P Juni 86 - Juni 87, Berlin; 12/98 -
05/99 Zarnekla
P by Roland Gorsleben
(*) P by Ines Kohlmann
C by B., LAPSUS
LIVE 1987 (Wertung siehe LOver 1
von 1989)
(*) C by "Z"
Eine Geschichte von, mit, über... Er war um die zwanzig Jahre:
alt. Ich lernte ihn kennen, als er schon Abschied genommen hatte. Imgrunde
bekam ich nur einige seiner Aufzeichnungen in die Hand oder hörte
von Gesprächen, die er geführt hatte. Beides erscheint mir Teil
eines rotierenden Gedankenkreises gewesen zu sein. Er meinte mal, daß
er sich letztlich ganz in sich gefangen fühlt. Daß er mal von
einer Hand träumte, die sich ihm durch die Gitter entgegenstreckte.
Ich weiß nicht, warum es für ihn so fatal unausweichlich war.
Und sicherlich ist es jedem freigestellt, diesen Kreis zu sprengen.
Ich vermute, mehr innerer Aufruhr ist notwendig, als was Wind in den Haaren
vermag.
Er selbst wich mir immer wieder aus. Oder was wir darunter verstehen.
Denn, wie gesagt, er war eigentlich nicht mehr existent. Genaueres läßt
sich schwer
aussprechen.
Sie hat er nur selten gesehen. Konnte, wollte, würde... Vielleicht
ist sie wie alles nur ein Traum und keine Geschichte.
-
Ein Tag. Ein Tag. Eintag.
Ein Tag es geht voran. Nicht denken wohin. Nicht hören die Zeit.
(Unendliche Mitternacht.)
Ein Band spüren, das nicht verlieren!
Flüstern in die Luft. Dein Gesicht im Gedankenlicht. Atmen mit
dir.
In der Ferne. Ich möchte sehen und die Augen schließen.
Bleiben Trauer, Trauer. Und Schauer.
Treiben Funken Licht an die Finsternismauer.
Es weht ein Vakuumwind. Ein Band spüren!
Würdest du was verlieren? Ein Tag Nacht Mittagnacht.
Wohin hast du gedacht? Hättest du gedacht.
(Rory Gallagher "5 Miles Away" live +)
Nur ein Gedankenwinken
Wie ein verlorenes Küssen.
Wie auf Dauer? Wie, ich halt's nicht aus.
Wie geht das auf Dauer? Ich hab Angst.
Wird dein Blick rauher, wird's rauher.
Inzwischen. Dazwischen. Inzwischen.
Unmöglich, wo wir sind. Wo bin ich?
Ich schau auf deine Hand... Du!
Du, mein lebendiger Traum.
Was machst du? Was mach ich?
Inzwischen. Dazwischen. Inzwischen.
Der Tag ist dunkel gemacht.
Was hast du gedacht?
Zu laut, zu laut...
Wenn sich ein goldenes Kettchen sanft an einen Hals schmiegt, Haut wie zarter Samt, und meine Finger, kreislaufgestört, es nicht fassen können... Ich lebe. Und ich sehe dich. Und rufe: Wo bist du? Und du bist doch da, so nah. Eben noch. Bist du fort - sofort übergraut mich Verlassenheit, allein und das ist wirklich. Warum fürchte ich mich, daß du in meinen Augen lesen könntest? Warum das schwere Herz ein Leben lang? 76 Jahre werde ich alt. 3 Jahre ohne dich. Aber deinen Namen flüsternd... In meine Dunkelheit, in meine Nacht. Schlag dir die Fäuste wund an Wänden! Wenn du nicht sagen kannst: "Ich liebe Dich!" Wenn ich es dir sage? Wenn ich es dir sage? - Wandelt sich dein Unglücklichsein? Nimm mich mit in die Ferne deiner Gedanken, in die Weite deiner träumenden Gefühle. In die Fremde, wo wir uns kennen.
(Quicksilver Messenger Service "Hope" +)
Ich will den Sternen nach,
und du wirst wach.
Offenbarte sich das Leben,
würde ich dir meine Hände geben?
Daß mit dem Blühen der Linden
der Sommer erst beginnt
und nicht im Traum zu finden
durch meine Zimmer rinnt.
