühle bugsiert. Mit glasigen Augen stierte sie in die Luft. Doch dann durchzuckte es sie wie ein Blitz, und sie schrie mit sich vor irrem Triumph überschlagender Stimme: "Diese Couchgarnitur habe ich ausgesucht!"; dann jedoch sackte Frau Meyer wieder wie leblos in sich zusammen.
"Horst, so geht das nicht", nörgelte die furchtbare Person. "Sie muß hier endlich weg. Schließlich wollten wir es uns heute abend so richtig gemütlich machen, um uns besser kennenzulernen." "Ja, ja, da hast du Recht", stimmte Horst ihr, wenn auch noch etwas zögerlich, zu. "Schließlich haben wir Chips und Wein gekauft." "Und dann kommt auch gleich die bunte Sendung 'Heimatmelodien' - wir müssen sie irgendwie loswerden!" nun wurde Horst energischer: "Ja, also die 'Heimatmelodien' will ich auf gar keinen Fall verpassen. Die hab' ich mit Trudchen auch immer gesehen. Weißt du was? Wir rufen ein Taxi und schicken sie in die Pension 'Nach des Tages Mühen'." "Das ist mal eine gute Idee", lobte ihn die Klarsen-Meyer und lief gleich zum Telefon.
Frau Meyer schien sich inzwischen etwas erholt zu haben. Mit großen Augen schaute sie Horst an und fragte mehr sich selbst als ihn: "Was mach' ich jetzt bloß?"
"Na, Kopf hoch Trudchen! Hier hast du deine Schecks - schau mal, fast 2000,- DM sind da noch drauf. Die hast du dir ja ehrlich verdient.Und jetzt fährst du in diese nette Pension, schläfst dich so richtig aus - vielleicht haben die ja sogar einen Fernseher im Zimmer, und du kannst dir die 'Heimatmelodien' ansehen! Und morgen sieht die Welt schon ganz anders aus!" In diesem Moment vermeldete diese vermaledeite Klarsen-Meyer, die die ganze Zeit auf die Straße gelugt hatte, mit fröhlicher Stimme: "Das Taxi ist da!" "Aber Horst, du kannst mich doch nicht einfach so wegschicken, nach all den Jahren!" begehrte Frau Meyer ein letztes Mal auf.
Doch ehe Horst antworten konnte, hatte sie diese schreckliche Person schon vom Stuhl gezerrt und unsanft zur Tür befördert.
"Nach unten schaffen Sie's ja wohl alleine. Und holen Sie rechtzeitig Ihren Krempel ab, schließlich brauch' ich den Platz für meine Sachen!"
Traumwandlerisch verließ Frau Meyer das Haus, in dem sie eine so lange Zeit gewohnt hatte.
"Na, junge Frau, nun kommen Sie mal. Ich hab' ja auch nicht ewig Zeit. Zur Pension 'Nach des Tages Mühen' ist doch richtig oder? Ist ja nicht gerade die nobelste Adresse", nahm sie übertrieben munter der Taxifahrer in Empfang. Teilnahmslos ließ sich Frau Meyer auf den Rücksitz fallen. "Na, Sie haben auch schon bessere Tage gesehen, was?" Doch Frau Meyer beachtete ihn gar nicht und reichte ihm wortlos das Geld, als sie am Ziel der Fahrt angekommen waren. "Ja, ja, die Wechseljahre", hörte sie den Taxifahrer noch brubbeln. 'So ein Flegel', dachte Frau Meyer. Sie schaute auf die schäbige Fassade der Pension und fühlte sich hundeelend. Und als sie die völlig heruntergekommene, muffig riechende Rezeption betrat, schwanden all ihre Hoffnungen dahin, sich heute abend die "Heimatmelodien" ansehen zu können.

aufgeschrieben von Regina
(Fortsetzung in LOver 22)

Leben-Tod-Leben

ein Mythos

immernoch renne ich
rot-grün herum
meine Augenäpfel
blutunterlaufen
ich regne ich wachse
ich regne ich wachse
meine Fingernägel
rostbraun
kratzen in der Erde
kratzen ab

vom ich zum du
vom Dur zum wir
vom wir zum ich
ichich wirr
ich gehe schwanger
mit einem gelben
Gehdicht
bist du nicht ganz dicht
bist du Dichter

ich stehe im Bombenhagel
pechschwarz
versehentlich betroffen
meine Nase tropft
weiße Zapfenkälte
unschuldig nachts
wenn die Feuer
Flammen werfen

ich halte den Stein
noch in der Hand
einen Steinwurf weiter
klammheimlich
grüne Spucke
auf dem rissigen Asphalt
Himbeersirup
es wird ein mörderisches
Theater geben

ich drehe mich im Kreis
ich drehe durch
ein tollwütiges Tier
das sich in den Schwanz beißt
aber ich habe keinen
aus mir vulvat Lava
eine wachsame Katze äugt
aus den rosa Spalten
den Lettern

ich gerate aus den Fugen
gerade noch zur
rechten Zeit
mein Herz schlägt
links lustig
rechts ordne ich mich ein
wer von rechts kommt
hat Vorfahrt
doch die Kreuzung
ist gesperrt
durch die Straßen
ziehen Patrouillen
es zieht
meine Pupillen verengen sich
zuschlitzen

ich weite meine Ohnmacht
um den grünen Stengel
platzen Knospen auf
stehen Spalier
im Feuchtdickicht der Träume
Raumvorteil für Bäume
Kettensägenmassaker warten
nur eine Schweigeminute
stelle ich das Radio ab
ich atme sterbend
Wut zu Kraft
ich atme Leben
Nina

