OVER
Nr. 31
Nicht so einfach war es jedoch, die auch diesmal recht zahlreichen Ankündigungen in eine Reihenfolge zu bringen, die den Wünschen der Akteure halbwegs gerecht wird. Wie immer ist das so entstandene Programm eine Idee, die in der Praxis ihre Wahrheit, dass heißt ihre Wirklichkeit und Macht, unter Beweis zu stellen hat und hoffentlich die Massen ergreift...
Ich wünsche mir jedenfalls, meine Beiträge doch noch irgendwie fertig zu kriegen und dies alles mit euch zu erleben, und uns gute Fingsttage in Zarnekla.
Was den LOver angeht, drängt sich mir manchmal der Eindruck auf, dass der LOver mit einem Wegfall der Musikartikel, Preisausschreiben und Umfragen wichtige Gründe zum Mittun verlieren würde. Was könnte man dann noch schicken, wenn das Re-act-oren-sausen wegfiele? Sieht so Austausch aus?
Die Klage über eine [beabsichtigt!] 1-seitige Auswahl zu den LOVER-CLASSIX ist seltsam, wenn andere Vorschläge komplett ausblieben. Oder habe ich da mit der Leserpost geschlampert?
Logik ist auch nicht zu entdecken, wenn meine Ditorialbemerkung von letztens, dass 'ohne eure Programmbeiträge zu LAPSUS LIVE Nr. 19 ... Pfingsten '1 allerdings eher öde' wird, als Witz hingestellt wird. Da wurde wohl voreilig Programm- und Musikbeitrag gleichgesetzt. Ich würde jedenfalls mir (und der Umwelt ;-)) die Kilometer nach Zarnekla nicht antun, wenn - vom Vergnügen, Verwandt- und Bekanntschaft wiederzusehen, abgesehen - buchstäblich NICHTS auf dem Programm stehen würde. Keine Bauernolympiade, keine bebilderte Musik, keine Geschichten, kein Radio Chaos und eben z.B. keine Schwitzhütte. Wie anziehend ist Zarnekla ohne diese unglaublichen Programme? Aus welchem Anlass kommen mehr mitteilsame Leute?
Hier quaken auch Frösche, fliegen Schmetterlinge, rennen Rehe vorbei, laden sehr gute Radwege zu angenehmen Touren ein, locken Wälder und Wiesen, Flüsse und Badeseen, Rock im Park und und und...
Apropos Möglichkeiten. Wenn die geneigte Leserschaft gern mehr Autorenschaft wäre oder sich wie auch immer beschnitten fühlt: das Beisteuern kompletter eigener Seiten ist eine sehr willkommene Alternative. Würde mir jede Menge Arbeit ersparen. Laßt einfach Platz für die Seitenzahl... Nun denn.
In diesem LOver geht's um Bären, Dorfbewohner, Maschinenstürmer, platte Füße, King Crimson, Beat-Hörspiele, Schwitzen, Monika, Ken Wilber, Frau Nichtig und mehr. Etliches davon als direkter Vorbote von LAPSUS LIVE Beiträgen, die übrigens nach wie vor kostenlos aufgeführt werden, obwohl sie manchmal durchaus aufwändig sind...
Der nächste LOver wird etwas auf sich warten lassen und im September
eure Reaktionen auf Fingsten 2001 festhalten. Und alles andere, was euch
im und am LOver wichtig ist. Das davon in diesem LOver einiges enthalten
ist, war mein Bestreben in den letzten Nächten. Und ins verpönte
Netz stelle ich das (zusammen mit Ro Lis Zarnekla-Porträt ;-) ) dann
auch noch. Viel Vergnügen mit all dem! V.
Leser-Un-Frage/Umpf-Rage:
1. c); 2. b); 3. b), h), l)
4. f) Textbeiträge ÜBER Musik sind keine Musik und für
mich langweilig, Text allgemein, Oberflächen, Klischeehaftes
5. Bildhaftes, Selbstgemachtes, Fröhliches, Kontakt/Berührung
6. Persönlichen Austausch, Interesse an Kontakt, am Leben, am
Miteinander
7. alle, die von sich schreiben
8. a); 9. c); 10. a)
11. alles, was mich leicht, froh, lebenslustvoll, liebevoll und zufrieden
stimmt Nathalie
Die Fragen von Seite 69 halte ich ehrlich gesagt für überflüssig. Jeder, der den LOVER liest, hat doch auch die Möglichkeit, die Inhalte durch eigene Beiträge mitzugestalten. Die Fragen erinnerten mich ehrlich gesagt an Gruner + Jahr. Und da wird der LOVER doch hoffentlich nicht verlegt oder. Hansi
So, und nun noch ein Satz zu den Fragen auf der Seite 69: Ich
denke der Lover ist gut so wie er ist. Klar, ich lese bestimmte Beiträge
besonders gerne (z.B. Frau Nichtig , die Beiträge der Lapsusteilnehmer
sind mir wichtig und auch die Philosophie möchte ich nicht missen),
aber ich würde deshalb nicht sagen, dass deshalb etwas anderes gekürzt
werden müsste. Lieblingsautoren sind für mich die ReActOren,
zu denen habe ich eben eine persönliche Beziehung, Regina und die
Kinder, von denen vielleicht das eine oder andere mehr dabei sein könnte.
Liebe Grüße Ginger
Onanistische Selbstbefleckung:
1. Die Gestalt des LOvers gefällt mir meist gut.
2. Der LOver kommt genau richtig. Nicht immer, aber immer öfter.
3. n) im a) und o) im b) sowie j) im g)
4. Legalisierung Alter Pop-Stars Unter Siebzig
5. Lächerlicher Auftritt Peinlicher Stümperer Und Stotterer
6. FRÖHLICHES Streiten
7. alle, die von sich aus schreiben (mit PC noch lieber!)
8. d) noch öfter, gezwungener Maßen
9. d) verschenke ihn regelmäßig, eben-so
10. e) wie meine Homep(l)age
11. Gegenstandpunkt, wegen alledem Gruna + Ja
... hier noch eine Anmeldung zu Lapsus live 2001. Ich werde mit
eigener Musik und Dias einen Beitrag von ungefähr einer Stunde machen
(Sa oder So, wir werden wahrscheinlich erst Sa kommen)
Und dann gibt´s wahrscheinlich noch Live-Musik von Anja und Hans.
Also dann alles Gute! Hans
Lieber Achim, herzlichen Dank für die Zusendung der Jubiläumsausgabe,
die im großen und ganzen doch recht ansprechend ist, nicht zuletzt
aufgrund Deiner Bemühungen. Natürlich gibt’s auch wieder was
zu meckern – wie immer!
Die Änderungen an den Covergestaltungen von Dirk bzw. Ginger &
Hansi finde ich überflüssig, eher störend. Das mag Geschmackssache
sein, aber auf jeden Fall hätte man die Urheber fragen müssen,
denke ich. Über die Gestaltung der Gryphius-Seite habe ich mich dagegen
sehr gefreut, auch andere gestalterische Elemente finden meine Zustimmung.
Die Auswahl der Lover Classix scheint mir teils gelungen, teils fragwürdig.
Mit dem "Salute!" kann ich nach wie vor nichts anfangen – Gigantomanie,
Anarchie, Infantrie? Analogistisch oder nur belletristisch? Egal. Außerdem
fehlten mir die Lacher, alles so bedeutungsschwer und avantgardistisch
(he!). Da fiel Julias Sternengeschichte angenehm aus dem Rahmen. Und von
Dirk gar nix. Fällt schon irgendwie auf.
Endlich wieder hat mich mal ein Musikbeitrag wirklich interessiert
– und zwar der über Sigur Ròs. Kenne ich ja dank Deiner Großzügigkeit.
Diese Musik ist wirklich traumhaft und wärmstens zu empfehlen!
Der Artikel "Wenn Eltern schwierig werden" mag ja als Satire ganz nett
sein, und Eltern sei ein Seufzer an dieser Stelle gern zugestanden. Habe
jedoch leider schon des öfteren hören müssen, daß
dies alles 100% wahr sei, also die blanke Realität. Das macht mich
schon etwas betroffen, denn wo bleibt da die Achtung vor der Einzigartigkeit
der Persönlichkeit? Wo bleiben Liebe und Zuneigung? Man könnte
sicher einen ganz ähnlichen Artikel über die "Verwachsenen" schreiben,
die schließlich die Welt, in der die "Pubis" (ätzendes Wortgebilde,
wie ich finde) sich zurechtfinden müssen, mit eingerichtet haben.
Und die genau das vorleben, was im Artikel so kritisiert wird: Verantwortungslosigkeit,
Ignoranz, Geschmacklosigkeit, Verschwendungssucht, Eitelkeit, Egoismus.
Und trotzdem würde sich doch keiner von uns gern in so eine Schublade
stecken lassen, oder? Aber einem anderen Verwachsenen die Meinung zu sagen,
könnte ja sehr unangenehme Folgen haben, also schließen wir
uns lieber solidarisch gegen "die Pubis" zusammen – noch stecken sie ja
die Beine unter unsere Tische...
So richtig rollten sich mir die Fußnägel dann bei der Lektüre
des "Gedichtes" ("Wir leben") auf der letzten Seite hoch. "Das ist mir
einfach zu dumm!" In dem Punkt kann ich da nur zustimmen. Ansonsten habe
ich so einiges dagegen einzuwenden. Glaubt der Schreiber wirklich, daß
es ganz ohne Gesetze geht? Daß wir nur der Natur, das heißt
doch wohl unseren Instinkten, zu folgen brauchen und dann ist alles gut?
Wieso ist dann aber der Mensch plötzlich ein "böses Tier" – Tiere
sind doch Teil der Natur und können demzufolge nur gut sein? Oder
liegt das Böse in der Natur des Menschen, und ist somit seine Natur
nicht natürlich? Erst der Mensch kann absichtlich Böses tun,
doch er kann seinen ihm verliehenen Geist auch dazu benutzen, sich vom
Bösen abzuwenden. Der Mensch kann mit Hilfe des Geistes Gutes und
Böses voneinander unterscheiden. Der geistvolle Mensch wird aber auch
die Berechtigung des Bösen anerkennen, wird nicht dem naiven und grausamen
Glauben anhängen, daß sich das Böse, also der böse
Mensch, von selbst vernichten wird. Denn das Böse gibt es auch in
uns, und wir müssen uns jeden Tag mit ihm auseinandersetzen. Und weil
es das Böse in jedem von uns gibt, wäre es selbstmörderisch,
das Böse vollkommen ausrotten zu wollen. Man kann nur lernen, damit
umzugehen und sich nicht von ihm einnehmen und überwältigen zu
lassen. Und manchmal kann sich das sogenannte "Böse" auch ins Gute
verkehren – und umgekehrt, denn das Leben steht niemals still. Sicher gilt
es, Gesetze so zu gestalten und anzuwenden, daß sie nicht zu bürokratischen
Selbstläufern werden oder nur den Interessen weniger Starker dienen,
wie es leider allzu häufig geschieht. Doch ohne Gesetze wären
wir alle der blanken Willkür derer ausgesetzt, die vom Bösen
beherrscht werden. Wer "Gott" in einem Atemzug mit "Sklaverei", "Macht"
usw. nennt, hat "Gott" nie erfahren. Gott ist kein Machtprinzip, "Gott
hat weniger Macht als ein Polizist" (Berdjajew). Gott ist für mich
die innere Stimme, mein menschliches Gewissen, mein wahres Selbst sowie
das Du, das ich liebend umfange.