Geschlossen dann die stillen Augen,
diese Bilder will ich sehen,
dieses Lieben will ich schauen!
und nicht die Dinge,
die zwischen uns stehen.
Habe wieder von dir geträumt. Von dir. Und ich allein. Wie im Leben. Ich sehe dich. Du ziehst mich an, du. Doch kann ich dir nicht nahe kommen. Warum? Muß ich sterben? Muß ich tot sein? Und Liebe immer bittrer werden, bis mich im Traum niemand mehr kennt? Wieder ein Traum: Gesucht? Gefunden! Du wolltest mich allein was fragen, es kam sofort jemand dazwischen. Das kaputtte Dach - du hast gelächelt, (ob deines Lebens?). Dach und Nacht. Eigentlich waren alle ertrunken. Dann warst du fast neben mir am Tisch, an der süßen Kaffeekannenreihe, doch zwei Leute standen auf, ließen dich durch. Ich blieb allein, ich sah mich im braunen Spiegel der Tasse vor mir, seufzte, schon ohne Blick zu dir. Aber im Wachen, es war so schlimm, wie ich mich verlebe, kaum Zeit für Tränen. Immer nur Bilder, immer Sehnsucht. Nach dem einfachsten.
Ich will's ewig offen halten, doch das Leben verrinnt, die Liebe entgleitet mir. Meinen bewegungslosen Händen. Mir tatenlosen. Was schon in Augen und alles in Gedanken. Ein Lächeln schenken. Deiner Haut Gefühl! Gefühl! - schlägt's gegen Rippen! Handgruß - Gedankenkuß. Deine Hände, ich will kein Ende, Ende - das fühlt sich so tot an, und leben sollt es deiner Jugend! Ein Wort von dir? Wort! Von mir? Und da redet jemand mit dir, und ich kippe gleich, getrieben in meine tiefe Dunkelheit, wo ich da raus komme, geht's mir nicht besser. Ersaufe im Tee oder den Tränen, bitter allemal. Feste Zukunft - weiß ich's denn? Was sind die Illusionen, wie es mit uns weiterginge? Einfach leben, lieben, Luft für dich und mich, daß tiefe Worte leicht werden und leichte Küsse tief.
(Pete Townshend "Let My Love Open The Door" +)
Spüre den schlimmen Druck
Der Liebe und Gewalt
Hinter viel zu hohen Dämmen.
Da ist wieder die Tür:
Die Tür auf deinem Weg.
Verwischt dein Bild,
Ein Blatt im Wind,
Ein letztes Pendeln...
Mein kurzes Leben vor der Nacht.
Die Träume enden nicht.
Dieselbe Trauer bis der Morgen,
Mein Leben graut...
Spüre diese Musik auf meiner Haut.
Liebe und Gewalt
Ein steter Schrei darunter.
Ich krieg meine Gefühle nicht raus.
Du schaust auf mein Unvermögen. Deinen Blick verstehen! Nahe sein
- nahe kommen. Wollen Können Dürfen, Lawine Labyrinth, Entscheiden
Einschneiden, Fühlung verlieren Leben verlieren.
Heute war ein "großer" Tag. Wir sahen uns. Eine von mir organisierte
"Veranstaltung" im Klub, ich zeigte Lichtbilder zu einer Geschichte, die
ich geschrieben hatte, die natürlich von uns handelte: "?Nähe"
- ohne unsere Namen zu nennen, denn vorher stürzte ich ab. Und die
Leute hörten zu. Auch du. Man kann sich so gut hinter durchsichtigen
Worten verstecken! Den Ruf von Innen in die Wolken schicken... Immer "Du"
sagen ohne Du zu sagen. Musik spielen, heutnacht. Es war ein Wagnis, aber
für wen schon. Dann das Ende und - nichts. Leere. Kein Wort. Nichts.
Wo mir dein Wort fehlte. Mein Wort. - Aber habe ich nicht alles mit diesem
"Ruf" gesagt?
Aber was getan? Meine Furcht, es könnte alles zu Ende sein und
die Sehnsucht dann noch schlimmer.
Ich will dich nicht als Fremde sehen,
daß du mich erkennen kannst.