I Wegscheide

nach außen gehen
  nach innen
innehalten
  lauschen
dem Rausch nicht länger gehorchen
  zuhören
entäußern am äußersten Rande
  dazugehören

II Rausch der Stille

suchen. finden. zufassen. fahrenlassen. fahrig werden.
faltig ohne Gewähr. gewähren. nehmen geben nein.
stop halt! nicht so schnell. Stromschnellen.
stromlinienförmig gleiten winden.
den Ausgang vom Labyrinth suchen.

III Wohin?

Vorhin wußt ichs noch
eben hatt ichs doch noch
nu isses weg
mein Gott was nu?

IV Halt & Los

Das große Los gezogen. Baden gegangen.
Geheuchelt gemeuchelt gestrebt gebettelt gehechelt.
Überborden. Über Bord gegangen. Leinen los.
Treiben. Lassen.

V

Den Wildwuchs züchtigen.
Überall liegen Unkräuter rum, sogar schon auf der Straße.
Frisch geschnittene Bäume Sträucher am Wegesrand.
Die Kräuter sind so hoch wie ich mindestens.
In einem Jahr ins Kraut geschossen.
Ich habe Jahrzehnte dafür gebraucht & sehe nicht so friedfertig aus.
Ob das Bild täuscht?

VI

Gehe den Bahndamm entlang.
Ellenlang. Hunderte Meter weit. Leichter Schritt
es dunkelt schon. Es bahnen Züge voll vorbei.
Lesen schweigen glotzen Licht Geratter & schon vorbei.
Sie kommen sie gehen auch wieder.
Stehe im Dunkeln einen Augenblick. Verschnaufen
ehe ich umdrehe. Zurück. Nach Hause. Ins Licht.
Mottenlicht (Motten wollen ans Licht).
Die Kerze flackert ich kürze den Docht & meine Zeit
läuft ab. Ich liege lese höre (liebe ich & wen?).
Die Mütze Schlaf ohne Gardine. Vorm Fenster ein
flackernder Stern mitten in der Nacht.
Dazwischen ich. Zufrieden. Eingeklemmt in Nacht
Gedanken & Hitze die aus meinem Leib dampft.
Rüsselkäfer.

VII

Liege. Mitten im Gestrüpp. Hingestreckt.
Das Messer an der Kehle war zu scharf. Ich zu brav.
Erbarmungslos.
Nun liege ich. Mitten im Gestrüpp. Gestreckt.
Heimatlose Katze. Vagabundin in meiner Mitte.

VIII

Ganz Weib. Ganz hier ganz dort ganz verstreut.
Weichteile im Wind. Gebogene Halme (nicht gebrochen).
Muskeln voller Mollusken. Laute.
Nina

Der Pelzmantel

Ich brach dem Pelztier
das Genick
ich brachte es um
Kopf & Kragen
jetzt trage ich es warm
um mich
vor meinem schwarzen Frost
zu schützen
Nina