Daß es immer mehr werden, die anderen "ein Ende machen" wollen,
kann ich nur als furchtbar und gottlos empfinden. Und es ist sicher nicht
von ungefähr, daß das Wort "Liebe" hier überhaupt nicht
auftaucht, denn in diesem Gedicht stecken für mich eher Gefühle
wie Neid, Haß und Mißgunst.
D.h. nicht, daß ich den "Oberen" etwa Sympathie entgegenbringe
– Gott bewahre! Aber etwas differenzierter muß man die Dinge schon
betrachten, wenn man wirklich etwas, und vor allem sich selbst, ändern
will.
Und zum Tier möchte ich dabei nicht werden.
Gefallen hat mir Ninas Reactor–Brief, da sprach mir einiges aus dem
Herzen.
So, das war’s für heute.
Liebe Grüße, bis zum nächsten Mal. Regina
Hallo Achim, ein großes Lob von meiner Seite für Lover
30! Aber nicht nur deshalb, weil ich diesmal auf der Coverseite verewigt
wurde. Alles andere ist mehr oder weniger auch gut. Gestaunt habe ich über
die Gedanken von Gundermann: der Mensch als "effektivste und universalste
Maschine". Das geht völlig daneben. Wenn ich an die Silly-CD (vor
allem "Februar") denke, dort habe ich in den Texten auch den Gundermann
gefunden, den ich sehr schätze. Ninas Reactor war herzerfrischend.
Ich kann es auch nicht aussteh'n, "irgendnen Scheiß machen zu müssen...".
Das alles konnte ich sehr gut nachvollziehen! Den Reactorteil selbst finde
ich immer mit am aufregendsten. Auch ich bin von der Sigur Rós-CD
begeistert. Eine wundervolle Musik! Mit den anderen Musikbeiträgen
kann ich persönlich weniger anfangen, da fehlt mir die Beziehung bzw.
der Einblick. Frau Nichtig – Teil 9 – war mal wieder ein Knüller!
Die Leserumfrage muß nicht sein, finde ich. Das Gedicht "Wir Leben"
auf der letzten Seite, na ja, geht ein bißchen, eigentlich voll daneben.
Liebe Grüße Dirk
Hi RED*ACT*ÖR, Danke für den erneuten und offensichtlichen
Kraftakt, den LOver trotz Umzugsstress und Einsendungen auf den letzten
Drücker zu einer würdigen Jubiläumsausgabe zusammenzubasteln.
Die Qualität der Beiträge ist sicher nicht immer umwerfend (oder
gerade?), aber schließlich soll der LOver ja ein Podium für
alle Lappen und Susen sein. Mit den Reaktionen muss dann halt jeder klarkommen.
Vielleicht ermuntern sie andere, es besser zu machen und selbst einzugreifen.
Mit Bedacht ausgewählt wird sicher immer. Richtige Perlen ließen
sich jedenfalls wieder finden: meine Lieblingsstelle ist der Blick von
Seite 53 zum Sofa Seite 52. Annas Skyline im Ditorial ist ein weiterer
Anlass, mehr von ihrer Hand auf den LOver-Wunschzettel zu setzen. Und die
eingesammelten Meinungen zu Sígur Rós' Ágætís
Byrjun machen wirklich neugierig auf die Musik, die hoffentlich zu LAPSUS
Nr. 19 in voller Schönheit zu hören sein wird. Wie ich hörte,
kamen Null (!) Vorschläge zu den LOver Classix; ganz sicher wird es
x Vorwürfe ob der Auswahl geben... Auch zu den Konzerten im Jahr 2K
war offenbar außer Achim niemand gewesen. Solche kurzen Schlaglichter
hätten wohl noch andere beisteuern können, oder etwa wirklich
nicht!?
Topaktuell die Zeilen von Peltier aus dem Land, das sich nicht nur
auf das Horten der Freiheit offensichtlich viel zu viel einbildet. Die
jüngsten SDI-Friedenssicherungsideen von Bush jr. treiben einem jedenfalls
auch die Tränen in die Augen. Als ob der bloße Fakt, daß
diese Plinse Präsident ist, nicht traurig genug wäre. Der letzte
Teil der kompletten Zusammenstellung aller 5-Sterne-Besprechungen des Schallplattenmanns
hat sicher wieder einige genervt. Allerdings nur solange, wie sie keinem
der Tipps nachhören. Nachempfinden kann vielleicht der eine oder andere,
der auch schon einmal durch den Beifall der Lapsusen zum fliegenden König
wurde, die Geschichte von Pina. 'Als wennste schwebst.' Über das Mittel-Cover
könnte man glatt ins Philosophieren geraten. Glück und Friedenstaube
bröckeln. Die Sanierung der Wand wird sie ganz beseitigen. Wie das
verbissene Lächeln. Wieviel wird von LAPSUS und LOver bleiben? — Bei
der Lektüre der Notizen schwirrt mir nach wie vor der Kopf ob der
Thesenakrobatik, die einen in dicke Fremdwörterbücher treibt...
Ich jedenfalls habe bisher NICHTS bei Wilber entdeckt, was ich als Beitrag
zur Erkenntnis von gesellschaftlichen Zusammenhängen bezeichnen würde,
warum sich mit seinen Theorien rumschlagen? Und dazu noch aus der Position
eines Philosophen, der völlig ver-geistigt dem Göttlichen im
Menschen an sich nachforscht?
Immerhin dicht dran an den beklagenswerten Effekten des real existenzgefährdenden
Kapitalismus ist der Standpunkt von Gilsenbach. Aber er und die PDS glauben
halt trotzdem - wie die walisischen Bergleute von Tower do Aberdare, die
ihre Grube selbst gekauft haben und nun bewirtschaften - dass man den Kapitalismus
nur richtig machen muss. Aber man muss ihn nunmal samt seinem Eigentums-
und dem gesetzmäßig folgenden Konkurrenzprinzip abschaffen,
wenn man den Ruin von Mensch und Natur stoppen will. Und nicht nur da,
wo Regenwald wächst.
Aber ich war ja eigentlich noch beim Perlen aufzählen. Und in
diese Kette gehört natürlich Frau Nichtig, diese verlässliche
Stütze eines lesenswerten LOvers. Und da wir gerade bei Dingen sind,
die beharrliches Engagement erfordern, soll nochmal ein ganz großes
Dankeschön für die Theaterstücke gesagt werden, die jetzt
auch im LOver nachzulesen sind. Wie Regina und ihre Mitstreiter diese auf
die Bretter gebracht haben, verdient größten Respekt. Man kann
sich ja in sein Kämmerchen zurückziehen und sich seinen Vortrag
zur heiß geliebten Musik zusammenreflektieren. Sicher auch eine Frage
des Engagements. Aber eine ganze Crew solange zu koordinieren, zu motivieren
und zu einem ziemlich textsicheren Ensemble zusammenzuschmieden bis schließlich
tatsächlich ein Theaterstück draus wird - das ist wirklich eine
andere Dimension. Als Einzelkämpfer könnte man da allerdings
auch glatt neidisch werden. Und das solche Kraftakte nicht beliebig wiederholbar
sind, ist sicher jedem klar. Aber die Hoffnung auf neue Freuden dieser
Art sei schon gestattet!
Interessant zu lesen war wieder mal der Heimatkundeteil im LOver. "Gemeinschaft
und ein einfaches Leben" hört sich so einfach an. Und scheint so schwer
zu machen. LAPSUS LIVE wird immerhin gemacht; wohl aus unterschiedlichsten
Gründen.
Zum Schluss schlägt der LOver mit Pinas Sommergrün frühlingsgerecht
voll aus. Freu mich schon auf Ninas Beiträge zu LL 2001.
Apropos Schluss: ich fand die Sprechblasen allesamt sehr passend. Und
"Wo bin ich?" ist der Hit! Trotzdem entschuldige ich mich bei den Autoren
der Coverbilder, die dem nichts Spaßiges abgewinnen konnten. Soll
immer wieder vorkommen. ;-) Steinbock
Na hallo Lapsus! Das fand ich ja echt beschissen, als ich da
anrufe und keine Drogen und so und Programm und Anmelden und so. Sind die
alle was Besseres?
Ach egal nu. Ich wußte ja von dem Dirk aus Greifswald, daß
der mit Dead can danze ganz gut ankam und Mila Mar ist ja auch so. Ich
komme jedenfalls trotzdem und habe das aus dem Klex mit.
Von dem Leo habe ich die Nummer 30 gekriegt, find ich ja geil, was
die Pina so schreibt! Die würde ich jedenfalls heiraten. Da auf Seite
64 hätte ich auch gerne mitgemacht: Sackgekröse anne Tropfschleimmöse,
Muschisaft und Piepelkäse ist die gute Majonaise, bis ich brülle
leck die Nülle, Schlupfloch beehren Hoden entleeren und so, geil!
Also denne, mal sehen wie ich denn drauf bin! Markuß
Lieber Herr Meyer! Ich glaube, bei der LAPSUS-Rückübertragung
ist ein Lapsus passiert. Schon vor nunmehr 3 Jahren übertrugen alle
(bis auf Leo, der blieb dabei) Antwortenden die potenten 6 Buchstaben recht
bunt (nachzulesen im LOver 16):
- Lieber Anonymisiert Präsentieren Statt Unmittelbar / Unumwunden
Sorgen, Lautstark Intimes Vorführen Erlöst?
- Langzeit-Arbeitsloser Pflegefall Sucht Unternehmungslustige Sie
- Lächerlicher Auftritt Peinlicher Stümperer Und Stotterer
- Langweilige Althippy-Party - Sentimental Und Spießig
- Langzeit-Arbeitslose Penner Schlafen Und Schlemmen
- Langhaarige Anarchisten Predigen Sex Und Sozialismus
- Lustvoller Auftakt Parodistischer Sommerwonnen Und Sinnestaumel
- Lustvolle Anarchisten Peinigen Schulz Und Songs
- Lausige Amateure Prüfen Schmerzgrenze Unschuldiger Spontangäste
- Lieber An Pfingsten Segeln Und Surfen
- Legalisierung Alter PopStars Unter Siebzig
- Lachen, Pusten, Suchen Und Singen
- Lustige aber popelige Sand-U-Boote [???],
von fortschrittlicher Musik ist ernsthafter Weise gar wenig zu lesen.