Daß mein Leben nicht verweht,
wie bedrucktes Papier im Wind,
getrieben zwischen Autoreifen.
(Darum rufe ich flüsternd:)
Denk an die Augen! (und gehe weiter!)
Es ist kein Spiel, doch tun wir so.
Bin nur jung in schwerer Erinnerung.
Warum nach Mustern und kein Trotzdem?
Warum nicht gar ohne Trotzdem: ! ?
Dies der Wunsch: ohne Hintergrund?
Dir nah sein, ich .
Einiges brennt, und einiges verbrennt.
Das Echo des Leisen von der Wand.
Und so bin ich nicht.
Wieder der Mond beim letzten Blick...
Und bleibt der letzte Blick,
Bleibt der letzte Blick.
Und Risse, weiß du?
Und so werden wir sein?
Und ich laß dich nicht gehen.
Und ich halte dich. Weiß dich nicht...
Und du gehst (?im Spiel?).
Und das bin ich nicht.
Und das, und das...
Alt und Kopf und Herz.
So fremd. Mir.
(Scorpions "I'm Still Lovin' You" +)
Daß eine Hand in deiner Hand,
Eine Antwort auf dein Wort,
Ein Kuß, der in weichen Lippen versinkt
Eine neue Welt erschaffen kann.
Neues Leben, weite Himmel
Im Spiegel der Augen,
Und auf Gräbern wachsen Bäume.
Doch daß dir schon selbst
Die Träume fortlaufen,
Vergehen, wie der Rest deines Lebens.
Nichts, was du mehr halten kannst.
Durch kahle Äste weht der Wind...
Umfange uns Frühling, verwandle!
Umfange uns Liebe, wandle.
Draußen wieder der klare Himmel, der so stetig auffordernde, tröstende, traurige, volle Mond. Und ich allein und du allein. In unseren Räumen. Und es nebelt in die traurige Leere meiner Gedanken, wie gern würde ich dich wärmen. Ich reiche dir die Hand und will doch die deine nehmen. Träume. Träume! Das ist alles, was ich mir ausdenke: den nächtlichen Traum von dir als lebendige Erinnerung betrachten, bewahren, den täglichen Traum als vorgelebte Zukunft? Befreien von Sehnsucht. Lieb ich meine Sehnsucht? Meine notwendige Quelle? Wie du vor mir stehst... - die Wand hallt, die Wand gebietet "Halt!". Es reißt die Arme, es reißt die Gedanken zu dir, zu dir! Es reißt das Herz... Wenn alles in mir schreit, warum dann nur nicht?
Die Träume meiner Jugend sind vernichtet. Die Gedankengebäude
haben bis in die schwindelnden Höhen leere Fensterhöhlen. Die
Fähigkeit zur Freude liegt unter Schichten fremder Einlagerungen und
Trümmern meines Selbst begraben. Niemand kennt meine Gedanken. Niemand
kennt den Rest meiner Gefühle. Und alle Worte sind falsch und schwach
und gehen vorbei. Keine Kraft mehr zum Zuhören, zum Aufnehmen. Fremde
werden mir fremd wie ich. - Das ist nicht Jugend. Jahre, Einsatz des ganzen
Ich in eine Schablone, die an keiner Stelle paßt. Wenn ich früher
Freude über meinen Körper empfunden habe und heute Zerfall bemerke,
20 Jahre zu früh. Und die Gedanken früher funkelnd und Blitzen
gleich, heute blakend in vergifteter Atmosphäre, die Flamme im Rauch
nicht mehr zu sehen. Denn Klarheit gibt es nur noch über den Tod,
den wünschenswerten.
Wie ein Gaul im Göpelwerk - verlieren.
(Black Sabbath "Die Young" +)
'n paar Gedanken springen aus dem Fenster
Und sterben zum tausendsten Mal.
Von den Flammen blutrot erleuchtet.
Das Flugzeug kurvt fatal seine Bahn
Und schaukelt ein Lachen
Auf eisigen Wellen Abendrot.
Die stummen Bomben
Schmelzen dein Gerede ein.
Und reißen dich und Dreck gen Himmel.
Und dies ist dein Blut!