Sommergrün

Sonnenvögelgezwitscher. Was kann ich dafür? Kann ich dafür, daß soviel Frühling ist? Meine Lungenzipfel füllen sich mit Luft. Lust knarrt & die Pforte öffnet sich. Zungengipfel.
Zahmes Füllen wilde Sau - wir spielen Verstecken. Im Gebüsch grinsen Wildkatzen & ziehen Grimassen. Ein Hüpferling wär ich, würd ich jetzt baden gehn!
Der klare See liegt verführerisch: klar, will ich. Willig rubbelst du mich ab danach. Gänsehäutig schließ ich dich in meiner Arme Gebet ein.
Das Gebetstuch fällt weich auf uns. Nacht hüllt uns ein. Ich muß nicht länger frieren. Fühle deinen Herzpoch mit dem Augenlid nach.
Die Linie deiner Brauen braunen Hände haarstoppelig, stolperst du über den Bogen meiner Hüften. Die Geige tönt aus den Innereien laut.
Der Bogen spannt sich. In den Windungen - unserer Umarmungen verlieren die Konturen an Schärfe. Die Küsse schmecken salzig süß.
Saftige Schmelze Feuchtapfel Tigerauge bissige Beißkatze. Katzenzunge Schlemmertheater. Honigmilchige Nähe. Hitzewärme krabbelt in die Ritzen Risse. Ich lach so laut & die Tränen laufen aus dabei.
Dann beginnen wir von vorn. Das Streichorchester spielt auf & wieder verlieben verlieren wir uns um ganz von vorne von hinten oben unten überall zugleich zu sein.
As time goes by. Vorbei.
Als die Boxer den Bach runtergingen, war ich noch lange nicht K.O.
Aber Jesus baumelte am Kreuz, sein Fähnchen flatterte im Wind: Bruder Alkohol, rette mich. Ach jesus crisis das Leben isne Qual. So kriechst du aufm zahmen Fleisch immer anne Wand lang.
Wo gehts lang hier? Keine Ahnung. Ich seh schon lange nich mehr durch. Durch & durch kurzgebraten starrst du mich an, Stahl im Blick & Schiß inne Büx. Na los, drück schon ab!
Faale Eier klatschen an die Wand, doch du krabbelst friedlich weiter, bis du irgendwann abrutscht. Mit Pennern hat keiner mehr Mitleid: die stinken & betteln nur...
Meine Brüste hängen sich im Halter zurecht: Halt die Hände auf & halt die Klappe! Du bist alt geblieben & jung geworden mitm Blues. Immer ein Hemd aufm Leib & die Jeans dazu. Knappe Besetzung & die Bilder bleiben stehen, rauschen durch, einen Titel lang.
Ein Fünf-Minuten-Blumenstrauß, duftig zart & samtfrisch bunt für dich...
Die Fünf-Minuten-Terrinen erblassen. Bienen gehen summend von dannen.
Wer hätte das gedacht? Der Herrgott der alte Wichser läßts regnen & mir fährt der Duft in die Nüstern in den Mund, bis er tönt. Leichter Gang. Feuchtstute, wer kann sie bremsen? Der Schritt brennt noch, die letzte Zigarette verglimmt. Ein Hauch Asche kringelt bodenlos. Du verkriechst dich hinterm Vorhang, bis er fällt & abgehängt wird. Häng dich auf, die Ratten reiben sich schon die Schwänze am schwarzen Plüsch. Das Sofa glitzert silbern in der Mitte. Ein Gauklerspiel nimmt seinen Lauf.
Schütteln ganz leicht ausm Handrücken raus - wenn das so leicht wäre!
Leichtgläubig schaust du mich an, dabei hab ich doch noch gar nix gesagt. Was sagste? Der Fünfminutenstrauß dämmert ums Haus. Der Dank bleibt. Aus dem vollen Hals kehlt die Musik: Ich sauge sie auf du!
Rütteldichte Seeligkeit. Orgie im Schweigen. Keinen Meter Schützengraben buddelst du unter meiner Haut. Der Wagen rollt, die Räder klickern Zickzack in der Ferne & verduften. Roll over Beethoven, das Gewitter grummelt. Du himmelst mich an, ich rassel mit meinen Narrenschellen, aber ich kleb dir keine. An der Litfaßsäule klebt ein Spucki: NEIN zum Krieg. Kriegst du mit, wenn er abgefetzt am Boden liegt? Laß uns ne neue Säule suchen ganz am Ende der Straße.
Wenn die Feder übers Papier fliegt, den Stift unter sich begräbt: Nachtschwärmer im Wolkenverdeck bis in den kleinen Sonnenaufgang. Der Schreck saß ihm noch in allen Gliedern. Sonnenanbeter auf allen Vieren an den Brüsten einer schlafenden Frau. Der ängstliche Maler schwingt seinen Pinsel, hey endlich nach seiner eigenen Melodie. Die Farbe fließt wie im Traum, der Tänzer jubelt bis heut!
Warten auf die nächste Liebe. Warteschlange. Warte lange. Ich warte schon so lange. Da kannste lange warten, na und? Nackte Schnecken im Mondschein warten. Spießrutenlauf & dann? Ich warte schon so lange.
Ich Warteschlange. Wie lange noch & langt das nicht langsam? Lang zu du! Und warte nicht so lange auf die Warteschlange.
Sei nicht so burschikos, wenn ich jetzt das Burschi kos! Ohne Hos...
Die wilden Orgien bleiben aus. Auf der Weberwiese verblühen wilde Orchideen. In wollen Zügen leeren wir die Gläser & gehen baden im Gläsernen See unserer Züge. Alarm. In den U-Bahnen ticken die Uhren richtig: alle Stationen unbesetzt, nur manchmal steigt einer aus. An der Samariterstraße steinigt mich jemand. Im Dunkeln erkenne ich dein Gesicht. Schweigen staut, aus den Mundwinkeln rinnt Blut. Blechern schallt eine Kette den Boden entlang.
Ich komme.
Nacktsamer wälzen sich in den Betten zur Fastnacht. Ich küß dich.
Häng dein Feuer zur Türe raus.
Verpiß dich!
Scheuer Hund.
Pina

Auf ein Wort - Die Folgen von Preisausschreiben # 6

Folgende Fragen sollten euch kalke Schauer durchs Hirn jagen:

#1: Welche Nazion füttert das Wappentier von Seite 2? [Bumsadler alias Fette Henne]
#2: Womit?
#3: Und was heißt das?: Alaser mu Sassi. Dicufant cledensi Fraas. Derra beli sdenkae Sefall én. Eindro Medarfi lumundiam mertela ut.
#4: Was ist das Ende von Frau Meyer?
#5: Was sind die meisten?
#6: Unter welcher Adresse findet man LAPSUS im Internet?
#7: Hast du Angst vor freier Zeit?
#Z: Warum gab es 91, 92, 93 kein LAPSUS-LIVE?