Und zu hören auch nicht. Ist LAPSUS live das Aufführen von Musik?
Umfragen ergaben, ergeben und übergeben stets ein anderes, vielfältigeres,
bunteres, lebendigeres Bild. Auch "Musikbeiträge" können vielfältig
sein, wie auch der LOver beweist. Nach meinem Empfinden sind Plattenbesprechungen
ab irgendeiner Menge schlichtweg beliebig, austauschbar wie die Fotos der
Musiker (schade um den Platz!) mit 'ner Klampfe vorm Bauch oder zwischen
den Beinen. Ich lese diesen LOverteil nun schon länger nicht mehr.
Obwohl ich manche Musik vielleicht gern hören würde, um mich
auf meine Gefühle zu verlassen und nicht auf die Hörgewohnheiten
eines "Schallplattenmannes", denn genau da fängt doch die Verwertung
schon an! Für was an Musik sind wir Mitteleuropäer denn über
die Medien abgerichtet worden? Eröffnet Rockmusik (laut, aggressiv,
Massenware ...) ein breites Urteilsvermögen? Schließlich ver-wertet
zum Haben-wollen? Inflationärer Gebrauch von Superlativen ist ganz
aussagelos, wertlos?
Na,
und auf die "richtige Kritik" an den Übeln dieser Welt bin ich gespannt
und weiterhin (vor allem!) auf das richtende Handeln!
Da ist der Witz von der Ödnis zu Fingsten ohne "Programmbeiträge"
schon fast wieder lustig. Ach wir armen, wir.
Das zum Ditorial, mein lieber Scholli, ich meine Leo.
Beim Lesen von Seite 3 frage ich mich natürlich wieder, hat es
die DDR überhaupt gegeben? Fügt sich nahtlos zur Erfahrung allzu
häufig erlebter Arroganz.
Nun meine Danksagung an Dirk für die vielen Antworten und den
kleinen Scherz. Und die anläßliche Genügsamkeit, die ich
ganz mit ihm teile! Doch gehen (oder gingen) einige meiner Träume
etwas weiter.
Ich träumte davon, daß das, was vor Jahren nur Realität
als lustige Adresse in Züsedom hatte ("LAPSUS-Hauptquartier"), hier
in Zarnekla vielleicht Wirklichkeit werden könnte. Ein Ort, der die
Fingstatmosphäre mit wechselnder Mannschaft permanent behält,
weil er allen wichtig ist, am Herzen liegt, vielleicht ein Studio eingerichtet,
Lesungen, Theater, Vernetzung, Hippy-Kommune, alles, was so zu Fingsten
webt und schwebt verdichtet zum normalen Leben, freie Kinder, freie, liebevolle
Menschen in grüner, blühender Natur, denen nicht nur die Musik
hilft. Wann, wenn nicht jetzt, wer - usw. Hört man nur davon, liest
man nur davon, darf es mal Anklang in einem Vortrag bei LAPSUS live finden
- aber nie gelebter Traum werden? Reichen Liebe und Frieden gerademal knapp
für 3 Tage?
Es ist für mich schon sehr enttäuschend. Vielleicht lief
ja wirklich alles auf Selbstdarstellung hinaus, da ist es nur perfekt (und
nicht progressiv) daß LAPSUS fast nur noch im Internet existiert.
Und nicht beim Solaranlagenbau, Möhrenjäten, Bäumepflanzen
(war schon doof, > 500 Bäume dieses Frühjahr allein zu pflanzen,
eigentlich gar keine Zeit dazu...), Festefeiern, Musikmachen, Lehmmischen,
Castorblockieren... Ich sollte doch endlich die Augen aufmachen. Und die
pages bewundern.
"Privater Touch" heißt doch nur Offenbarung, Nähe, Zulassen,
Vertrauen, jede Gemeinde hat Nachbarn.
Ich firmiere ja noch als Co-Redakteur - bin aber absolut unschuldig!
Werde sogar selbst ohne Rückfrage gekürzt, sehr daneben empfinde
auch ich die Verhunzung der Cover(-vorschläge), und auch für
die seltsame Auswahl der Reprisen kann ich nichts (eher der, der am öftesten
ausgewählt wurde...) und erst recht nicht für die unsägliche
Fragerei am Ende! Ich hoffe, ihr habt das alle boykottiert!
Noch kurz zu Seite 25: Ist ja ganz witzig, zumal ich sowas selbst miterlebe
derzeit. Aber Eltern SIND schwierig! Denn: Nicht die Pubs sondern ERWACHSENE
bauen Dampfdruckkessel, treten in Horden auf im Fußballstadion, in
Kneipen, im Krieg als Mordmaschinen usw., Erwachsene entwerfen und produzieren
die zu großen Klamotten, die Schminke, machen die Tierversuche und
die Menschenversuche mit McDonalds und der ganzen Krebs-Nahrungsgüterchemieindustrie
incl. Cola, Chips, Erwachsene produzieren die CD's, machen das Radio, bauen
die Verstärker, legen die Telefonkabel und schießen Satelliten
in den Himmel. Aber das ist ja alles normal. Und Du Erwachsener? Was produzierst
Du für die Pubs, was machst Du den ganzen Tag? Beton? Internetseiten?
Neue Autos? Buntes Papier? Geile Pillen? LAPSUS live? Im Fernsehen?
Nun wird es wieder Zeit, Marlin zu füttern, ich hoffe, wir sehen
uns demnächst! Roland
Reagtohr: Liebe Lapsus-Liebhaber, Lover, Neu- und Alte-Hasen-Lapsen!
Zu Ostern kam keiner und die großen Kinder sind zu Gabi verrEIst.
- Auch gut, haben wir uns gesagt und die (fast) verpflichtungslose Zeit
mit Vogelgezwitscher, Sonnenstrahlen und Blumenpflanzen einfach genossen.
Das kleinste Kind staunte über den blühenden Strauß mit
den bunten Eiern vom letzten Jahr - viele wunderschön und fröhlich:
und so haben wir diesmal kein einziges Ei bemalt - wie schön! - aber
lieb an die Künstler vom letzten Jahr gedacht.
Julia wurde jugendlich geweiht und freut sich schon erwartungsvoll
auf Pfingsten, denn da versprach ein lieber Onkel zu kommen... derselbe
Onkel ermahnt seine Leser allerdings mit rügend erhobenem Zeigefinger
ob ihrer vernachlässigten Pflichten und droht verunsichert von seiner
Unsicherheit mit einer Leserumfrage unter Optimisten, denen Lapsus live
womöglich gar nicht so sehr fehlen würde... - oder wie war das?
Lieber Dirk, Du sprichst mir ganz aus dem Herzen, auch für mich
ist es die Freude des Wiedersehens und der freundliche, fröhliche
Trubel der Menschen zu Lapsus, die es mir leicht machen, Euch alle zu Pfingsten
auch in diesem Jahr wieder herzlich einzuladen. Für Roland und mich
hat Lapsus in Gedanken schon ein bißchen begonnen, wir kümmern
uns darum, alles, was uns als Last erscheint, diesmal loszulassen - und
eigentlich vermute ich, daß für Euch kaum was Bemerkenswertes
anders sein wird. Es ist wohl eher eine gute Gelegenheit für uns etwas
dazuzulernen. Und das sehe ich gerade jetzt ohnedies als meine Hauptaufgabe.
Ich kann noch nicht voraussagen, wie ich mich in ein paar Wochen fühlen
werde - das hängt ganz vom Erfolg der Behandlung und von den Nebenwirkungen
ab, aber ich lebe ja jeden Tag, nicht nur zu Lapsus und tue eben jeden
Tag alles, damit ich alles so gut wie möglich überstehe. (Und
es geht mir bisher nicht schlechter als den meisten von Euch. Da war ich
letztes Jahr mit meiner beginnenden Nierenbeckenentzündung schlimmer
dran.)
"Veranstalter" von Lapsus sind wir schließlich alle gemeinsam.
Und als Gastgeber können wir die Arbeit wirklich reduzieren, vor allem,
weil doch die meisten von Euch mit dem Hausgebrauch hier mittlerweile einigermaßen
vertraut sind und problemlos alle Neulinge einweisen können.
Ich bitte Euch also eigentlich nur, wie immer bei den Essensvorbereitungen
und Wegräumen zu helfen und wenn Ihr etwas braucht, erstmal den Nächststehenden
zu fragen, der es vielleicht auch weiß, bevor Ihr Roland oder mich
sucht. Denn was uns diesmal keiner abnehmen kann, ist vor allem unser fröhlicher
Kleiner, dessen Reaktion auf den Trubel wir noch nicht kennen.
Ganz lieben Dank also Regina und Dirk und allen anderen, die gerne
auf uns Rücksicht nehmen wollen: aus unserer Sicht steht fröhlichen,
lebenslustvollen Festtagen hier in Zarnekla nichts entgegen.
Auch um zu wenig Programmbeiträge mache ich mir keine Sorgen -
ich bin ganz im Gegenteil sehr neugierig, was zu Lapsus LIVE so passieren
wird, wenn plötzlich Zeit zum Durchatmen bleibt...???!? Zum Beispiel
könnten sich die beiden Menschen NAHE kommen, die letztes Jahr bei
z.B. meinem einfach ödelangen Vortrag nebeneinander eingeschlafen
waren.... oder eine Frau aus der Stadt entschließt sich, einfach
die nächste Stunde durch den Wald zu spazieren, wobei ihr vielleicht
etwas BEGEGNET, was sie bisher nur vom Hörensagen kannte.... oder
die plötzlich nicht "PsstpsstobenistVortrag"-beschränkten Lagerfeuertrommler
schwingen sich in ungeahnte RHYTHMENhimmel.... oder... oder..
Wer weiß, wer oder was uns erwartet?
Wer mag, kommt schon früher - nein, ich meine nicht Donnerstag
vor Pfingsten, sondern JETZT, denn es ist wunderschön hier: es blüht
und zwitschert und entfaltet sich und funkelt und quakt und jauchzt und
duftet und grünt und weht und sonnt und streicht und schmeckt und
liebt und wie Wolken von funkelndem Goldstaub die neuen Blätter der
Lindenalleen und wie ein Wunder der seltsame Gesang des Sprossers jede
samtschwarzsternhimmelvolle Nacht und überwältigend das unaufhörliche
Quaken der Frösche abends im Moor und betörendsüß
die Traubenkirschenblütenduftträume im Wald...
