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Gedankenwellen im Radio eines Jungen

August 1987 - Mai 1988, Berlin
Copyright by Roland Gorsleben
LAPSUS live 1988 (mit Lichtbildern, in Klammern die dazu eingespielte Musik)

(Ton Steine Scherben "Heut nacht")

Gehe mit meinem traurigen Lieblingsgesicht eine Bahnhofstreppe hoch. Die Treppe herunter kommt mir eine Frau mit warmen, klugen, braunen Augen entgegen, die in meine Richtung schaut. Schnell kommen wir uns näher. Es trifft mich wie ein Schock: sie schaut ja mich an! Ja, sie sieht mir in die Augen! Mit zur Seite geneigtem Kopf sieht sie mich den ganzen Weg mit ihren wachen Augen an. Auf gleicher Höhe lächelt sie dann. Bevor mein Gesicht irgendwas meiner eruptierenden Gefühle zeigen kann, sind wir an einander vorbei. Mechanisch gehe ich weiter, wie benommen. In mir wechseln Freude und tränende Traurigkeit. Die Freude so leicht, so erleichternd, ein wunderbares Gefühl. Die Traurigkeit ist lang bekannt. Erst Tage später sage ich mir, stehenbleiben, ihr hinterherlaufen! Verloren. Jenseits des Lebens.

(Westrupp "Die Schlüsselblume")

Verloren, jenseits des Lebens. Dies ist zu lesen im Tagebuch eines Jungen. Und wie aus dem Jenseits trifft ihn eine Geschichte, die er zufällig im Radio hört, gerade als seine Musiksendung zu Ende ist. Ein Geschick, das ihn eigenartig berührt und ihn vorerst sprachlos macht, wie benommen muß er zuhören:

? NÄHE

In ziemlicher Dunkelheit eines grauen Tages wanderte die Gruppe am Rand eines sehr steilen und tiefen Taleinschnittes längs des Grates eines Felszuges. Die unbeschwerten Reden und Gespräche standen in starkem Gegensatz zur düsteren Umgebung. Die jungen Leute kannten sich, denn sie besuchten dieselbe Lehrlingsklasse. Die innere Atmosphäre zeugte von einer lockeren Verbundenheit, die diesen gemeinsamen Ausflug ermöglichte. Ein Mädchen und ein Junge hatten sich als Paar vorausbegeben und begannen, mit ihrem mitgenommenen Klettergerät einen großen Felsbrocken ganz nahe am Abgrund zu besteigen.

Ein anderer Junge, Roger mit Namen, ging auch etwas abseits, zwischen dem Abgrund und der Gruppe, konnte aber noch den Worten der anderen lauschen. Eigentlich interessierten ihn nur die Stimme des einen Mädchens, sie sagte gerade: "In der S-Bahn muß ich meistens stehen, da wird mir manchmal schwindlig, wenn ich die so alle sehe..."

Die unüberbrückbar scheinenden Räume zwischen den Menschen, wenn sie sich zum erstenmal begegnen, die unbegreifbar scheinende Fremdheit der Gedankenwelten. Wenn man das Außen schaut und das Außen lebt. Der Wunsch nach dem Gedankenlesen ist alt. Eigentlich auch der Wunsch nach dem Gedankenentäußern. Die Zeit enthüllt die innere Welt zum Teil. Doch du lernst das Land nicht kennen, wenn du ab und an aus dem Zugfenster schaust.

Als Roger das Mädchen das erste Mal sah und hörte, es war während der ersten Schulstunde, dachte er, daß sie sich sicher nie nahe kommen werden, und daß ihr Leben nichts mit dem seinen zu tun hatte. Es hatte damals keine Bedeutung für ihn, daß er ihr immerhin nachdachte, während er andere an diesem Tag gar nicht wahrnahm. Wahrnehmung ist nicht ans Bewußtsein gebunden. Es war ihre Stimme, die ihn als erstes erstes berührte, er begann, wenn sie irgendwo sprach, zuzuhören. Was sie sagte, war erfüllt von einem tiefen Glauben an das Gute des Menschen, von einer undeutlichen Sehnsucht nach Leben, von der Suche nach dem eigenen Wollen, einer Ablehnung von Bequemlichkeit, Feigheit und Lüge, erfüllt von dem Ruf nach dem Echten, voll von Jugend.

