Ein Kind im Mutterleib schläft nicht nur, nein, es nimmt seine Umwelt bereits ab dem 5. Schwangerschaftsmonat wahr. In diesem Zeitraum beginnt seine sensorische und kognitive Entwicklung. Der Fetus reagiert auf unterschiedliche Reize, zum Beispiel auf Licht, Wärme, Berührungen, Laute, Bewegungen, Gleichgewichtsreaktionen oder Schmerz. Diese Reize werden jedoch nicht nur verarbeitet, sondern es erfolgt auch eine Antwort darauf von Seiten des Fetus. Dieser kommuniziert mit der Mutter und der Umwelt. Man kann also sagen, dass Lernen bereits im Mutterleib stattfindet. Es kann sogar vorkommen, dass sich ein Fetus als Kleinkind an damals gehörte Melodien erinnert und bereits im Bauch der Mutter Vorlieben entwickelt.
Ist das Kind auf der Welt, besitzt es bereits ein großes Spektrum an sensorischen und kognitiven Fähigkeiten. Es sucht in seiner Umgebung nach Reizen und will diese mitgestalten. Natürlich sind Erwiderungen auf seine Äußerungen notwendig.

Schwangerschaft / karolajnat / flickr
Frühgeborene benötigen ebenfalls Angebote emotionaler und sozialer Form. Es ist wichtig, dass diese an die intrauterine Beziehung des Fetus zur Mutter angelehnt werden. Auch die nach der Geburt entstehende Mutter-Kind-Interaktion muss beachtet werden. Fehlen einem Frühgeborenen soziale und emotionale Interaktionen, so kann dies fatale Folgen für seine Entwicklung haben. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Tachykardie kommen. Aber auch Blutdruckschwankungen, ein erhöhter Sauerstoffverbrauch, körperliche Unruhe oder ein erhöhter Kalorienverbrauch können eintreten. Musik ist eines von vielen Mitteln, um einem Frühgeborenen die Anpassung an die Umwelt zu erleichtern. In Fachliteratur findet man nur positive Rückmeldungen über die Wirkung von Melodien.
Dabei spielen der Rhythmus, die Harmonie und die Tonabfolge eine große Rolle. Der gezielte Einsatz von Musik kann beispielsweise Stresssymptome positiv beeinflussen. Die Wirkungen der frühkindlichen Musiktherapie sind dabei von Langzeitdauer. Kinder, die in den ersten Lebensjahren bewusst beschallt wurden, haben auch nach mehreren Jahren noch mehr Nervenverbindungen im Gehirn als nicht-behandelte Kinder.
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