Willkommen!!! Nathalie
60 Nordamerikaner,
80 Lateinamerikaner,
86 Afrikaner,
210 Europäer,
564 Asiaten,
700 Einwohner sind Farbige,
300 sind Weiße,
300 Einwohner sind Christen,
500 haben nicht genug zu essen,
600 leben in Elendshütten,
700 können nicht lesen und schreiben,
60 Personen, in der Mehrzahl Christen, verfügen über die
Hälfte des gesamten Einkommens.
Roland
1 ganz kleine Person besitzt über die Hälfte der Produktionsmittel.
Weit über 900 Personen regen sich lieber über was anderes
auf.
Achim
1. Tierquälerei führt zur Ehe
2. Listiger Handwerker erwirbt Ruhm und Reichtum
3. Gelungene Täuschung eines arroganten Läufers
4. Der Dritte hat die Lösung im Sack
5. Bewaffnete Altbundesbürger auf Hasenjagd
6. Kleine Dinge große Wirkung
7. Dünner Knochen täuscht entmenschte Rentnerin
8. Chirurgischer Eingriff von Laienhand rettet Menschenleben
Z: Was ist ein Güssel?
Achim
1. Froschkönig
2. Das tapfere Schneiderlein
3. Hase und Igel
4. Tischlein deck’ dich
5. Die sieben Schwaben
6. Schneewittchen [Spitze! Aber nur fast.]
7. Hänsel und Gretel
8. Rotkäppchen
Z. Ein gar niedliches, putziges, possierliches, kleines Gänslein
Regina
[Knapp daneben gepiekt. 'ne Erbse ist spindeldürrer.]
Und hier kommen meine [Gingers] Ideen zum Kinderpreisrätsel:
1. Es war einmal eine Bauersfrau. Die lebte gleich neben ihrem Massenhühnerstall,
in dem 1000 nackte, heiser gackernde Hühner wohnten. Des Nachts, wenn
sie im Bett lag, hörte sie andächtig auf die Geräusche aus
dem Stall. Dann schlief sie wonnig ein und träumte von großen
Eiern und davon, dass sie im nächsten Jahr den großen Eier-Wettbewerb
gewinnen würde. Frühmorgens mit dem ersten Sonnenstrahl aufgewacht,
mischte sie frohlockenden Herzens ein paar Hormone ins Hühnerfutter
und brachte dieses ihren Schützlingen. Und dann war es soweit. Der
Wettbewerb fand statt und die Bauersfrau gewann. Der Preis war der Sohn
des Oberhühnerhalters vom Dienst, der die größte Hähnchenmastanlage
der Gegend besaß. Und so gab es eine große Mehrfachhochzeit.
1000 Hühnerpaare und die beiden Bauersleute lebten mehr oder weniger
glücklich bis an ihr Ende. [Da kräht kein Hahn nach...]
2. Vor langer, langer Zeit lebte ein listiger Handwerker, der war mit
seinem Stand nicht zufrieden. Also werkte er mit seinen Händen so
lange, bis er wahnsinnig viel Geld zusammen hatte (Handwerk hat ja bekanntlich
goldenen Boden). Dann kaufte er sich sieben Adelstitel und war von nun
an reich und berühmt. [Das tapfere Aufschneiderlein?]
3. In einer großen Teppichweberei entstand einmal ein ganz besonders
schöner und ganz besonders fester Läufer, denn er war doppelt
gewebt. Er war eben besser als alle anderen. Jedenfalls meinte er das.
Und so prahlte er vor allen anderen: "Ich bin der schönste von euch
allen und der festeste. Wenn ihr alle schon durchgetreten seid, werde ich
noch lange leben und eine schöne Wohnung zieren." Da bot ihm ein ganz
einfacher 0-8-15-Läufer eine Wette an: "Pass auf, wir werden uns drei
Tage und drei Nächte auf eine Pferderennbahn legen. Danach werden
wir ja sehen, wer besser ist." Der schöne Läufer war einverstanden.
So lagen sie schon am nächsten Tag auf der Rennbahn. Tags jagten die
Pferde über sie hinweg, nachts peitschten sie Schnee und Hagel, denn
es war Winter. Eisern hielt der feste Läufer aus. Was er nicht wusste,
war, dass der andere Läufer alle paar Stunden seinen Platz mit anderen
0-8-15-Läufern, die ihm zum Verwechseln ähnlich sahen, tauschte.
Und so stand unserem verwunderten, erschöpften, ehemals so schönen
Läufer nach den 3 Tagen ein völlig unversehrter, vielleicht ein
wenig feuchter (denn es regnete gerade) Gegner gegenüber. So hatte
er denn seine Wette und auch seine Zukunft in einer schönen Wohnung
verloren, denn dort wollte ihn keiner mehr. Gerade einen Platz in einer
Hundehütte konnte er ergattern. [Dumm gelaufen!]
4. Wieso hat nur der Dritte die Lösung im Sack? Heißt das,
dass die anderen impotent sind oder dass die es unverdünnt haben?
[Oder beides?]
5. Nachdem die Maul- und Klauen-Seuche und der Rinderwahn die bundesdeutschen
Fleischesser stark verunsichert hatten, suchte man überall nach fleischlichen
Alternativen. Und so auch in Schwaben. 7 dieser Landesbewohner hatten eine
Idee. Sie würden auf Hasenjagd gehen, beschlossen sie. Ein jeder griff
sich eine Waffe. Dann ging es ab in den Wald. Aber da begannen schon die
Schwierigkeiten. Wo sollten sie einen Wald finden? Lange suchten sie auf
der Landkarte. Dann endlich wurden sie fündig - aber Oh weh! Die ganze
Fläche war Naturschutzgebiet. Nach langen Diskussionen siegte der
Hunger auf Fleisch und die 7 zogen los - bei Nacht und Nebel. So stolperten
sie durch den Wald, fielen hin, piekten sich gegenseitig mit ihren Waffen
in den Rücken und die Seiten. "Au, aua, lass das! Au!!!", hallte es
durch den Wald. Als dann der Mond für einen Moment hervorkam, warf
er einen riesigen Schatten auf die dichte Baumwand. Es war der Schatten
eines kleinen Hasen. Zu Tode erschreckt ließen die Schwaben ihre
Waffen fallen und rannten Hals über Kopf davon. Der Hunger war ihnen
vergangen. [Märchenhaft!]
Ich springe jetzt zur Zusatzfrage: Was ist ein Güssel? Ein Gänsejunges
ohne Rüssel. Ginger
[Tja, leider fehlen drei Antworten. Sonst 1A+*.]
1. Der Froschkönig
2. Das tapfere Schneiderlein
3. Hase und Igel
4. Tischlein Deck Dich...
5. Die 7 Schwaben
6. Das Lumpengesindel [Das auch.]
7. Hänsel und Gretel
8. Rotkäppchen
Z: kleines Gänslein Elisa
[Kritik am weiblichen Junghochadel? Oder daneben?]
1. Die Ehe des Tierquälers [der TierquälerIN!]
2. Der Aufstieg eines fleißigen Handwerkers [Liga?]
3. Ich bin nicht arrogant... [Da täuschst du dich.]
4. Die dritte Sacklösung [Eine würde reichen.]
5. Im Westen nichts Neues [Im Osten auch nicht.]
6. Das Märchen von den kleinen Dingen und der großen Wirkung
[Falsch, du Erbskopf!]
7. Hänsel und Gretel [Wer hat vorgesagt?]
8. Der Laienmediziner [Berufswunsch?]
Z.: Coco? [Coco isst Güssel?]
Meine Mutter hat mir keine Märchen vorgelesen, sondern immer nur
welche erzählt. Dirk
[Wozu?]
1. Froschkönig
2. Tapferes Schneiderlein
3. Hase und Igel
4. Tischleindeckdich
5. Schildbürger [Die angeln doch, oder!?]
6. Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren [Goldig!]
7. Hänsel und Gretel
8. Rotkäppchen
Z: Ein nackter Frauenpopo. [Oder doch ein Strand-Fahrradständer?]
Roland
[Den Versuch war's wert.]
1. Der Froschkönig
2. Das tapfere Schneiderlein
3. Der Hase und der Igel
4. Tischlein deck dich
5. Die 7 Schwaben
6. Die Prinzessin auf der Erbse
7. Hänsel und Gretel
8. Rotkäppchen
Z: Ein Güssel ist eine junge Gans. Julia
[Gratulation an die wirklich Belesene.]
1. Der Froschkönig
2. Das tapfere Schneiderlein
3. Der Wettlauf zwischen Hase und Igel
4. Tischlein Deckdich
5. Die 7 Schwaben
6. Die Prinzessin auf der Erbse
7. Hänsel und Gretel
8. Rotkäppchen und der Wolf
Z: Eine ganz junge Gans Anna und Maria
[Zwei zweite Sieger. Gratulation!]
Die märchenhaften Preise gehen an Julia (50 DM-Telefonkarte) sowie
Anna & Maria (12 DM-Telefonkarte), die bewiesen, dass sie die besten
Märchentanten sind. Elisa (12 DM-Telefonkarte) war ihnen dicht auf
den Fersen. Profanen Antworten wich Ginger am amüsantesten aus. Der
Dank geht an alle, die ihre Lösungen nicht im Sack behielten. V.