Und wegen ihrer gemeinsamen Jugend glaubte er anfangs nicht, daß ihre Ansprüche ans Leben vor der Welt Bestand haben könnten.

Sie redete ungewohnte Worte und nicht sehr oft. Vieles schien für sie nicht wichtig. Oder nicht möglich zu äußern, da sie ihre Worte im Lärm der Lautsprechermünder nicht verloren geben wollte. Roger sah den Leuten immer in die Augen. Sie lächelte, es war keine Bitterkeit in ihren Mundwinkeln aber vielleicht eine Spur von Hoffnungslosigkeit. Er wußte nicht warum. Ihre Augen zogen ihn an, weil es ihm schien, daß sie seinen Gedanken entgegenkamen, nie gleichgültig schauten und eine Klarheit bewahrt hatten, die ihn erstaunte, dachte er an die Blicke der vielen, vielen Menschen.

Als die Zeit begann, daß er das Gleichgewicht verlor, das Herz einen anderen Rhythmus schlug oder ein ziehendes Gefühl im Bauch seien Atem brach, wenn er sie sah oder an sie dachte, hatte sie von seinen Gedanken imgrunde bereits ganz Besitz ergriffen. Ohne daß sie es wußte. Vieles, was er tat und überlegte, bekam eine unmittelbare Beziehung zu ihr. Und sein Wollen wurde nur noch von dem Ziel bestimmt, ihr nahe zu kommen.

Er schaffte es nicht. Auch als allein das Wort Liebe seinen Zustand richtig beschrieb, empfand er ihre Beziehungen zu einander als befremdend. Denn er spürte einen weiten Abstand zwischen dem, was er fühlte und sagen wollte und dem, was er ihr gegenüber entäußerte. Er verwandte viel Kraft und schlaflose Nächte daran, Situationen zu erschaffen und zu erdenken, in denen er bei ihr war oder sie hören und sprechen konnte. Doch vermied er aus ihm selbst nicht klaren Gründen eindeutige Taten, obwohl ihn die spurlos vergangenen Gegebenheiten im Nachhinein schüttelten. Mit seinen Worten sah es etwas anders aus, Roger war sich sicher, daß jemand, der liebte, den verborgenen Sinn aus jeder Zeile heraushörte, denn der Liebende sagt: Alles ist Zeichen. Aber eines wußte er noch, daß es ein Verhältnis zu ihr von der Art, nach welcher er sich sehnte, ohne ihr Entgegenkommen nicht geben konnte. Und diese ihre Nähe ließ die Falschworte unsagbarer werden und falscher, und die Worte schrumpften zu einem Namen, zu einem Satz zusammen. Er glaubte, an der Grenze seiner Möglichkeiten zu stehen, alles weitere hätte Gewalt oder Zwang bedeutet. Mit dem nächsten Schritt zu nahe kommen.

Manchmal, wenn er wieder von ihr geträumt hatte, oder einen Anflug von Liebe in ihren Gesten erfühlt hatte, fragte er sich, ob er dies denn aufgeben dürfe. Dieses stete Leben im Zwielicht des Grenzgebietes und noch fremder ins normale Leben zurückkehren. Zu viele Gedanken. Zu viele Gedanken. Daß erlebbare Wünsche erst in der Vergangenheit erlebbar werden. Und die Gedanken, blickte er über die Grenze. Stimme des Herzens als einzig weisende nehmen! Nichts ist doch zu verlieren. Aber so verliert man sich! Und vielleicht unsagbarer Gewinn. Laß diese Sonne zur einzigen werden! Laß dein Leben von diesem Licht abhaengen! Laß deine Gedanken endlich in diese Sonne stürzen! Laß alle Worte von diesem Licht wegblasen! Trage deinen Tod oder ihr Leben. Trage alle ihre Worte. Trage ihre Gedanken. Trage die Sonne nicht mehr nur im Herzen. Laß den Ruf nach Klarheit Wirklichkeit werden. Realität. Das Beste in deinen Händen!
Einfach nur sagen, einfach nur fragen, siehe, so.