Achim ließ sich durch das Fehlen seiner Antworten im LOVER 20 (Heftausgabe) nicht abhalten, bei #6 wieder sein Glück zu versuchen:

zu #1: Die DOITSCHE. Hat aber Riesenappetit auf mehr.
zu #2: Leben. Zunehmend restlos. [Zunehmender Rest, hoff ich.]
zu #3: Aal aß er, Mus aß sie. Die Kuh fand Klee, den sie fraß. Der Rabe ließ den Käse fallen. Ein Dromedar fiel um und jammerte laut.
(Mußte mir dauernd Lachtränen abwischen...)
zu #4: Offen. (oder doch männlich?) [ähnlich]
zu #5: Die Mehrheit ist bescheuert und gewinnt die Wahl. [Aber Mißgalaxis wird nur eine!]
zu #6: http://www.fortunecity.de/kraftwerk/klingklang/23 - aber nicht weitersagen!! [pscht!!!]
zu #7: Nein. (Erinnnert mich wieder an den bekloppten Spruch von Breshnev "Freizeit ist die Zeit, die frei ist von der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.") [Falls sie fragt.]
zu #Z: Keiner hat Jemanden eingeladen - Und Niemand war gekommen. Und der nannte das dann nicht LAPSUS, was ja auch berechtigt war. [Einer]

Für Lach-Tränen hat's heute nicht gereicht, aber es tat wieder gut und wohl, Deine Antworten zu erfahren. Preissturz nach Süden! Mit dem Verschusseln Deiner Antworten zu #5 das tut mir sehr leid, Achim, sie seien nachgereicht:

#1: Ro Li
#2: FdE
#3: Hansi & ?
#4: Dirk? Klassiker?
#5: Mari Boine
#6: Julia
#7: Frieda
#Z: S. 12, 19.

Nun weiter mit Antworten zu #6 von Werner Klopsteg & Co...

Dirk:
#1: Die Nazion der Vogelliebhaber. [Welchen Vogel hast Du?]
#2: Mit Vogelfutter - oder? [Schau nur nach, noch alles dran an Dir?]
#3: Weiß nicht. [Ohje, ohje... Erbspüree]
#4: Wer will, kriegt auch Arbeit! [Nun komm, was ist denn eigentlich mit Dir los? "Arbeit", "Arbeit", "Arbeit"?]
#5: Man sollte doch erstmal das Gute im Menschen sehen! [Endoskop? Skalpell? Fell über die Ohren? Magensonde? Finger in den Hals? Rhizinus?]
#6: Und wo finde ich das Internet? [Weiß nicht.]
#7: Nein, denn wer will, der kriegt auch Arbeit! [Bis denne!]
Z: Lassen wir uns nicht beirren und blicken in die Zukunft! [Na los, ich meinte ja 2091, 2092, 2093!]

Vielen Dank, ich hör also mal wieder paar CDs durch, ne Maxi wird schon rausspringen...

Und Regina:
#1: Es ist jedenfalls eine ganz böse Nazion! [Und wenn ich die zwischen die Finger kriege!]
#2: Mit Kruppstahl! [Prothesen?]
#3: Allah muß sehr nötig auf Toilette. (Allerdings fehlt da ein G.) Die Kuh fand Klee, den sie fraß. Der Rabe ließ den Käse fallen. Ein Dromeda fiel um und jammerte laut. [Gassi in Dubai, wer war dabei?]
#4: Das wird erst zum Schluß verraten!
#5: Stöckchenwerfer bzw. Schwanzwedler. [Schlimme Kindheitserlebnisse oder Gegenwartstraumata? Oder sind die meisten nicht etwa - - - Untertanen?!]
#6: Bei Hansi, Köpenicker Str. 213, 12683 Berlin - eine gute Adresse! [und eine Lange]
#7: Dann kaufe dir ein neues Kleid. [Meinst Du, ich sollte, ich meine ... wirklich?]
Z: Das wußte ich ja gar nicht. Da ist man bloß mal kurz im Ausland, und schon läuft nichts mehr! [Ich, Bloß, NIchTS]

Tja, werd' Dich über die Preisverteilung wieder mal einig mit #5! Nun noch die (R)Einfälle von Ginger aus Indien:
1. Ist da jetzt der Halbaffe mit dem Buckel gemeint? [Der auch, genau!]
2. Na mit dem Wappentier! [Schön wär's!]
3. Jet ztwi rdse twa släng eric hkon tem ird asdi chtenich tve rknei fen:
(Es handelt sich hier um alte isländische Sage in Versen / Minnesang für tierliebe Brunhilden)
Es war, und dies könnt ihr mir glauben
eine Kuh, die auf der Wiese stand
etwas Essbares zu klauben
und auch bald etwas Klee dort fand.
So konnt' fressen ihn geschwind
und geben Milch so weiß
die Kuh für Käs' und Kind
mit großem Fleiß.
Den Käse nun ein Rabe find',
der will sogleich ihn speisen.
Doch müd' von seinen Flügen allen
die er tat auf langen Reisen
ließ er den Käse fallen
auf eines Dromedares Haupt
im Zoo von Reykjavik.
Dieses fiel um - des Gleichgewichts beraubt
und jammert' laut: Quiek, Quiek!
(Eig entlic hwar esjae insch wei nu ndke indro me dar.) [Hab ich gelacht!!]
4. -Eier mit Üpsilon oder nur -er (wie man 's auch dreht, es ist immer wieder maskulin) [Es nun auch schon?]
5. Frau? Meyer???? [Letzteres...]
6. Unter der, die drüber steht. [Hab ich gelacht? Ja.]
7. Was ist das? Etwa die Stunde zwischen Sommer und Winter? [LAPSUS live dauert doch wohl etwas länger...]
Z: Es ging schließlich straff auf die 2000 zu (wie unsereiner auf die 40). [40 Kilo?] Da kann man schon mal Torschlusspanik bekommen und von alten Gewohnheiten abrücken. [Kommt doch endlich mal alle in Torschußkomik und nicht nur für ne halbe Stunde!]
Aber wir wissen es ja alle: Was gut ist, setzt sich durch.