|
Achterbahn-ohne-Sicherheitsbügel-Fahrer
Altglas-im-Hausmüll-Entsorger Ameisen-mit-Lupe-Verbrenner An-eigenen-Socken-Schnüffler Äpfel-mit-Kern-und-Stiel-Esser Auf-Baugerüst-Handstand-Macher Auf-Flohmarkt-mit-6jährigen-um-Groschen-Feilscher Bahnhofsklo-Benutzer Balkongeländer-Abmontierer Batterie-mit-Zunge-Tester Beim-Duschen-Pinkler Bei-Gewitter-untern-Baum-Steller Bei-Wildwechsel-Gasgeber Brennendes-Fett-mit-Wasser-Löscher Chef-in-Besprechung-Verbesserer Chrom-Cover-Handy-Polierer Deo-Verachter Dixi-Klo-Benutzer Edding-Schnüffler Einzigst-Sager Fritten-mit-Senf-Esser Fuchsschwanz-an-Antenne-Montierer Füße-auf-den-Tisch-Leger Fußnagel-Abkauer Ganztags-Sonnenbrillen-Träger Gartenzwerg-Killer Gebrauchsanleitungs-Ignorierer Gegen-Wind-Pinkler Goldkettchen-Träger Gorillagang-Imitierer Grill-mit-Benzin-Anzünder Großbrand-mit-Füßen-Austreter Hängebrücken-Schaukler Handy-im-Flugzeug-Benutzer Handy-im-Kino-eingeschaltet-Lasser Harteisprüche-auswendig-Lerner Hausordnungsignorierer Hooligan-Schubser Im-Aufzug-Hüpfer Im-Kino-mit-Chipstüten-Raschler Im-Kino-Coladose-runterrollen-Lasser In-U-Bahn-Furzer In-U-Bahn-mit-Butterfly-Nägel-Putzer Joe-Cocker-Karaoke-Sänger Kampfhund-Streichler |
Kaugummi-mit-offenem-Mund-Kauer
Kaugummi-unter-Tisch-Kleber Kebab-extra-scharf-Verlanger Kirche-in-Badehose-Besichtiger Klodeckel-Obenlasser Kloverstopfung-mit-der-Hand-Beseitiger Kühlschrank-Offenlasser Lagerfeuer-Auspinkler Lautrülpser Milch-aus-der-Tüte-Trinker Mit-vollem-Bauch-ins-Wasser-Springer Mittelfinger-Zeiger Nach-Naseputzen-ins-Taschentuch-Gucker Nasen-Hochzieher Nebens-Klo-Kotzer Nutella-mit-2-Fingern-Esser Ohne-Schaum-Naßrasierer Ohne-Seil-Bungee-Springer Osterhasen-Kopf-Abbeißer Pfandflaschen-in-Müll-Schmeißer Pin-auf-ec-Karte-Schreiber Relativitätstheorie-Anzweifler Rohe-Eier-Trinker Russenmafia-Bescheißer Schwiegermutter-zum-Fußball-Mitnehmer Sich-nicht-anmachen-Lasser Sonnenbrille-am-Hinterkopf-Träger Steh-Pinkler Sylvesterraketen-aus-der-Hand-Starter Türsteher-Anmacher Terpetin-Inhalierer Tod-ins-Gesicht-Lächler Unter-fallenden-Baum-Steher Verfallsdatum-Überzieher Vordrängler Waschbecken-Pinkler Weichei-Verprügler Weihnachtsbaum-aus-dem-Fenster-Schmeißer Weihnachtsgans-aus-Stadtpark-Holer Wundenaufpuhler Zahnpastatuben-Offenlasser Zickzack-Fahrer Zigarette-hinter-dem-Ohr-Träger Zigaretten-über-den-Balkon-Schnipper Zum-Frühstück-Pizzareste-Esser |
1. Meine Ruhe und einen Kasten Bier.
2. Auf den Kasten Bier.
3. Schlafen
4. Jedenfalls nicht erwachsen.
5. Es gibt kein Recht auf Faulheit.
6. Ich bin 36 Jahre alt, ich sitze und spreche.
7.
Mein Zuhause,
das ist Greifswald mit all seinen Häusern,
mein Zuhause,
das ist auch die Feldstraße 4,
mein Zuhause sind die Nachbarn im Haus,
ist der Staub unter’m Bett
und die Butter in dem Schrank
und die Kohlen im Ofen,
und die Bürste auf dem Klo
sind mein Zuhause.
Und ich lieb’ mein Zuhause,
mein schönes.
Und ich schütze es,
obwohl’s mir gar nicht gehört,
obwohl’s der WVG gehört.
Z: Aber die anderen fragst du doch auch! Regina
1. Ist das so wichtig?
2. Auf Belehrungen, bin mehr für Einsicht aus Erfahrung
3. Vielleicht nicht mein liebster, aber der stärkste: die Außentemperatur.
4. Niemand anders, das hab' ich mir schon als kleines Kind vorgenommen
5. 'ne ganze Menge, aber wer ist schon perfekt?
6. Bitte nicht und schon gar kein Elternmensch
7. Mein Zuhause ist ein Ort, an dem ich mich wohl fühle.
Z.: Das wollte ich dich gerade fragen. Ginger
1. Sein
2. Die beste aller Welten
3. Der nächste LOver
4. geliebt
5. Alles anders machen
6. Aber hallo!
7. Ich
Z: Wegen den Antworten. Achim
1. Ein Lob von... Ach..., lassen wir das.
2. Ich weiß wieder mal nur, worauf ich nicht gern verzichten
würde! (siehe Antwort 1)
3. Sachzwang hin, Sachzwang her. Nichts geht über ein Lob!
4. Das hängt vom Lob ab.
5. Das entscheide nicht ich.
6. Wer kann darauf schon antworten?! Das hängt ganz davon ab...
7. Wenn ich ein Lob kriege, fühle ich mich überall zu Hause.
Z.: Damit ich immer mal wieder darüber nachdenken muss. - Warum
tust Du mir das bloß an?! Dirk
1. Zeit
2. Anhäufungen von Dingen, die ich noch brauchen könnte
3. ?
4. noch etwas älter
5. alles
6. nicht ganz
7. Geborgenheit
Z: weil ich hier bin Nathalie
Zum Mitsingen hier der Ursprungstext:
Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
Unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese, das Korn auf dem Feld
Und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde
Und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne,
Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,
Weil sie unserem Volke gehört.
Die Heimat gehört natürlich niemandem, auch wenn der sich das einbildet. Schützen werden wir sie trotzdem, die Bäume am Fluß, die Vögel in den Städten und die Dörfer auf den Wiesen.
Hier eure Vorschläge für den künftigen Zweizeiler:
...und wir leben, solange die Erde lebt
weil wir ein Teil der Erde sind.
Ginger
Und wir schützen sie, weil sie gefährdet noch ist,
Weil sie heute gefährdet noch ist.
[Und ob die Heimat jemandem gehört!]
Achim
Machen diese Zeilen das Lied rund? Am besten bei der nächsten Castor-Blockade testen, ob am Ende Hustenanfälle ausbleiben. !
2. Stell Dir vor, Du bist deutscher Kriegsminister, was würdest Du machen?
3. Stell Dir vor, Du bist deutscher Umweltminister, was würdest Du machen?
Es war Herbst geworden. Von den Bäumen waren unkontrolliert Blätter gefallen und verschandelten die Wege des Stadtparks.
Frau Nichtig zog sich das blaue Baumwollkopftuch, das zur vom Sozialamt gestellten Arbeitsbekleidung gehörte, etwas tiefer ins Gesicht. Ein bißchen peinlich war es ihr doch, so in aller Öffentlichkeit mit Harke und Eimer bewaffnet dem welken Laub im Stadtpark zu Leibe rücken zu müssen. Und es gab ihr schon einen Stich, wenn sie sich an die schadenfrohe Bullenbeißervisage der Frau Michailik erinnerte, als ihr selbige diese gemeinnützige Tätigkeit zuwies. Die hatte bestimmt in ihrem ganzen Leben noch keine Harke angefaßt! Aber Frau Nichtig versuchte dennoch, sich für diese doch wichtige und sinnvolle Arbeit zu motivieren. Schließlich mußte auch dies getan werden. Gut, türkische Gastarbeiter oder sogenannte "Kriegsflüchtlinge" oder sonstige Scheinasylanten aus dem Osten (oder Süden oder wo die sonst herkamen) waren sicher eher an solch schwere Arbeiten gewöhnt und von der Natur ja auch viel besser dazu ausgestattet. Aber andererseits bewahrte doch jeder ehrliche, fleißige Deutsche, der sich für diese niederen Arbeiten nicht zu schade war, das Land vor einer unübersehbaren Ausländerschwemme.
Unermüdlich harkte Frau Nichtig, die der ABM-Kolonne "Flottes Harken und Holzen" zugeteilt war, die feuchten, braunen Blätter und anderen Unrat, den Umweltsünder zurückgelassen hatten, zu stattlichen Haufen zusammen. Die Arbeit ging ihr rasch von der Hand. Eigentlich war es doch ungerecht, daß sie als Sozialhilfeempfängerin nur 20 Stunden pro Woche hier harken durfte. Als "Frau Meyer" hatte sie schließlich bewiesen, daß sie rund um die Uhr höchsten Anforderungen gerecht werden konnte. Wenn sie an all die Launen von Horst, diesem Verräter, dachte! Wie lange sie z.B. gebraucht hatte, ihm das Popeln in der Öffentlichkeit abzugewöhnen! Und dann die Arbeit als Sekretärin – 3. oder 4. Fall? Da half nur weibliche Intuition! Und jetzt 20 Stunden pro Woche? Lächerlich!
30 Minuten hatte Frau Nichtig nun schon ohne Pause und ohne Murren hart gearbeitet. "Mensch, Nichtigsche, nu mach’ mal halb lang. Mit deinem Geracker versaust du uns total die Norm! Für diesen Abschnitt haben wir den ganzen Tag Zeit, aber wenn du so weiterastest, haben wir ja bald nichts mehr zu tun!" Das war der alte Kowalski, der in der Truppe anscheinend das Sagen hatte. Wenn sich Frau Nichtig seine verkommene Gestalt etwas genauer ansah, dann geschah es ihm schon ganz recht, daß er hier im Dreck wühlen mußte. So ein alter Faulsack. Aber sie wollte sich’s nicht gleich mit der ganzen Brigade, ach nein, Team hieß das ja jetzt, also mit dem ganzen Team verderben. Außerdem tat ihr schon ein wenig das Kreuz weh, und ein kleines Päuschen hatte sie sich wohl verdient. "Frühstück!" rief Kowalski. Das Team versammelte sich um eine Parkbank, auf der sich Frau Nichtig dankbar niederließ. Jetzt wurden Stullen ausgepackt und Thermoskannen herumgereicht, denen ein merkwürdig scharfer Geruch entströmte. Aber es wehte ein frisches Lüftchen und das Getränk wärmte angenehm durch.
Frau Nichtig wurde noch heißer zumute, als sie von weitem die fette Frau Schneider mit ihrem Gartenzwerg von Mann heranwackeln sah. Hastig drehte sie den beiden den Rücken zu und hoffte inständig, nicht erkannt worden zu sein. Im Vorbeigehen sagte die fette Frau Schneider mit honigsüßer Stimme und so laut, daß man sie auch ja verstand: "Ja, ja, Arbeit hat noch keinem geschadet." Diese fette Kuh. Die wußte doch gar nicht, was richtiges Arbeiten hieß.