Doch hatte er in der langen letzten Zeit immer wieder das Gefühl, nicht weiter zu können, sich im Kreise zu drehen.

Das Dämmerlicht stand. Die Gruppe war inzwischen entlang des Abgrunds nur ein Stück weiter gekommen. Roger sah, wie das Paar vor dem dunklen Horizont den Gipfel des Felsbrockens erreicht hatte. Links neben Roger, einige Meter vom Grat entfernt, ragte eine spitze Felsnadel aus dem Abgrund heraus, die etwas tiefer an der abfallenden Felswand fußte. Roger rutschte zu ihrer Wurzel herunter und begann, sie rasch zu erklimmen, es geht auch ohne Seile und so was. Kaum an der Spitze angelangt, sah Roger, wie das Paar vorn vom Felsen in den Abgrund fiel. Im selben Augenblick sackte seine Felsnadel an der finsteren Wand ab und stürzte senkrecht nach unten.

Roger öffnete den Mund, riß den Kopf zur Gruppe herum, Gedanken rasten durch sein Gehirn, sie sollte es noch wissen, daß er sie liebte, sie sollte es noch wissen, daß ihr alle seine Gedanken und Gefühle gehörten, sie sollte es noch wissen, daß es Liebe war, Liebe war, die sein Leben mit ihr bestimmt hatte, sein Leben sollte nicht enden, ohne daß sie vergangene Worte und Gesten verstand - nicht vor den Leuten, wo dann? - alle sollten es noch wissen, daß er sie liebte, der Knoten riß, und er schrie ihren Namen:"

(Münchener Freiheit "Liebe der Triebe")

Was geht in dir vor, Junge?
Ich denke mir, man kann jeden Weg together versuchen, auch wenn man weiß, er endet bald oder dort. Das ist doch nur die Quantität, das Versuchen hat doch in jedem Fall Lebensgewinn für uns. Und was zu verlieren? Verluste, wenn man nichts versucht. Was soll die Traurigkeit am eigenen Leben in Millionenferne und zeitenlang. Ein Lächeln und Begegnen. Für sich selbst kein offenes, durchbrochenes Leben zuzulassen, ein Leben außerhalb der Schranken, wenn man sonst alles in Frage stellt? Was, nur das eigene Leben sollte fest bleiben? Das wäre doch als erstes zu zerstören. Das Leben hält nicht viel bereit, man muß es sich nehmen, solange man jung ist.  Schließe ich die Augen...:

Felsen hoch über allen Bäumen, von Bäumen beschattet. Der Blick ins Sonnenlicht. Wie schmeckt's beim Anblick toten Laubes im Frühling. Wie klingt unser Lachen am Rande der Klippen. Genug gesagt, ist jedes Bild windgeformter Körper, jede sachte Ahnung grenznahen Lebens, einer bittersüßen Sehnsucht wert, den Gedanken ferner, weher Erinnerungen. Eigentlich müßte uns der Dunst komprimieren, daß wir uns an die Hand nehmen und lächeln und uns in unsere Leben führen, innen. Späte Fragen werden ohne Antwort bleiben. Späte Tränen kippen Horizonte über Bord, langsam auch den Schmerz, und nichts bleibt, so wie die Atmosphäre verschwindet und alle Luftgrauschleier zu Fotografien oder Bildern macht.

Wir waren nur 4. Eigentlich vielleicht 3 oder 2. Und unsere Äußerungen respektierten die Stille, die Ferne bis zum Streicheln übers Haar.
Aber warum? Dreht sich doch jeder noch im Grabe um.