So, ham wa se nu alle? Dann die Ärmel hoch und weiter gewühlt in dem abgründigen Triefen der menschlichen Seele:

LOVER-PREISAUSSCHRIEBEN # 7

Diesmal dürft ihr lange raten! Es gibt heuer nämlichst 7+1 Antworten und ihr müßt die Fragen dazu finden! Ha! Haha!

#1: Lover.
#2: Das hätte ich ja nicht gedacht!
#3: RockRuf!
#4: Weiß nicht.
#5: Nein, das bleibt unter uns!
#6: Geil.
#7: For ever Yang!
Z: Echt? Die haben da wirklich...?

Die Fragen wie gewohnt an Ro Li B. Aber mehr werd ich auch nicht antworten! Denn schlimm genug ist folgender Hinterrücken gewesen:

Einer wird gewinnen

Exklusives Preisausschreiben: So Roland, wir haben viele schöne Preise für Dich! Welchen wirst Du gewinnen?

1: Woher kommt Deine Vorliebe für Preisausschreiben?
Von links. Ich gebe linker Hand viel Geld für Unsinn aus. Ich bin zwar dann das Geld los, was auch schön ist, habe dafür aber wieder viel unnützen Schietkram am Hacken. Aber wie ich den loswerde, verrate ich nun doch nicht weiter.
2: Wer bist Du und warum?
Einige Fragen unterwegs auf den Antworten. Weil ich das so will.
3: Was hast Du, was andere nicht haben?
Och, das wechselt mit jedem neuen Preisausschreiben.
4: Wieviele Dias hast Du zu Lapsus gezeigt und warum?
Zwei, wo ich vom Regenbogenschmetterling umgeben war. Die anderen waren wie immer nur Beiwerk. Warum - weil ich während ganz LAPSUS live nicht ein Mal die Zeit hatte, mir einen netten grünen Würger zu kochen, aber das interessiert ja keinen! Mehr als mich. Jedenfalls hatte ich da gleich die Idee für nächstes Jahr: Bei LAPSUS gehen nicht nur die Uhren anders, sondern gleich der ganze Kalender! Ein LAPSUS-Monat wird zwischen Mai und Juni eingeschoben! Wenn das mal reicht... Für alle Dias... Und zwischen April und Mai! Und zwischen März und... Aber das alles ist ja schon längst geschehen! Ich lebe und liebe und fühle mich gut. In den lichten, freundlichen Tagen, den wunderbaren Nächten.
5: Wo liegt Dubai?
Momentan auf Platz 1. Meiner intimen Radio-Rumpeltron-Hitparade. Warum? Wohl weil meine Eltern weiße Araber sind.
6: Was wollte Coco sagen und warum?
Warum, das weiß ich ganz genau: um Geld zu verdienen. Was, das weiß ich überhaupt nicht. Vielleicht die Unzufriedenheit mit ihrem Namen ausdrücken, sie würde doch viel lieber Coca heißen und als lebender Werbeträger... wie wir... Oder wenn sie landläufig mit dem Schwanz und wir läufig auf dem Land mit dem Stock? Sie fühlte sich bestimmt nur belästigt vom Reporter mit seinem Stöckchen.
7: Wie spät war es am 22.5.99 um 8.00 Uhr MEZ und warum?
7 Uhr LAPSUSZ, weil meine Uhr richtig ging! Weil ich die Stunde Zeit brauchte, pro Sekunde 37 Dias anzuschauen, auszuwählen, einzuordnen, fallenzulassen, aufzuheben, anzuschauen...
Z: Vor welcher Frage hast Du Dich am meisten gefürchtet und warum?
"Was möchtest du?", weil ich lange nicht heim fand.

[Achso, falls es sich um Preise handelt, die ihr mal bei mir gewonnen hattet... verzichte ich lieberst. So, nun laßt mich wieder über wichtigere Dinge nachdenken, das Hauptproblem, die kulinarische Versorgung der Lapsus-Konsumenten...]
Dirk, Regina