Nach einer guten Stunde begannen die ersten ABM-Kräfte erneut, zaghaft im Laub herumzustochern. Auch Frau Nichtig hielt sich jetzt etwas zurück, denn gute Arbeit macht sich nicht so husch, husch. Das eintönige Vor und Zurück der Harke ließ Frau Nichtig bald in Tagträume versinken. Was, wenn sie wirklich eine getarnte Journalistin war? Dann konnte sie hier doch sozusagen Undercover von einem der heißesten Brennpunkte des gesellschaftlichen Lebens berichten. Schließlich mußten es doch endlich alle erfahren, daß nicht alle Sozialhilfeempfänger Schmarotzer und Nichtstuer waren. Gut, für die allermeisten traf das sicher zu, aber es gab halt auch Ausnahmen, und sie wäre dafür das beste Beispiel! Oh ja, sie würde sich von hier unten ganz nach oben arbeiten und allen zeigen, wohin man es durch ehrlich Arbeit bringen konnte. Das wäre die Reportage. Sie wußte auch schon einen tollen Titel für die Story: "Kein Recht auf Faulheit". Super-Illu und Bild würden ihr den Artikel nur so aus den Händen reißen!
Plötzlich drangen einige unartikulierte Laute an Frau Nichtigs Ohr. In einem der Laubhaufen, den Frau Nichtig gerade auseinanderzuwühlen begann, regte sich etwas. Frau Nichtig blieb fast das Herz stehen, als sich zwischen den Blättern das Gesicht des Lustmolches aus ihrem Alptraum in der Pension "Nach des Tages Mühen" (siehe Teil 3) herausschälte. Mein Gott, war sie eine Hellseherin? Konnte sie die Zukunft voraussagen? Und, Frau Nichtigs Herz begann wieder, heftig zu klopfen: Ließe sich damit Geld machen? So viel Geld, daß sie nie mehr zu arbeiten brauchte und endlich diese verfluchte Drecksarbeit an den Nagel hängen konnte? Dirndl-Kleider, so viel sie wollte und Reisen in die Karibik? Ein wiederholtes Grunzen aus dem Laub riss Frau Nichtig aus ihren süßen Träumen. Aus dieser nur allzu bekannten, widerlichen Visage glotzten sie zwei Augen an, die fast noch glasiger, noch blutunterlaufener und noch verquollener als die aus dem Traum waren: "Schlub..., Schrub..., Schlubberelse?" stieß diese gräßliche Erscheinung mühsam hervor. Vor Entsetzen ließ Frau Nichtig die Harke fallen. Düstere Erinnerungsfetzen jagten in loser Folge durch ihr Hirn, einer unerfreulicher als der andere. Waren das wirklich Bilder aus ihrem Leben? Wenn überhaupt, dann mussten sie aus einem früheren Leben stammen. Hier und heute wollte und konnte Frau Nichtig nichts damit zu tun haben! Kurz entschlossen griff Frau Nichtig nach der Harke und beförderte rasch solche Mengen nassen, glitschigen Laubes auf die fürchterliche Erscheinung, bis sie völlig zugedeckt war und auch die gurgelnden Laute nach und nach verstummten. Unauffällig schaute Frau Nichtig zu ihren Arbeitskollegen herüber. Doch die schienen nichts bemerkt zu haben. Schnell entfernte sie sich von der unangenehmen Stelle. Trällernd machte sich Frau Nichtig wieder an die Arbeit, auch wenn ihr eigentlich nicht nach Singen zumute war. Doch sie würde sich von dieser Kreatur der Finsternis nicht den Tag verderben lassen.
Fortsetzung folgt
Regina
Wenn ich mich mies fühle von Zeit zu Zeit,
von Liebe zu Liebe. Aber Liebe
ist nicht mein einziges Verbrechen.
Die Spuren verwischen, blitzblank, wie neu.
Besser, du bewegst deinen Hintern den Berg hoch, Baby,
denn heutnacht reiß ich dich auf.
Ref.:
Verschwunden.
So fühl ich mich.
Hinter den blauen Wolken bleibe ich verborgen.
Mein Gott, hol mich raus aus dieser Nacht!
Komm her, schau mal runter,
sieh dir den Mist an, in dem ich stecke heutnacht.
Du kannst mir vertrauen, Baby.
Kann ich dir auch vertrauen?
Ich wünschte, ich könnte mich erinnern
an das, was du sagtest, als ich sagte
genug.
Du sagtest
guter Junge... böser Junge... Spielverderber,
schaff deinen Arsch rüber hier, Boy.
Und seither kenn ich mich selbst so gut.
Hauch kein Wort dahin, welches du sowieso nie gesagt hast.
Ref.
Du kannst mir glauben, Baby.
Kann ich auch dir glauben?
Dieses Geheimnis wird dich mal umbringen.
Es wird dich umbringen.
Ref.
(Afghan Whigs, 1996)
Auszüge aus dem mit dem Rosa-Luxemburg-Preis geehrten Essay Gleicher als Andere von CHRISTOPH SPEHR
Diese Geschichte (Teil 1), entnommen dem Kindermagazin Hoppla des Weltbildverlags, ist ein typisches Stück demokratischer Propaganda. Sie zeigt alle Muster und das ganze Grauen dieser Propaganda, wie sie heute auf allen Gebieten üblich ist. Woher nehmen die alten Bären das Recht, dem kleinen Bären zu sagen, ob er beim Schlafen Licht braucht? Wieso werden sie zu seinen Untertanen, bloß weil er nicht alles essen will, was ihm vorgesetzt wird? Wieso freuen sie sich nicht, wenn er seine Suppe doch essen will, sobald sie kalt ist? Wer stellt mehr Zumutungen an den anderen: der kleine Bär oder die alten Bären und ihre Welt, die eine einzige, polypenhafte Zumutung an den kleinen Bären ausspricht - sich einzufügen und sie zu akzeptieren, wie sie ist? Wieso gehört den alten Bären das Haus? Weil sie zuerst da waren? Weil der kleine Bär schwächer als sie ist? Oder weil sie definieren, was "vernünftig" ist?
Wir leben in einer Welt, die von alten Bären gemacht und beherrscht wird - von der Schule zur Fabrik, von der Familie bis zur politischen Repräsentation, vom Kleinprojekt bis zur internationalen "Zusammenarbeit". Es gibt immer Regeln, für die sich immer vernünftige Rechtfertigungen finden lassen. Irgendwie waren wir nie dabei, als sie ausgehandelt wurden. Einige neuere politische Theorien geben das offenherzig zu und behaupten, wenn wir dabei gewesen wären, hätte aber vernünftigerweise nichts anderes herauskommen können als genau diese beste aller möglichen Bärenwelten.
Die Geschichte von den drei Bären hätte so in West und Ost erzählt werden können. Wir neigen dazu, politische Freiheit mit dem real existierenden Kapitalismus zu assoziieren und soziale Gleichheit mit dem untergegangenen Realsozialismus, aber dabei geben wir uns mit einem bis zur Lächerlichkeit reduzierten Begriff von Freiheit und Gleichheit zufrieden.
Was ist "frei" an einem Individuum, das sich politisch frei betätigen darf, der strukturellen Unterordnung und der Kontrolle der Öffentlichkeit durch Kapital und große gesellschaftliche Machtblöcke jedoch unverändert ausgesetzt ist? Was ist "gleich" an einem Individuum, dessen Einkommen im Verhältnis zu anderen nicht geringer als ein Drittel oder ein Viertel ausfällt, dessen persönliche Gestaltungsspielräume oder politische Einflussnahme im Verhältnis zur oberen Funktionärsklasse und der ökonomischen Elite jedoch gegen null gehen? Der ganze Unterschied der Systeme schnurrt an diesem Punkt darauf zusammen, dass wir heute jungen Leuten, die fragen, wie sie denn frei und gleich werden könnten, sagen: "Werdet reich!", während die klassische Antwort im realexistierenden Sozialismus lautete: "Wartet ab!"
Ein radikaler Begriff von Freiheit kann nur einer sein, der von Freiheit in der Kooperation handelt. Frei bin ich, wenn ich in meiner Verhandlung mit anderen frei bin, das heißt von keiner Instanz behindert und von niemand durch Zwang beschränkt. Dies bedeutet aber nichts anderes, als dass ich anderen in der Kooperation gleich bin: dass meine Kooperation keine erzwungene ist, sondern dass ich darüber mit anderen auf gleicher Ebene verhandeln kann, und dass dabei auch niemand über mir ist, dessen Regeln und Kontrolle ich unterworfen bin. Ein radikaler Begriff von Freiheit und von Gleichheit fallen zusammen.
Freie Kooperation, wie sie hier definiert wird, hat drei Bestimmungen. Freie Kooperation liegt vor, wenn die überkommene Verteilung von Verfügungsgewalt, Besitz, Arbeit und die überkommenen Regeln nicht sakrosankt sind, ihnen also kein "höheres Recht" zukommt, sondern sie vollständig zur Disposition stehen, also von den Beteiligten jederzeit neu ausgehandelt werden können. Wenn alle Beteiligten frei sind, die Kooperation zu verlassen, ihre Kooperationsleistung einzuschränken oder unter Bedingungen zu stellen und dadurch Einfluss auf die Regeln der Kooperation zu nehmen. Und wenn alle Beteiligten insofern gleich sind, als sie dies zu einem vergleichbaren und vertretbaren Preis tun können, das heißt, dass der Preis dafür, die Kooperation zu verlassen beziehungsweise die eigenen Kooperationsleistungen einzuschränken oder unter Bedingungen zu stellen, für alle Beteiligten ähnlich hoch (oder niedrig), aber auf jeden Fall zumutbar sein muss.
Vereinfacht gesagt: In einer freien Kooperation kann über alles verhandelt werden; es dürfen alle verhandeln; und es können auch alle verhandeln, weil sie es sich in ähnlicher Weise leisten können, ihren Einsatz in Frage zu stellen. Die Freiheit zu verhandeln schließt die Freiheit ein, Verhandlungen scheitern zu lassen und zu gehen. Die Gleichheit der Beteiligten schließt dabei ein, dass sie nicht mit leeren Händen gehen, sondern einen Anteil an den bisherigen Früchten der Kooperation aus dieser herauslösen und in ihre eigene Verfügung zurückführen können.
Eine
solche Definition ist keine theoretische Kopfgeburt. Sie lehnt sich an
die reale Praxis von Emanzipation an; sie erwächst aus der sozialen
Praxis und den Diskussionen der sozialen Bewegungen. Die feministische
Bewegung beispielsweise hat die Realität der gemischtgeschlechtlichen
Partnerbeziehung nachhaltig verändert. Sie hat dies jedoch nicht dadurch
getan, dass sie Regeln für eine solche partnerschaftliche Kooperation
aufstellte oder versucht hätte zu beschreiben, wie sie auszusehen
hätte - "wie es richtig ist".
Sie hat die Realität der Partnerbeziehung dadurch verändert, dass sie die Voraussetzungen dafür durchgesetzt hat, dass Frauen diese Beziehungen zu einem vergleichbaren und vertretbaren Preis verlassen können beziehungsweise ihre Kooperationsleistung einschränken. Durch ein verändertes Scheidungsrecht; durch eine verbesserte soziale Absicherung; durch die Kriminalisierung von Gewalt in der Ehe, durch eine Praxis, die das "Nein, wenn nicht ..." auch emotional und psychologisch möglich gemacht hat.