Sind es Bilder oder nur Worte Worte, die Touren, die Menschen, die Herbergen, der stete sachte Versuch, Nähe zu bewahren, das Horchen auf jedes ähnliche ihres Wesens, der möglichste Platz am Tisch, der einsame Duft der grenzenlosen Nacht in Sonnenwehen, wo die Sterne keine Namen haben und der Mond kein Stein im Dunkeln ist. Diese Verluste, teilen sich Wege oder Worte, ist das das Los unseres Lebens? Vergangen? Und die Traurigkeit, daß die Grenzen nur undurchdringlich scheinen, aber so dünn, so filigran sind und die Gewalten festgebunden? Wir so fest sind, daß wir keine Grenzen brauchen?

(Das Fenster "Maß der Wahrheit")

Nah sein? Nah sein heißt, keinen Rückhalt mehr zu haben. Der Weg: keinen Rückhalt mehr zu wollen. Warum wollen wir nicht? Angst vorm Sprung. Oder ist das eine Souveränität "Jetzt nicht" des eigenen Willens, die sagt, es gibt nur das eine. Die eine Nähe. Höre ich?

Verwandte Seelen auf dem Grat der Klippen. Ist auch unser Lachen näher am Abgrund als das Hoffen auf Licht in dieser 360 Dunkelheit. Und allein abstürzen, verwandte Seelen: Nein, du sollst nicht wissen, wir können da nichts tun, es soll dir nicht noch schwerer werden. - Laß mich wissen, der Druck wird dann erträglicher, wir könnten's abbauen, verwandte Seelen und Krämereien Preise? Keine Furcht im innern Kreis! Vielleicht ist es schon das Wesentliche, die Verwandtschaft zu spüren, ohne Lebensänderung in Gemeinschaft erzwingen zu wollen. Weil vor dem leben der Untergang steht? Jede Regung von innen nach außen keinen Platz finden kann als in der Nähe schwarzer Löcher.
Dieses Gespür, diese Seelennähe kann sich nicht in Gedanken, in Worten manifestieren. Damit ist auch kein verwandtes, gemeinsames Tun möglich? Vermeiden der Berührungen aus dem Wissen der Unnahbarkeit, aus der unstillbaren Sehnsucht nach vereinender Nähe. Das Beste tun - mit anderen im Leben, dies aber lebbar nur mit dem Gespür verwandter Seelen.

(Wolfsmond "Einsamkeit")

Im Schlepptau den Gedankensog, Schweigen gemeinsam in die Weite zu tragen und mit gemeinsamen, wenigen Worten Weite ins Leben, in unsere Horizonte, Leben, das mir nahe steht zum Leben erwecken. Gehe ich wiederum allein in die Weite, in die Sonnenuntergänge überm Dunst des Flusses, über herbstgelebten Wiesen. Es wird gut, allein zu sein. Fremd der Welt, wird sie mir vertraut. Der unfaßbare Skapehander hindert mich nicht, weiterzugehen, Worte zu verlieren, die den angeschwemmten Weg nicht säumen. Ich kann die Welt nicht berühren, schwappen auch Kieselsteinwellen um meine Füße. Selten, die Worte für dich, schweigst du heinen Weg unter die Ferne, die in Sternlichtpünktchen unseren Weg reflektieren sollte. Nichts zu sehen.

So vertraut, daß ich wie ein Nichts zu ihr gehören werde, Welt, bin ich nicht, hast du mich. Aber nah ist mir der unfaßbare Skapehander. Allzu realglüubig, Menschen, frage ich mich irgendwo in der Prärie unter unbeweglichen Sonnen, gemalten Wolken und im Wind aus unsichtbaren Ventilatoren, suche ich irgendwo ein lebendiges, ein greifbares, ob ich eigentlich bin, ob eigentlich irgendetwas geschieht, ob Welt und ich sich doch nicht ausschließen, nichts gemeinsam haben können. Auch dein Leben läßt mich dies fragen.