Düster - eine Filmkritik

Dark city, Letzte Ausfahrt Brooklyn, Die Stadt der verlorenen Kinder, brasil, trueman - eine Welt, in der die Sonne niemals aufgeht. Dreck, Düsternis, Dunkelheit, Hinterhöfe, Feuerleitern, Mülltonnen, Penner, streunende Hunde, .. unsere Welt durch die Augen dieser Filmemacher.
Was haben die erlebt, was verarbeiten die da? Verlorenheit in einer Welt, die von Maschinen - bedrohlich und monsterhaft - beherrscht wird, in der die Menschen klein ein Rattendasein fristen, durch Abflußrohrähnliche Straßenschluchten gespült, im düsteren Lampenlicht sein Leben stehlen, am Rande einer Maschinerie, die - vom Menschen selbst geschaffen - schon längst ihr Eigenleben entwickelt hat, deren Menschliche Drahtzieher schon längst selbst zu karikaturenhaften Marionetten geworden sind. Eine Welt voller abgestürzter Existenzen, hoffnungslosen, alten Gesichtern, ausdruckslos frißt der kleine Bruder mit den großen treuherzigen Kinderaugen alles in sich hinein, was er in die Finger kriegt - auch wenns mal eine Kerze ist... Durch nichts mehr zu erschüttern, gleichmütig, manchmal auch mutig und doch, trotz aller Wünsche, noch zu retten, was es noch zu retten gibt, hat der Hauptdarsteller doch nur eine Antwort auf die Frage nach seinen Zukunftswünschen: "Arbeit finden, eine Frau, ein Haus..." - ein Auto, ein Fernseher... ergänze ich in Gedanken. Obwohl er immerhin eines weiß: eine Frau muß man sich lange suchen, wie einen Schuh, der gut paßt. Und rudert mit der kleinen Schwester ("gemeinsam sind wir stärker") in den - nein, Sonnenuntergang gibt es ja keinen mehr, also rudern sie unter dem dunkel umwölkten Himmel über das schwarze, ölige Wasser, auf die HafenMülltonnenHinterhofKneipenstadt zu. In ein neues glückliches Leben. Ein Wunder, daß die kleine Hauptdarstellerin keine KinderChristbaumAugen kriegte?
Ist das unsere ganze Hoffnung, daß es noch Gefühle geben wird in einer grauen lichtlosen Welt? Daß einige nicht durchdrehen werden, nicht im Drogenrausch versumpfen, nicht hysterisch überschnappen, nicht zur Karikatur eines maschinengewollten Machtwürstchens verkümmern und auch nicht mit der ewig duldsamen Massenschafherde laufen? Aber wie klein lassen die Filmemacher ihren Helden die Nischen nur mehr? Ihre Gefühle erreichen uns nicht mehr, lassen uns genauso gleichgültig wie sie selbst. Was für eine Leistung ist es schon, den Kopf wieder vom Kneipentisch zu heben und ein paar Schritte zu tun? Die Gelegenheit der Stunde zu nützen, um die gewohnte, ewig gleiche Umgebung wiederherzustellen. Genügt es wirklich schon, anders zu sein, sich ein klein wenig aus dem Strom der Schafe abzuheben, indem man den Kopf etwas hebt und den zunächststehenden Mitmenschen wahrnimmt?
Die Helden dieser Welten sind keine Helden mehr, sondern vielleicht eher zur Warnung gedacht: sollen das einmal die Besten sein?
Ist das wirklich der Kurs, auf dem wir steuern? Ist das unsere Zukunft: lichtlos wie die Küchenschaben zu leben, zwar ohne Autos und Fabriken, aber in einer zerstörten Welt in den Farben einer erst halb verrotteten Mülldeponie? Ich kenne diese Farben von alten, sepiabraunen Fotos aus den Armenvierteln der Städte. Doch da kam die Farbe vom Entwicklungsstand der photographischen Technik und die Welt war in Wahrheit auch voller Blumen und Bäume und Gras... Können wir überhaupt überleben mit diesen Farben? Nehmen wir nicht Schaden an Körper und Seele? Meine Augen hungerten nach grün, als ich noch in Wien, im grauesten Bezirk dieser "grünen" Stadt wohnte. Der Blick aus meinem Fenster spiegelte etwas dieser Filme wieder. Eine trostlose Umgebung. Die Hoffnung quält sich darin selbst zu Tode. Wie oft habe ich damals gewünscht, doch endlich die Hoffnung aufgeben zu können, mich doch endlich der Dumpfheit dieses Lebens ergeben zu können. Verzweifelt strampelte ich schreiend auf meinem Bett, hatte das erstickende Bedürfnis, gegen die Mauern anzurennen, wovon mich irgendein letztes Fünkchen Verstand regelmäßig abhielt. Sonst hätte ich mir wohl die Knie und Fäuste blutig geschlagen. Und meine Seele.
Ich bin immer noch krank. Mein Körper, auch meine Wahrnehmung, wehrt sich verzweifelt gegen das Grün, die BlumenDüfte, das Insektengesumm.
Meine Abwehr ist nicht mehr so panisch wie vor zwei Jahren, manchmal erreicht mich jetzt schon das Gras zwischen meinen Zehen, ich kann unbedroht neben einer Spinne leben. Langsam begreife ich: es ist meine Erde, ich gehöre dazu. Die Erde trägt mich, wenn ich auf ihr liege, ich kann ihr mein Gewicht überlassen. Ich kann unbesorgt die Düfte einatmen und genießen, sie greifen mich nicht an. Erde ist kein Schmutz an meiner Haut, ich kann die Berührung zulassen, denn meine Haut ist dem verwandt. Ich bin verwandt mit allem, was mir hier begegnet, diese Erkenntnis macht mich heil. Sie beruhigt mich und sie tröstet mich. Die Welt ist nicht feindlich. Trete ich in den Wald, so schlägt mich kein Metallding gegen die Beine, so daß ich meterweit fliege, mir beim Aufprall alle Knochen, die noch heil sind auf dem betonharten Boden breche. Der Waldboden ist weich, federt, trägt mich. Er ist Zuhause für viele kleine Lebewesen, wie mich. Ich umarme den Stamm eines Baumes, schaue in die Blätterkrone auf: Ich bin klein und hoch dort oben breitet der Baum seine zarten, feinen, kleinen, weichen Blätter ins Licht. Und ich steh im Grün, steh in der Luft, die der Baum ausatmet, fülle mir damit die Lungen und mit dem grünen Licht die Augen bis ins Herz. Langsam, ganz langsam komme ich an: zuhause auf der Welt.
Nathalie