Dies ist ein klassisches Beispiel linker Politik, die sich von rechter Politik dadurch unterscheidet, dass sie sich zur Idee der freien Kooperation bekennt; dass sie in allen gesellschaftlichen Bereichen und zwischen allen Akteuren versucht, freie Kooperation durchzusetzen; und zwar insbesondere, indem sie im Sinne des vergleichbaren und vertretbaren Preises Einfluss nimmt. Linke Politik kann die Ergebnisse freier Kooperation nicht vorwegnehmen, aber freie Kooperation hat Voraussetzungen, die stets neu hergestellt und durchgesetzt werden müssen. Genau diese sind der Inhalt linker Politik.
Aus dieser Sicht ist etwa eine Firma prinzipiell eine Kooperation. Eine Politik der freien Kooperation gibt nicht die Regeln vor, die in ihr benutzt werden; sie beschränkt sich darauf, für das Ausscheiden von Beteiligten die Regeln einer ordentlichen Scheidung einzufordern - und die vorfindlichen Regeln in der Firma nicht zu schützen. Das bedeutet: Im Falle des Ausscheidens eines Beteiligten wird nicht darüber spekuliert, wie es zustande gekommen ist (Zerrüttungsprinzip); es wird also zum Beispiel eigene Kündigung nicht durch Sperrung sozialer Unterstützungsleistungen sanktioniert. Umgekehrt wird der Betrieb, wie jede ökonomische Kooperation, als Zugewinngemeinschaft betrachtet. Wer ausscheidet, kann seinen Anteil (Nettogesamtkapital minus ursprüngliche Einlagen geteilt durch Beteiligte) herauslösen und mitnehmen.
Dass die Gesellschaft die spezifischen, vorfindlichen Regeln des Betriebs nicht schützt, erhält seine Bedeutung, wenn Beteiligte eine Betriebsversammlung einberufen und erklären, dass sie die Regeln ändern wollen: die Arbeitsteilung, die Entscheidungsfindung, die Gewinnaufteilung, die Arbeitsverträge, möglicherweise auch Ziel und Zweck des Ganzen. In diesem Fall einigen sich die Beteiligten entweder, oder sie einigen sich nicht. Wenn sie sich nicht einigen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Niemand will das Projekt weiterführen; einige wollen das Projekt weiterführen, andere nicht; mehrere Gruppen wollen das Projekt weiterführen, aber nicht miteinander. Im ersten Fall endet der Betrieb, verbleibendes Nettogesamtkapital wird aufgeteilt wie beim Ausscheiden Einzelner. Im zweiten Fall führen die den Betrieb weiter, die es wollen, und die anderen scheiden aus und nehmen ihren Anteil mit. Im dritten Fall teilt sich der Betrieb proportional zur Stärke der verschiedenen Gruppen.
Diese Herangehensweise schützt das Eigentum derer, die einen Betrieb gründen (oder in ihn einsteigen); es schützt allerdings nicht ihre Position. Falls ihnen die Entwicklung nicht zusagt, können sie es lassen und mit ihrem Anteil noch mal von vorn anfangen.
Würden sich dadurch alle Betriebe in belegschaftsgeführte verwandeln? Wahrscheinlich nicht. Es würde verschiedenste Modelle geben. Auch die "Kapitalisten" des Betriebs können durch die Möglichkeit ihres Ausstiegs Druck auf die Regeln ausüben; falls sie über Fähigkeiten und Sachverstand verfügen, die in der Kooperation sonst nicht so gut vertreten sind, würde das Eindruck machen.
Es spricht viel dafür, dass sich für sehr große und lang bestehende Betriebe die Wahrscheinlichkeit erhöht, zu mehr oder minder belegschaftsgeführten Modellen überzugehen. Es ist aber nicht gesagt. Niemand muss die Regeln ändern. Aber alle könnten.
Betriebe in dieser Weise als freie Kooperationen zu behandeln, setzt voraus, dass soziale Sicherungssysteme existieren, die allen zumindest ein qualitativ ausreichendes Überleben garantieren, unter angemessener Berücksichtigung der individuellen Situation und des gesellschaftlichen Lebenshaltungsstandards. In voller Konsequenz könnte das heißen, dass die verschiedenen Sicherungssysteme zu einem einzigen Grundsicherungssystem zusammenfallen, das vollkommen unabhängige Leistungen zuweist, sozusagen eine Prokopfausschüttung eines Basisanteils an der gesellschaftlichen Wertschöpfung und am gesellschaftlichen Reichtum. In diesem Fall wären die Löhne vergleichsweise niedrig, und an Stelle mehrerer Versicherungssysteme und Lohnnebenkosten würde eine einzige Abgabe oder Steuer treten, die kapitalorientiert und nicht beschäftigtenorientiert erhoben würde. Zwischenstufen wären möglich und mit Sicherheit notwendig.
In
einer solchen Struktur würden die Menschen als Arbeitende frei und
gleich kooperieren. Sie wäre nicht, wie oft der Einwand lautet, an
die Situation in hochentwickelten Industrieländern gebunden. Wo monetäre
Sicherheitssysteme instabil und unsicher sind oder nur ein geringerer Teil
der Wertschöpfung staatliche und betriebliche Haushalte passiert,
besteht existenzsichernde Grundsicherung darin, Zugang zu Land zu haben,
und wird unter Umständen eher kollektive als individualisierte Formen
annehmen (also Zuteilung von Land an Familien und Gruppen).
Obwohl solche Formen von Betrieben als Kooperation der Logik kapitalistischen Eigentums diametral entgegenstehen, sind sie rechtlich ohne weiteres möglich. Man kann sie fördern. Man kann sie betreiben. Man kann die bestehenden Arbeitsstrukturen in einer Weise reformieren, die sich den Abbau von Verfügbarkeit zum Kriterium macht. Dies gilt für alle Akteure: Arbeitende, Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Staat, Konsumenten. Es gilt auch für die "neuen Unternehmer", die sich viel auf ihre soft skills und ihren partnerschaftlichen Stil einbilden und hier nachlesen können, was es heißt, damit wirklich Ernst zu machen.
Eine solche Politik, die beim Abbau von Verfügbarkeit an den jeweils vorhandenen Strukturen ansetzt und sie im Sinne freier Kooperation transformiert, bedeutet nicht, dass die bestehenden Eigentums- und Verfügungsverhältnisse als sakrosankt betrachtet werden müssten. Das tut selbst der existierende Realkapitalismus nicht, der kleines Eigentum systematisch enteignet (durch Steuern, Inflation, Wegfall von Ansprüchen), während er großes Eigentum systematisch beschenkt (durch Steuerausnahmen, Subventionen, "Staatsverschuldung"). Eine Politik, die Eigentum und Verfügung umverteilt oder in andere Eigentumsformen überführt, ist aufgrund des kollektiven und historischen Charakters von Arbeit grundsätzlich legitim. Nur löst sie damit noch nicht das Problem von Freiheit und Gleichheit.
Eine Politik der freien Kooperation verändert den Charakter von Kapital und Eigentum. Sie zielt wie beschrieben darauf ab, diesen Charakter als Herrschaftsinstrument abzubauen, egal wo dieses Eigentum allokalisiert ist. Auch für die ökonomische Kreativität der real life economics oder einer Wirtschaft von unten findet sich hier das zentrale Kriterium, ob eine andere Logik von Arbeit als Kooperation entsteht oder lediglich selbst organisierte Verfügbarkeit.
Dieses Kriterium lautet: die Verfügbarkeit in der Arbeit abzubauen; allen Strukturen gegenzusteuern, wo die einen "liefern" und die anderen bestimmen; ökonomische Einheiten jeder Art grundsätzlich als Kooperationen aufzufassen und nach dem Leitbild freier Kooperation einzurichten. Wenn es irgendetwas gibt, was wir uns unter "wirtschaftlicher Freiheit" vorstellen können, dann ist es das.
CHRISTOPH SPEHR, * 1963, lebt in Bremen. Er ist Historiker und arbeitet für alaska - Zeitschrift für Internationalismus sowie als freier Autor. taz Magazin Nr. 6351 vom 20.1.2001, Seite III, 454 TAZ-Bericht
(aus dem letzten Rundbrief von X1000malquer)
Die Polizei
schlägt zuAtom-Castoren
längst gen Zwischenlager
die Traktoren blockierten sich selbst
der oberste Polizeieinsatzleiter Hans Reime
bezeichnet die Racheaktion
für die Straßensperre der Bauern
als rechtmäßig
obwohl die Gerichte
auf 80000 DM Schadensersatz
verurteilten
Was wenn
die wendländische Bevölkerung
und sonstigen Atomkraftausstiegswilligen
diese Aussage so verstehen
sie sollen nicht nur friedlich
auf Schiene und Straße sitzen
und sich verprügeln lassen
sondern auch ganz rechtmäßig
im Sinne der Polizei
die besatzende grün-weiße Fahrzeugarmada
auf platte Füße legen?
Die Schwitzhütte symbolisiert die Gebärmutter der Erde und ist ein magischer Ort von Tod und Wiedergeburt. Wer sie betritt, reinigt Körper, Geist und Seele gleichermaßen und erneuert seine Verbindung mit den wesentlichen Kräften des Lebens.
Mitzubringen:
- ein Geschenk für den Feuerhüter
- eine Geldspende für den Schwitzhüttenleiter
- einen Kraftgegenstand (!?)
Zeit: Samstag bei Lapsus live. Mats
N.S. Die Schwitzhütte fällt etwas aus dem gewohnten Lapsus-live-Rahmen.
Gut so! Daß sie stattfinden kann, braucht es mindestens 4 Menschen,
die sich darauf einlassen wollen und können. Am besten ist vielleicht,
vorab bei Mats anzurufen (030/4735072), ob sich eventuelle Konflikte -
ich will Schwitzhütte und gleichzeitig das andere Samstag-Programm
- über eine Verlegung der Schwitzhütte auf einen anderen Tag
lösen lassen, oder bei Achim anzurufen und einen programmfreien Samstag
einzufordern/vorzuschlagen oder einen Tag, wo die Schwitzhütte der
Hauptact ist oder ...? Roland
Anfang 2001 strahlte der Deutschlandfunk eine Hörspielserie unter
diesem Titel aus. Zwei dieser Stücke werden zu LAPSUS LIVE 2001 zu
hören sein. Nähere Informationen von der DLF-Programm-Homepage
gibt es hier:
Deutschlandfunk - Hörspiel und Feature
Studiozeit Hörspiel: 30.1.2001 • 20:10
Vor 43 Jahren erschien Jack Kerouacs On the Road, jener Roman, der den Ruhm und die Legende der amerikanischen "Beat Generation" begründete. Die Regisseurin Barbara Schäfer hat das Stück mit wechselnden Co-Regisseuren, Diskjockeys und Musikern in mehrere Teile gegliedert und mit den DJs vertont.