Und das dein Gefühl!
Keine Fragen jemals wieder!
Und keine Antworten jemals mehr.
Und keinen Widerspruch der Liebe.
Ein Töten bis zu diesem Tag?
Weil Millionen einzelner Egos
Mit sich selbst nicht fertig werden.
Wir nicht wissen, was wir Liebe nennen.
Die schönsten Tage unseres Lebens...
Mann! Dir zerfetzt es
Nicht nur die Garderobe!
Nicht mal mehr Zeit zu schreien!
Durch die Trümmer meines Herzens zieht ein stetes Weh. Durch die Fesseln meiner Gedanken kreist zuletzt dein Bild.
Ich bin der Stock, der geschliffene! Ich bin der Rest, der niemandem
fehlt! Und habe Gefühle, die nicht sind! Mich kann man erwürgen,
mein Herz ersticken! Ich bin die Ratte, die verirrte! Und meine Seele abschnüren!
Und die härtesten Worte nehm' ich an! Laßt sie doch wie Gift
sein. Mich kann man treten, die Gedanken einbetonieren! Und der Kopf zerplatzt
wie eine unendliche Granate...! Davon habe ich mehrere.
Ich wäre so sehr gern auf der Welt! Könnten wir uns lieben.
Die Zerstörung wäre kein Schicksal. Doch niemand kann sie haben.
Oder will sie haben.
Liebe
Dieselben alten Ängste. Wozu dann dieselben alten Worte gebrauchen?
(Sex Pistols "Bodies" +)
Schwarzer Locken inniger Liebe
Heißer Tage Sonnenluft
Grauer Schimmer Traurigkeit
Über schwindendem Lächeln
Tod so tief drinnen
Kein Zurück
Lila ist schön!
Weiß ist grün!
Es muß doch was passieren!
Hey!
Laß uns tanzen
Mit zuen Augen!
Was halt ich aus!
Gewaltsame Trennung vom Alten, ohne noch ein Wort zu verlieren? An
die Straße und nirgendwohin, ohne irgendwelchen Sinn in Zeit und
Ziel? Der Schrei in der Nacht, in Kälte und Einsamkeit. Mich Selbstzerstören
ohne Zeugen. Ohne Spuren. Nein. Sonne! Süden! Sonne! Ich stehe doch
schon an der Straße, und denk mich frei. Geformt ist mein Gesicht,
sind meine Worte. Nach Süden!
(Edda Müvek "Difficult Thing" +)
Hallo, Traum der lichten Ferne.
Wirst mich mein Leben umwehn.
Wolltest du mit mir gehn,
Dann könnten wir wohl bleiben.
Hallo, ihr lachenden Augen!
Was sollten euch meine Tränen?
Find ich Boden unter den Füßen.
Steh ich sicher auf federndem Stamm,
Steh ich selbst auf rauhem Findling,
Steh ich mir zu, zu mir
Am Rande des Wassers,
Steh ich sicher in fremdem Geraune.
Ich lief' nicht fort,
Und ich ging' mit dir.
Ich lief' nicht fort,
Und ich ging' mit dir.
Wie sieht es aus in dieser so anderen Stadt? Ist es dort anders, bin
ich ein anderer, ist der Film anders?
Der Tunnel läßt mir keinen Ausweg. Es ist egal, wohin ich mich wende, vor und zurück, ich hab' nur den einen Weg. Und darum habe ich wenig Angst. Es gibt hier keine Gipfel, keine Täler. Nur die Ebene, die ewige. Ich weiß nicht wohin und nicht warum. Der Tunnel zwingt mich zwar zu gehen. Seh' ich wen - ich bleib' allein. Mir fehlt die Kraft, aus dem Fenster zu springen in den nächsten Tunnel, der mich in Spiralen abwärts stürzte.
(Deak 'Bill' Gyula "Central European hobo blues no. 3" +)
In der Dämmerung schwillt der Abgrund,
Will mich schlucken,
Bevor ich spring'.
Schon bevor ich mich
Ganz aufgegeben hatte,
Wollt ich nicht mehr leben
In Trümmern der alten Ruinen.
Die Sonne steht still.
Da irgendwo.
Ich weiß, irgendwo da ist sie.