Die Nebel steigen in die Kronen der Apfelbäume, Sonnenlicht rollt den Hügel hinunter, das Wasser war gestern schon da. Und die Augen geschlossen? Es tut nichts. Dich zu sehen. Schließe ich die Augen...:

Unterwegs nach deinem ewigen Horizont. Ein schwarzer Vorhang ist gefallen? Du gehst, es flackert durch winzige Löcher, es ist egal, wohin du gehst, es schimmert irrlichtern durch winzige Löcher, Lichtpunkte auf den schwarzen Vorhang gesetzt, du gehst. Ein Messer fast in deiner Hand, Flügel fast auf deinem Rücken, wenn der Vorhang nur zu fassen wär! Bleibt wenigsten ihr, meine Lichter, bleibe wenigsten du am Leben, mein Herz. Du gehst, dein Sternenstaub kann dich nicht hören, der Vorhang wölbt sich, geschoben in Fernen, du gehst.

(Christian Kunert & Gerulf Pannach "Sonnenclown")

Kerze im Fenster,
Wärm' mir die Hände und friere.
Licht, wie weit bist du zu sehen?
In einer Nacht wie dieser.
Gleitest hinweg durch doppelte Scheiben,
Begegnest nur meinem Blick
In dieser undurchdringlichen Dunkelheit
Trotz Mond und Feuer.
Brenne nur, Kerze, bist du verlischst.
Brenne nur, Kerze, deine Zeit, dein Tun.
Brenne, deine eigene Nähe
Macht dich zu Licht.

In einer Nacht wie dieser forderten andere Gestirne keinen Skapehander. Sie setzten Farbvisionen vor Augen, die mich nicht allein durch diese Galaxis laufen ließen. Schritt für Schritt wechselten die Lichter, betrat ein Klang meine Ohren, der von meiner Erde sprach. Durch die taumelnden Sterne, durchs glimmernde Feuer eines dunklen Tals in ein Frauengesicht, das sich in eine Blume verwandelte beim Anblick der schwebenden Farbraumschiffe, trag ich dich, werden die Klänge wieder Schrittmaß meines Weges. Sind es die ewigen Augenblicke, die uns das Fernenmeer herunterholen.

Außer der Zeit für Augenblicke.
   Außer der Zeit für Augenblicke.
      Außer der Zeit für Augenblicke.

Wird jeder Staub zu galaktischem Nebel, wird Regen zu Dampf auf unserer Haut, halten wir stand, daß die Verbindung nicht reißt. Unterwegs zu meinen braunen Augen, am Tikitakasee. Zünde ich mich an. Nein, das sind keine druckbaren Zeichen, da rede ich wie der Ozean zu seinen Ufern, da die Flut jeden Damm zwingt, und die Ufer nur noch schweigen können? Hast du die Küste Amerikas betreten, irgendwo am Sonnenstrand eines toten Indianers aus Wall Paradiso. Dschungel ohne Lianen im Lärm des Nachtgetiers, die Glut der Tage strömt aus den Herzen in rote, blaue, gelbe, weiße Wolken von Musik, der Rhythmus tanzender Herzen vibriert durch die Wurzeln jeder Kreatur. Schimmert kurz ein Auge im grünen, braunen Streifenlicht, vereinen sich die Körperklänge zu einer Hymne. Ich will nur dich.

(Tangerine Dream "Beach Szene")

Bewußtseins Erweite
Umfaßt die Welt
Deine Dichte verliert sich
Wie deine Dichtung
In Nichts
Du weißt alles
Und kennst niemand
Du spürst, da oben wäre jemand
Doch die Dichtung ist verloren

Sterne tanzen auf deinem Rücken.
Der Mond hängt dir im Auge
Die Sonne endloses Licht um dich
(Was) soll Dichtung, wenn alles ist.
(Was) soll Bewußtsein von der Schwerelosigkeit des Lebens.

Liebe ist nicht verdichtet
Liebe entbehrt des Bewußtseins
Ich träfe dich gern hinter der Weite
Wenn Dichtungen nicht beschweren sollen
Und wir bewußtlos sind

     * * *

Du hast noch 15 min Zeit vorm Weggehen, was wirst du tun?

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