Jack Kerouac (1922-1969) diente in der Kriegs- und Handelsmarine, begann 1947 sein Trampleben mit Streifzügen durch den amerikanischen Kontinent. Er prägte das Wort von der "Beat Generation" und galt mit Allen Ginsberg und Lawrence Ferlinghetti als deren Wortführer.
Aufführung zu LL 2001: Freitag, 23 Uhr
Deutschlandfunk - Hörspiel und Feature
Studiozeit Hörspiel: 23.1.2001 • 20:10
The Howl erschien 1955 in den USA. 1986 schrieb Allen Ginsberg zu seinem Gedicht, das ihn berühmt gemacht hatte: "Mit der Veröffentlichung von HOWL hatte ich es darauf abgesehen, nachfolgenden Generationen eine emotionale Zeitbombe zu hinterlassen, die immer wieder im US-Bewusstsein explodieren sollte, falls unser militärisch-industriell-nationalistischer Komplex sich zu einer repressiven Polizeibürokratie weiterentwickeln würde. Und so ganz nebenbei hatte ich vor, ein so starkes Gedicht in die Welt zu setzen, dass ein sauberes angelsächsisches Kraftwort mit vier Buchstaben für immer in die Schulbücher Eingang finden und dem zunehmenden autoritären Druck den Wind aus den Segeln nehmen würde."
Allen Ginsberg (1926-1997), Lyriker, Kultautor der Beat Generation.
Aufführung zu LL 2001: Samstag, 0 Uhr
Der Nachruf auf den Wiener Sprach und Sprechkünstler Ernst Jandl stand zusammen mit einem Interview von 1996 im LOver 28.
Als die
beiden österreichischen Autoren Ernst Jandl (geb. 1925 in Wien) und
Friederike Mayröcker (geb. 1924 in Wien) 1969 für ihr im Kollektiv
erarbeitetes Stereo-Hörspiel "Fünf Mann Menschen" den repräsentativen
"Hörspielpreis der Kriegsblinden" für 1968 erhielten, widmete
die Presse dieser progressiven Entscheidung sehr viel Interesse. "Die Welt"
schrieb: "... Bestätigung einer neuen Funk-Richtung, die sich vom
eingebürgerten Hörspiel prinzipiell unterscheidet. Mit ‚Fünf
Mann Menschen‘ beginnt eine neue Ära."
Die Jury des Hörspielpreises hatte nicht die Partitur, sondern die akustische Komposition beurteilt. Sie prämierte mit 17 von 18 Stimmen die Autoren und erwähnte lobend den jungen Regisseur Peter Michel Ladiges, der im November 1968 in der Erstsendung des Südwestfunks die ungewohnte Strenge der stereophonen Partitur in eine adäquate Realisation umgesetzt hatte.
Ihren Entscheid begründete die Jury folgendermaßen: "Ernst Jandl und Friederike Mayröcker, die als Repräsentanten experimenteller Lyrik bekanntgeworden sind, haben zusammen mit dem Regisseur Peter Michel Ladiges zum ersten Male im Hörspiel die Möglichkeiten konkreter Poesie beispielhaft eingesetzt. Sie zeigen exemplarische Sprach- und Handlungsvorgänge, in denen der zur Norm programmierte menschliche Lebenslauf nicht abgebildet, sondern evoziert wird. Dabei nutzen und meistern sie die Möglichkeiten der Stereophonie. Die Sprache ist für die Autoren Material, mit dem sie spielen und zugleich eine unmißverständliche Mitteilung machen, die unsere Zeit ebenso betrifft wie trifft."
Nach traditioneller Definition ist das Werk "Fünf Mann Menschen" ein Kurzhörspiel, denn die Realisation dauert lediglich vierzehn Minuten. Trotz dieser Kürze besteht das Hörspiel aus vierzehn "Szenen".
Jede Szene ist wie in einem Bilderbuch örtlich genau festgelegt: "Gebärklinik", "Im Elternhaus", "Schule", "Kino", "Berufsberatung", "Militär, "Zugabteil", "Wirtshaus", "Spital", "Gericht", "Kerker", "Erschießung", "Wirtshaus", "Gebärklinik".
Das Hörspiel läßt in dreizehn Szenen ein Gesamtmodell menschlicher Lebensmöglichkeit ablaufen. In den ersten zwölf Szenen werden fünf synchrone Lebensläufe männlicher Norm-Staatsbürger vorgeführt. "Szene 13" deutet die Ablösung der fünf Menschenleben durch fünf gleichartige an. Die letzte Szene, die mit der ersten vollkommen identisch ist, mündet in den Anfang zurück. Der Bogen, der sich von der Einleitung zum gleichgestalteten Schluß spannt, beschreibt das menschliche Leben als circulus vitiosus.
Die einzelnen Szenen sind kabarettistische Pointen ohne vorausgehende Handlung. In sprachspielähnlicher Verkürzung stellt jede Szene die aberwitzige Reaktion des manipulierten Menschen auf gesellschaftliche Mechanismen dar, eine Reaktion, die selbst als Abwehr noch Konsensus mit der Macht ist.
Formal erscheinen die einzelnen Szenen als Varianten eines Grundmusters. Das Gesamtmodell dieser Einzelszenen ist die Basis für einen immer neu angeregten Prozeß des Nachdenkens über die Manipulation des heutigen Menschen.
Die längste Szene des Hörspiels, "Szene 5", trägt den verfremdenden Titel 'Der Mann der euch nicht schuf, rät euch zum Beruf', der in Wortbestand und Satzkonstruktion die Einrichtung der Berufsberatung parodiert.
Der Mann, der mit der Existenz der fünf jungen Menschen nichts zu tun hat und darum ihre Talente und Neigungen nicht kennt, bietet ihnen Lehrstellen nach den willkürlichen Erfordernissen der jeweiligen Wirtschaftslage an. Damit wird die Fragwürdigkeit einer persönlichen Berufswahl in der heutigen Gesellschaft bloßgelegt.
"... aber die Wirtschaft braucht, die Wirtschaft braucht, die Wirtschaft braucht, und ihr sollt dabei verbraucht werden, verbrauchte Verbraucher. Verbrauchte Bergleute verbrauchen verbrauchte Zahnärzte, die von verbrauchten Klempnern verbraucht werden, die verbrauchte Platzanweiser verbrauchen, während verbrauchte Dachdecker verbrauchte Dächer mit verbrauchten Weidmännern decken ..."
Der Titel assoziiert "Mann" im militärischen Sprachgebrauch ("ein Unteroffizier und 5 Mann"), "Mann" in der Verbindung "Mannschaft" und die Wendungen "Menschenmaterial" oder "Fünf Stück Menschen", "Fünf Mann Menschen" suggeriert die Frage, wie weit der "Mann" als Mitglied einer Fünfergruppe überhaupt noch "Mensch" sein kann, und signalisiert die Veruntreuung des Menschseins an das Mannsein: ans Verbrauchtwerden.
Die Autoren entwerfen hier das Bild eines Menschen, der klein gehalten wird, der in der Masse untergeht und sich nicht zu sich selbst entwickeln kann. Dieser Mensch bleibt sein ganzes Leben lang ein Kind, unselbständig und ausgeliefert. Seine hilflosen Äußerungen zeigen, daß er aus dem Stadium des Schreiens nicht herauskommt. Systematisch wird er von seiner Geburt an in die Maschinerie des bestehenden gesellschaftlichen Systems eingegliedert: eine "Sozialisierung" also, die erfolgreich nur sein kann, wenn der Mensch sich den gesellschaftlichen Autoritäten und den von ihnen aufgestellten Normen und auferlegten Zwängen unterordnet.
aus '"Aufgeschnappt" – Analyse, Deutung und didaktische Begründung des Kurzhörspiels "Fünf Mann Menschen" von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker' von Birgit Johanna Lermen. http://lbs.bw.schule.de/onmerz


ich sitze in meinem auto und beginne zu träumen. kitschig, nicht wahr? und trotzdem ein lang ersehnter traum, dieses schauspiel einmal anders zu erleben. in starken armen, die mich umschlingen ohne festzuhalten, wie ein baum, feststehend, zu mir stehend, dessen äste mich berühren, lautlos, zärtlich streichelnd. starke äste, die mich halten, wenn ich zu fallen drohe. zarte äste, die leise mit mir flüstern, wenn mir die kraft fehlt zu schreien. blätter, die ein liedchen anstimmen, meine angst nehmen. gemeinsam mit dem wind säuseln sie liebesgeflüster in meine ohren. ich schließe die augen und rieche, ja, schmecke, die unendliche weite, die mich umgibt. bin ganz bei mir. einfach wunderschön. dieses gefühl, ganz bei sich zu sein, in den armen des geliebten, das ist meine sehn"sucht". kein nehmen als solches. geben! man hat so viel zu geben. doch wer gibt schon einfach so? schade, man "ver"gibt sich so viel, indem man behält.
ich sitze immer noch in meinem auto. erwache. und tausend regentropfen schlagen wütend an die autoscheibe. brüllend schlagen sie auf, sinken als gebrochene tropfen an der rutschigen oberfläche des glases hinunter und verschwinden, als nur für einen moment gesehene aufschreie, im nichts. jeder tropfen ist ein schrei von mir. ich kenne sie. ich kann sie nicht ausleben. ich schlucke sie, tropfen für tropfen, bis irgendwann nichts mehr geht. dann habe ich das gefühl, zu zerfließen, alles läuft und läuft. kein ende in sicht. wo ist das ende dieses endes?
ich sitze immer noch in diesem auto. möchte brüllen. will doch den sonnenuntergang genießen und nicht diese blöden regentropfen ertragen müssen. diese gefühlsduselei, furchtbar.
ich starte das auto, in der hoffnung, morgen regnet es nicht...
Ich folge,
die Bewegung ihrer Beine berührt die Pedalen,
mich im Innersten,
ihre Haare wehen durch die Luft, mir um die Ohren,
schmeicheln meiner Haut,
ich verliere mich im Anschauen, trunken, seelenfroh,
hinterher, der Weg ist der Augenblick, da gemeinsam
hier.
Gewandt, wenn sich ihr Gesicht zu einem Lächeln
öffnet,
mich ihr Leuchten erhellt, wie eine dunkle geheimnisvolle
Blüte,
hält die Zeit den Atem an, und die Liebe
währt am längsten,
und jedem Geheimnis bin ich anverwandt. Ro
Li B.
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