Abgründiger Engelsgesang

Michael Gira und Angels Of Light im Dresdner Starclub
Von Andy Dallmann
Michael Gira 1999Als Gira nach Mitternacht eine Saite riß, jagte er sein Publikum an die Bar, damit es die unvermeidliche Pause sinnvoll nutze. Und dieses kurze Abtauchen in die alltägliche Realität tat den meisten sichtlich gut. Zu sehr hatte sie zuvor der apokalyptische Sanges-Ritt des Ex-Swans beansprucht. Seine Stimme dominierte alles, kein instrumentaler Ton erreichte deren packende Präsenz. Eben noch tiefdunkel bis höIIenschwarz - Lou Reed trifft Leonard Cohen - flog sie plötzlich auf eine klare Höhe ins Engelslicht. Nicht einmal das plumpe Ploppen von Bierflaschenverschlüssen konnte sie dort herunterholen.
Ohne elektronisches Ton-Spielzeug, reduziert auf akustische Instrumente, ein bißchen Orgel, E-Gitarre und Baß: Giras Angels Of Light sind eine Ewigkeit von vorhersehbaren Effekten und Standards entfernt. Blues, Folk, Walzer. himmlisch schönen Melodien folgen ekstatische Ausbrüche, übers Vibraphon galoppieren Liebe und Tod.
Dieser ist für Giras Songs, was das Surfbrett für die Beach Boys war: Ein Fixpunkt, um den man die ganze Welt kreisen läßt. Weil das irdische Ende für den begnadeten Songschreiber nicht nur Trauer oder gar Jammer bedeutet, blitzen in den düsteren Botschaften frecher Sarkasmus und Ironie auf. Giras Melancholie schläfert nie ein, dafür leistet sie sich zu viele musikalische Brüche, dafür ist sie zu ausgefeilt. Immerhin arbeitete Gira ein ganzes Jahr am Material für "New Mother" dem ersten Album seines Ende 1997 gestarteten Projekts Angels Of Light. Und dieses widmete er seiner Ex-Frau Jarboe, die ihm seit 1982 als zweite Hälfte der Swans-Zentrale zur Seite gestanden hatte. Das besetzungsmäßig extrem instabile Unternehmen sorgte mit teilweise harschen Stilwechseln immer wieder für Überraschungen. Im Vergleich zu "New Mother" blieben das allerdings geringfügige Kurskorrekturen. Im Studio setzte Gira seine neuen Ideen mit einer Heerschar illustrer Musiker um, live assistieren ihm nur vier davon. Die Klangverluste sind zu verschmerzen, schon weil live Zugaben möglich sind. Und die wollte und bekam das Star-Club-Publikum.

Everybody’s free (to wear sunscreen)

Wear sunscreen...Der Text enstammt einer Kolumne von Mary Schmich, die ihn für die Zeitung "Chicago Tribune" verfaßt hat. Über das Internet ist Baz Luhrman (bekannt aus den Filmen "Romeo & Julia" und "Strictly Ballroom") aufmerksam geworden und hat den Text gemeinsam mit dem Schauspieler Lee Perry (von ihm ist die Stimme) vertont. Die weibliche Stimme gehört Quindon Tarver.

Jeder hat die Wahl (Sonnenschutz zu tragen)

Meine Damen und Herren der Klasse von ’99
Tragen Sie Sonnenschutz
Wenn ich Ihnen einen Tip geben dürfte für die Zukunft, dann wäre es Sonnenschutz
Die langfristigen Vorteile von Sonnenschutz sind von Wissenschaftlern bewiesen worden
Der Rest meiner Ratschläge hingegen basiert auf meinen eigenen Erfahrungen
Hier sind meine Ratschläge:

Genießen Sie die Kraft und Schönheit Ihrer Jugend
Oh, keine Sorge, Sie werden die Kraft und Schönheit Ihrer Jugend erst dann verstehen,
wenn sie vergangen sind
Aber glauben Sie mir, in 20 Jahren werden Sie zurückschauen auf Fotos
und sich in einer Weise sehen, die Ihnen jetzt unbegreiflich ist:
Wie viele Möglichkeiten liegen vor Ihnen und wie toll sehen Sie aus!
Sie sind nicht so fett wie sie denken

Machen Sie sich keine Sorgen über die Zukunft
Wenn Sie es doch tun, bedenken Sie, daß es genauso wirkungsvoll ist,
wie eine mathematische Gleichung durch Kaugummikauen zu lösen
Die wirklichen Schwierigkeiten in Ihrem Leben sind die,
die Ihnen niemals durch Ihren sorgenvollen Kopf gehen
Die Sie voll erwischen an einem ruhigen Dienstag

Singen sie

Gehen Sie nicht rücksichtslos um mit den Herzen anderer Leute
Geben Sie sich nicht ab mit den Leuten, die rücksichtlos mit Ihrem umgehen