Die Sonne steht still.
Ich weiß, sie gibt Leben,
Schenkt Wärme und Liebe.
Die Sonne steht still.
Da irgendwo.
Und darum muß ich gehen.
Einsam sein heißt: niemandem nahe kommen können.
Allein sein, da gibt es wenigstens die Möglichkeit, jemandem nahe
zu kommen.
Einsam? Allein? Ich tanze., doch meine Gedanken...
Klirrender, flirrender Krach um den meinen, leisen Ruf. Auf und nieder
der Maskenmonotonie Nie nie Nie! Licht spricht, bricht, brüllt. Licht
zerhackt das Bild in den Augen, aus den Augen mein tiefstes Gefühl
zu dir. Nicht mehr viel da, das noch zerbrechen kann. Fremdes Leben.
So sei allein, wenn auch ein Teil meines Innern immer bei ihnen bleiben
wird.
Bei jedem Mädchen, dem ich mein Herz öffnen wollte. Hab'
ich mein Wesen geteilt. Und das wird niewieder gut? So komplizierte sich
mein Dasein, meine Daseinsmöglichkeiten.
Meine Augen gefrieren. Wer will in den kalten Wassern schwimmen? Liebe
und Wärme gehören zusammen. Und du stehst mit deiner Traurigkeit
am Ufer.
(Bikini "Message From The Band" +)
Dann steht der Staub
Dann endet der Wind
Dann klaffen die Risse
Wann wirst du taub
Wann nichts mehr stimmt
Wann egal ob Blöße
Worte finden wird auch schwer, will ich eine Verbindung zwischen altem
Ich und neuer Erscheinung schaffen, die Worte diesem neuen Bild nahekommen
sollen.
Meine Stummheit... Mein Schweigen?
(2 parallele Monologe + Klaus Schulze & Rainer Bloss "Lodz")
B: Wie ist man denn für sich verantwortlich? Hat man nicht
eine Verantwortung für den Bestand des Ich?
Z: Ist das Ich denn so wichtig? Überhaupt wichtiger als
die Gesellschaft, die Gemeinschaft? Sollte man nicht lieber versuchen,
Verantwortung für die Gemeinschaft zu tragen? Kann man nicht eigentlich
nur im Glück der Gesellschaft zu seinem eigenen Glück, für
das man erst dann Verantwortung tragen kann?
B: Glück verantworten. Wie weit darf man, oder kann man
ein Abtöten des Ich durch sich selbst vor dem Ich, vor sich selbst
verantworten? Darf, kann man das aushalten, daß an die Stelle des
alten Ich etwas neues tritt?
Z: Das Sterben des Ich an sich selbst? Verliert man da nicht
die Fähigkeit für irgendeine Verantwortung? Etwas ganz neues
kann doch nur von außen ins Ich gelangen - dafür Verantwortung
tragen? Ich kann doch nur verantworten, was ich selbst in die Wege geleitet
habe. Doch meist lenkt und treibt mich die Gesellschaft, das Außen
auf fremde Wege.
B: Wenn der äußere, verändernde Einfluß
bewußt ist, so daß man das Selbsttöten des Ich bewußt
in Kauf nimmt, weil man die äußere Welt nicht töten will
(aber aus welchen Gründen?), gibt es da eine Grenze? Die man bewußt
überschreitet, nicht überschreiten darf, nach welcher das Ich
dann so gut wie tot ist, und die Frage nach Verantwortlichkeit vielleicht
nur noch etwas Verstümmeltes und Eingeäußertes drinnen
vorfindet. Obwohl der äußere Frieden steht. Um diesen Frieden
die Opferung des Ich hinter heilen Fassaden und einem weiten Ruinenfeld.
Z: Im Ganzen ist das Gewicht des Ich nicht groß. Im Vordergrund
steht die Gemeinschaft, die wichtiger ist, und im Vordergrund stört
das Ich.
B: Aber ein unglückliches Ich verändert das Antlitz
des äußeren Ich, dieses Bild trägt auch bittere Tropfen
in die Gemeinschaft. Kann ein unglückicher Mensch jemanden froh machen?