Benutzen Sie Zahnseide

Verschwenden Sie nicht Ihre Zeit mit Eifersucht
Manchmal sind Sie vorne, manchmal sind Sie hinten
Das Rennen ist lang, und am Ende machen Sie’s nur mit sich selbst aus

Behalten Sie Komplimente, die Sie bekommen
Vergessen Sie Beleidigungen
Wenn Sie das hinkriegen, Sagen Sie mir wie

Bewahren Sie Ihre alten Liebesbriefe auf
Werfen Sie Ihre alten Kontoauszüge weg

Dehnen Sie sich

Fühlen Sie sich nicht schuldig, wenn Sie nicht wissen,
was Sie mit Ihrem Leben anfangen sollen
Die interessantesten Leute, die ich kenne, wußten mit 22 auch nicht,
was sie mit ihrem Leben anfangen sollten
Einige der interessantesten 40jährigen wissen es immer noch nicht

Nehmen Sie reichlich Kalzium

Gehen Sie behutsam mit Ihren Knien um
Sie werden Sie vermissen, wenn sie nicht mehr funktionieren

Vielleicht werden Sie heiraten, vielleicht nicht
Vielleicht werden Sie Kinder haben, vielleicht nicht
Vielleicht werden Sie sich scheiden lassen mit 40
Vielleicht werden Sie auf Ihrem 75sten Hochzeitstag noch den Ententanz machen

Was immer Sie tun, beglückwünschen Sie sich nicht zu sehr
Und machen Sie sich auch nicht runter
Ihre Entscheidungen sind halbe Zufälle
Wie bei allen anderen auch

Haben Sie Spaß an Ihrem Körper
Benutzen Sie ihn, wann immer es geht
Haben Sie keine Angst vor ihm oder davor, was andere Leute über ihn denken
Er ist das großartigste Instrument, das Sie jemals besitzen werden

Tanzen Sie
Selbst wenn Sie keinen anderen Platz dazu haben als Ihr Wohnzimmer

Lesen Sie die Vorschriften, auch wenn Sie sich nicht daran halten werden

Lesen Sie KEINE Schönheits-Magazine
Sie bringen Sie nur dazu, sich häßlich zu fühlen

Lernen Sie Ihre Eltern kennen
Sie wissen nie, wann Sie für immer gehen werden

Seien Sie nett zu Ihren Geschwistern
Sie sind die beste Verbindung zu Ihrer Vergangenheit
und sehr wahrscheinlich die Menschen, die auch in Zukunft zu Ihnen halten werden

Verstehen Sie, daß Freunde kommen und gehen
Aber an den wenigen kostbaren sollten Sie festhalten
Arbeiten Sie hart daran, die Gräben in der Geographie des Lebensstils zu überbrücken
Denn je älter Sie werden desto mehr brauchen Sie die Menschen, die Sie kannten, als Sie jung waren

Leben Sie einmal in New York City, aber gehen Sie weg, bevor es Sie zu hart macht
Leben Sie einmal in Nord-Kalifornien, aber gehen Sie weg, bevor es Sie zu weich macht

Reisen Sie

Akzeptieren Sie bestimmte unverrückbare Wahrheiten
Die Preise werden steigen, Politiker werden wanken, auch Sie werden älter
Und wenn Sie alt sind, werden Sie davon fantasieren,
wie vernünftig die Preise waren, wie standhaft die Politiker
und wie die Kinder ihre Eltern respektierten, als Sie noch jung waren

Respektieren Sie Ihre Eltern

Erwarten Sie von niemandem, daß er Sie unterstützt
Vielleicht haben Sie ein Treuhand-Vermögen, vielleicht einen reichen Partner
Aber Sie wissen nie, wann das eine oder andere zuneige geht

Pfuschen Sie nicht mit Ihrem Haar
Oder es wird mit 40 so aussehen wie mit 85

Seien Sie vorsichtig mit denen, deren Rat Sie einkaufen
Aber seien Sie geduldig mit denen, die Ihnen einen Rat umsonst geben
Ein Rat ist eine Form von Nostalgie,
ihn zu geben ist wie die Vergangenheit aus dem Abfall zu angeln,
sie abzuputzen, die häßlichen Stellen zu übermalen und sie wiederherzustellen,
mehr als es sich lohnt

Aber vertrauen Sie mir bei dem Sonnenschutz

Danksagung

Am Ende wieder Druck, Dampf, Repressionen (DDR):
Redaktionsschluß für LAPSUS-OVER Nummer 22 ist der 14. August (99).
Erscheinen wird uns der neue Lover Endes August. Beiträge, grünen Würger, Abziehbilder, Danksagungen, Gutscheine und so was wiederum an
Ro Li B., Supernovalis 19, OT LAPSUS-LAND, 17121 ZarNekla. Telefonisch: 039998/10487
Nehme sehr gern Texte auf Disketten (DOS) 5,25" oder 3,5" oder auf CD-ROM entgegen. Möglichst ASCII. Porto bitte ausreichend, ich muß ab und an nachzahlen. 1,1 DM reicht für ne Diskette nicht Lange.

Ich freue mich mit allen, die die vielen lustigen Gags, Anspielungen, Wortfindungen ergötzen. Ich wünsche Euch mit jedem Lover auch gute Lacher! So long meine Lieben! Roland

Und zum Schluß:
"Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden." Lenin

Dummheit

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