Bei seiner psychischen und biologischen Struktur? Gibt es da eine Grenze,
wonach sich ein Maß von Unglück des Ich zum Nachteil für
der Gemeinschaft niederschlägt, oder sich bei Selbstignorierung, Verdrängung
als vielleicht krankhafter Zustand, krankhafte Veränderung im Ich
manifestiert?
Z: Solange man weiß, daß man im Kern noch da ist,
daß der eigene Wille noch steht, kann man für sich eine gewisse
Verantwortung tragen, und gibt man sich auf, sieht man nichts mehr vom
Ich, wer anders als die Gemeinschaft sollte dann noch Verantwortung tragen.
Doch ist sie dazu objektiv in der Lage? Man muß erst den Weg des
Ich sehen und seinen Platz, wo das Ich seinen Sinn hat. Wissen, wohin man
will, wo man steht, wofür man steht, dann auch die Verantwortung für
das Ich übernehmen. Und drehen sich Kreise, ist alles so unklar, wer
kann und wofür kann dieser Verantwortung tragen? Für etwas, was
nicht deutlich wahrgenommen wird? Dieses Ich, diese Veränderung des
Ich?
B: Augenblicke, in denen das Ich sehr klar dasteht. Im zugänglichstem
Maße. Mit der Zeit verschütten die Einflüsse das Ich immer
stärker.Muß man da nicht mit dem Rest Zipfel in der Faust auf
einen anderen Weg? Bleibt die Frage, was ist das Ich, wer bin ich? Daß
wir in Einklang kommen und aus den Kreisen wie Walzen unter der Schädeldecke.
Bricht letztlich nicht doch die Unbekannte "Ich" mit Gewalt nach außen,
oder tun dann nicht krankhafte Veränderungen ihr Werk, wenn man eigene
Wegzeichen unbeachtet läßt?
Einverstanden Sein.
Halbe Wege, Viertel Wege, Achtel Wege.
(Quicksilver Messenger Service "Fire Brothers" +)
(David Gilmour "There Is No Way Out Of Here" +)
Ich hüllte mich in Schweigen,
Sowie ich mit dir sprach.
Will die Lawine was von mir?
Verlangen, begehren, sehnen?
Mir zum Ende zu verhelfen.
Daß ich endlich weiß.
Weiß wie Eis und Schnee.
Endlich was versteh'.
Dringt mein verschütteter Blick
Aus dem leblosen Rest
Der ewigen Lawine?
Ich will nicht sehen,
wie du dich überschlägst.
Im Kern die Ruhe,
Im Sturm die Träume.
Ich schlafe nie wieder.
Nein, da ist kein Weg
Aus der Lawine.
(Mountain "Theme For An Imaginary Western" +)
Nacht, du stilles Weh ums Herz.
Was flieht hinaus als Lachen?
Ein heller Sternenblitz des Angesichts?
Ein leises Wort für eigne Ohrn?
Ein kurzer Hall der Hand?
Ein Traum, der unbekannt.
Bleibst du mir fremd.
Wie ich geworden bin.
Luke, Ruf.
Stuhl und Tür.
Licht nimmt uns gefangen.
-=-
Genaueres läßt sich schwer aussprechen.
Nichts weiter
Gräber aus Gras
Auf den Dächern der Stadt.
Und ich bin ein dunkler Rand.
Hinab zum letzten Wissen.
Die Stimmen unter den Wolken
Verleugnen den Mond, den vollen,
Weil er zu viele Gesichter trägt,
Und deins wollt' ich doch sehen!
Nacht, du schlimmer Druck ums Herz
Was kann falscher sein als Lachen?
Ferner lieber Stern aus Angesicht!
Ein träumend Wort für eigne Ohren
Begraben schon vom Schlag der Hand?
Bleibst Traum mir ewig unbekannt.
Und bleibst mir fremd
wie ich geworden bin.
Und seid verflucht ihr Tür und Stuhl!
Euer Dasein für mich Hohn.
Des Rufes Leben bleibt zu kurz.
Tot ist vergangen,
Bleib' in mir gefangen.
ENDE
Zurück zu Willkommen! Zurück zu LAPSUS Zurück zu LAPSUS LIVE Zurück zu LAPSUSEN LYRIX